Lieber noch eine Ampel als ein breiterer Tunnel

Von: P. St.
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Gutachter schlagen eine Ampelanlage vor für den Tunnel vor. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. Etwas mehr Licht kommt in die angespannte Verkehrssituation im Bereich der Bahnunterführung auf der Kreisstraße 33 in Eschweiler-Stich, nachdem der Bauausschuss der Städteregion Aachen sich jetzt erneut mit der brisanten Thematik befasste. Im Rahmen der Sitzung des Gremiums in der Rettungsleitstelle Simmerath stellte Dipl.-Ingenieur Markus Geuenich vom Eschweiler Ingenieurbüro Igepa Verkehrstechnik „signaltechnische Möglichkeiten“ vor.

Sie können die Verkehrssituation entspannen, ohne dass man sich gleich auf die große Lösung, das wäre die kostspielige Aufweitung des Tunnels, stürzt. Ein Beschluss wurde nicht gefasst.

Das Gutachten hatte nicht allein die Engstelle im Tunnel im Blick, sondern bezog sinnvollerweise auch die davor und dahinter liegenden Knotenpunkte Florianweg und Odilienstraße mit in die Betrachtung ein. Das Verkehrsaufkommen in diesem Bereich hat sich in den zurückliegenden Jahren zugespitzt, so dass der Handlungsbedarf nicht mehr von der Hand zu weisen ist.

Ziel der Optimierung soll es sein, mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer im Tunnel zu schaffen und den Pkw-Begegnungsverkehr aus dem Tunnel zu entfernen.

Vier Varianten hatte das Ingenieurbüro auf der Grundlage einer Verkehrszählung erarbeitet.

Der erste Vorschlag sieht vor, die Lichtzeichenanlagen so zu koordinieren, dass sich der Verkehr auf der K 33 nicht mehr im Tunnel begegnet. Vorschlag Nummer zwei wäre eine Signalanlage direkt am Tunnel. Da für diese Variante aber nicht genügend Ampel-Grünzeiten zur Verfügung stehen würden und Verkehrsstaus die unabänderliche Folge wären, eliminiere sich diese Idee jedoch von selbst.

Die dritte Variante klingt schon wieder interessanter: Sie sieht die Beibehaltung des Einrichtungsverkehr in der Eisenbahnstraße vor, schließt aber den Fahrzeug-Begegnungsverkehr im Tunnel aus. Dadurch würden dann zusätzliche Verkehrsräume für Fußgänger und Radfahrer geschaffen.

Die Umlaufzeiten der Lichtzeichenanlage (zwischen 70 und 160 Sekunden) würden bei dieser Variante an die Verkehrsspitzen morgens und nachmittags angepasst.

Die abschließende Variante, die Aufweitung des Tunnels mit der Schaffung eines regulären Zwei-Richtungsverkehrs bezeichnete Markus Geuenich als „sehr leistungsfähig und effektiv“, aber auch als „sehr teuer“.

Die Verwaltung der Städteregion geht bei der Tunnellösung von geschätzten sechs Millionen Euro Kosten aus, während eine Optimierung der Lichtzeichenanlage für rund 150.000 Euro zu haben wäre.

Für den Gutachter ergab sich aus der aufwendigen Untersuchung die Schlussfolgerung, dass eine Neu-Koordination der Lichtzeichenanlagen (laut Vorschlag Variante drei) sich als praxisnahe und umsetzbare Lösung mit dem größten Sicherheitseffekt anbiete.

Würde man die Eisenbahnstraße für den Zwei-Richtungsverkehr öffnen, müsste dies zwangsläufig einen Ausbau des Tunnels zur Folge haben.

Dennoch unterstrich in der Diskussion Jürgen Neesen den SPD-Antrag, dass allein eine Tunnelaufweitung „die sicherste Lösung“ biete. Fußgänger, Radfahrer und Fahrzeuge müssten voneinander getrennt werden. Eine Veränderung an der Lichtzeichenanlage könne nur ein temporäre Lösung sein.

„Es muss nicht unbedingt eine Tunnelaufweitung sein“, lautete nach dem Gutachter-Vortrag das Fazit aus Sicht von CDU-Vertreter Dieter Gronowski, unterstützt von Claudia Cormann, die in der Optimierung der Software für die Lichtzeichenanlage als Sofortlösung „eine erhebliche Verbesserung mit überschaubarem Aufwand“ sah.

Für Umweltderzernent Uwe Zink blieb unter dem Strich als Ergebnis festzuhalten, dass die entscheidende Frage nun sei, „ob sich die Verkehre im Tunnel begegnen sollen oder nicht.“ Eine Änderung der Signalanlagen habe man als effektive Möglichkeit der Stadtverwaltung Eschweiler bereits vorgetragen. Es nun deren Sache, diese Erkenntnisse zu bewerten.

Das vorliegende Gutachten biete eine qualifizierte Grundlage für die weitere Diskussion über dieses „interessante und spannende Thema.“

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