Eschweiler - „Letzter Wille“: Veranstaltung informiert über Erbrecht

„Letzter Wille“: Veranstaltung informiert über Erbrecht

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Berät am 14. September mit anderen Experten des Erbrechts zum Thema „Letzter Wille“: Rainer Harnacke, Direktor des Amtsgerichts Eschweiler. Foto: Thomas Heibey

Eschweiler. Die Hochzeitsfeier ist genau geplant, die Hochzeitsreise ist gebucht und selbst die Versicherungen und Steuerklassen sind der neuen Lebensstellung „verheiratet“ angepasst. Ein Testament wird von den Jungvermählten jedoch als nicht erforderlich angesehen – es sind ja noch keine Kinder geboren.

Es ist eine weit verbreitet Fehlmeinung, dass der überlebende Ehegatte alleine erbt. Tatsächlich wird dieser mit Schwiegereltern, Schwägerin und Schwager nur Miterbe. Selbst wenn es nicht leicht fällt – die Frage, was mit dem Vermögen nach dem Tod geschieht, sollte sich jeder rechtzeitig stellen.

Das Amtsgericht Eschweiler gibt dazu im Rahmen einer Informationsveranstaltung am 14. September 2017 um 18:00 Uhr im Amtsgericht Hinweise und Empfehlungen. Der Direktor des Amtsgerichts Rainer Harnacke, Rechtspfleger Herbert Günther und die Notare Dr. Guido Kordel und Dr. Ulrich Bous informieren und beantworten Fragen.

Gibt es kein Testament und keinen Erbvertrag, tritt die gesetzliche Erbfolge ein. Es erben dann grundsätzlich nur die Verwandten sowie die Ehegatten und Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Die nahen Verwandten schließen die entfernteren Verwandten aus. Hatte der Erblasser Kinder, erben die Eltern oder Geschwister des Erblassers nicht. Der Lebensgefährte oder die Lebensgefährtin erben nichts, auch wenn man bereits Jahre zusammengelebt hat und selbst dann, wenn gemeinsame Kinder vorhanden sind.

Möchte man, dass jemand anders erbt oder eine Person nicht erben soll, kann man dies durch ein Testament oder einen Erbvertrag regeln – diese Dokumente gehen der gesetzlichen Erbfolge immer vor.

Ein eigenhändiges Testament muss komplett handschriftlich verfasst und unterschrieben sein. Wichtig ist, das Datum der Errichtung auf das Testament zu schreiben – Gültigkeit hat immer nur das aktuellste Testament. Wer sicher sein will, dass das Testament genau den eigenen Willen abbildet, sollte einen Notar beauftragen. Bei selbst erstellten Testamenten kommt es immer wieder vor, dass aufgrund einer unklaren Regelung die Erben in Streit geraten und teure sowie zeit- und nervenaufreibende Prozesse geführt werden.

Eheleute und Partner einer eingetragenen Partnerschaft können auch ein gemeinschaftliches Testament machen. Es enthält rechtlich zwei Verfügungen von Todes wegen – von jeder Seite eine. Es reicht aus, wenn einer das Testament handschriftlich verfasst, unterschreiben müssen aber beide. Beachten muss man jedoch, dass ein Widerruf von Verfügungen in einem gemeinschaftlichen Testament nach dem Tod eines Beteiligten in der Regel nicht mehr möglich ist.

Der Erbe tritt in die Fußstapfen des Erblassers – er erbt daher nicht nur das Vermögen, sondern auch die Schulden und tritt grundsätzlich in die Verträge des Erblassers ein. Übersteigen die Schulden das Vermögen, kommt in Betracht, die Erbschaft auszuschlagen. Die Ausschlags-Erklärung ist innerhalb von sechs Wochen beim Nachlassgericht oder bei einem Notar abzugeben. Sofern die Erben sich gegenüber Banken, Versicherungen oder anderen Dritten als Erben ausweisen müssen, benötigen sie einen Erbschein. Das Nachlassgericht erteilt auf Antrag einen solchen Erbschein.

Eine Anmeldung zur Veranstaltung am 14. September ist erforderlich und kann per E-mail unter verwaltung@ag-eschweiler.nrw.de oder telefonisch unter Telefon 02403/7007149 abgegeben werden.

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