Lieber Hüften schwingen als nur matt rumhängen

Von: Tobias Röber
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Sie strecken sich für den Erfolg: Vanessa Laakmann (links) und Sandy Herzog wärmen sich vor dem allwöchentlichen Hiphop-Training gut auf, bevor sie tanzen. Foto: Tobias Röber

Eschweiler. Aus der großen schwarzen Box dröhnt laute Musik. Kaum hat Popstar Rihanna zum ersten Ton angesetzt, da bewegen Vanessa Laakmann und ihre Freundinnen auch schon rhythmisch die Hüften. Die Gruppe setzte sich gemeinsam in Bewegung, tanzt Schritt für Schritt auf den großen Spiegel zu.

Vanessa Laakmann macht einen falschen Schritt und lacht. Dass hin und wieder Fehler geschehen ist (noch) egal, denn den Mädchen und jungen Frauen ist nur eine Sache wirklich wichtig: Sie haben jede Menge Spaß am neuen HipHop-Tanzprojekt der Mobilen Jugendarbeit.

Dass auf der ersten Etage der Volkshochschulräume an der Karlstraße nun jeden Freitagabend getanzt wird, lässt auf den ersten Blick allenfalls der auffällige Bus der Mobilen Jugendarbeit vermuten, der wie immer vor dem Eingang steht.

Aber genau diese Tatsache hat das Projekt erst ermöglicht. Der Mobile Jugendarbeiter Olaf Tümmeler ist nämlich öfters in Röthgen unterwegs. Am Ende der Straße, direkt neben der Schule treffen sich Jugendliche aus dem Stadtteil, hängen herum und verbringen Zeit gemeinsam. Olaf Tümmeler kümmert sich um sie, spricht mit ihnen und versucht, ihnen andere Möglichkeiten der Freizeitgestaltung aufzuzeigen.

Mechthild Lüneborg ist als stellvertretende Leiterin der Volkshochschule (VHS) auch häufiger am Ende der Karlstraße unterwegs. Und wie es der Zufall will, steht Olaf Tümmeler just in dem Moment mit dem Bus auf dem Schulhof, als Mechthild Lüneborg vorbeikommt. Olaf Tümmeler erinnert sich: „So haben wir uns kennengelernt. Ich stand hier mit dem Bus, sie kam vorbei und hat mich angesprochen.” Schnell kommen die beiden auf das Thema Jugend und Freizeitgestaltung.

Die Idee, die VHS-Räume einzubinden, gefällt beiden gut. „Für junge Leute gibt es generell viel zu wenig Angebote, vor allem am Wochenende”, sagt Lüneborg. „Das ist doch jetzt ein schöner Einstieg ins Wochenende”, findet sie und erhält dafür große Zustimmung von den jungen Tänzerinnen.

Die sind von dem Projekt mittlerweile Feuer und Flamme. „Ich tanze sehr gerne. Mir gefällt vor allem, dass die Gruppe so gut zusammenhält”, freut sich Jennifer Coppeck. Die Gruppe besteht nur aus Mädchen und jungen Frauen. Für den Mobilen Jugendarbeiter schon aus diesem Grund etwas ganz Besonderes: „Fast alle unsere Angebote richten sich an Jungs. Es ist toll, dass wir nun auch mal etwas für Mädchen anbieten können.”

Natürlich überlässt der Mobile Jugendarbeiter die Tanztruppe nicht einfach der Musikanlage und sich selbst. Mit Alexandra Maaßen und Laura Simons konnte er zwei junge Tanztrainerinnen gewinnen, die der Gruppe Beine machen.

Kostet? Keinen Cent!

Bezahlen müssen die Teilnehmerinnen keinen Cent für das Projekt. Für Olaf Tümmeler nicht der einzige Grund für die rege Teilnahme: „Viele Jugendliche möchten sich nicht mehr an einen Verein binden. Zu diesem Projekt kommen sie ganz freiwillig.” Das Konzept geht auf. Bislang bleibt der HipHop-Nachwuchs zusammen. „Ich finde es einfach toll, dass so was mal angeboten wird. Vorher habe ich freitags oft nur rumgehangen”, sagt die 17-jährige Vanessa Laakmann und Ivonne Stiel ergänzt: „Das ist einfach mal was Neues und ich habe viele nette Leute kennengelernt.”

Vielleicht kommen da auch noch ein paar dazu. „Die Gruppe ist offen für alle. Weitere Tänzerinnen sind herzlich willkommen”, sagt Tümmeler. Immer freitags trifft sich die Gruppe um 18 Uhr. Mechthild Lüneborg geht sogar noch einen Schritt weiter: „Vielleicht melden sich so viele Mädchen an, dass wir sogar ein zweites Projekt anbieten können.”

Auf ihren ersten Auftritt haben sich die Tänzerinnen auch bereits festgelegt. Am 30. August im Rahmen des Jugendtages auf dem Eschweiler Marktplatz soll erstmals vor großem Publikum getanzt werden. Dann wären Fehler auch nicht mehr ganz so lustig. Aber die Truppe hat ja noch genug Zeit zu üben.
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