Lesen und Schreiben ist Voraussetzung für Bildung

Von: ag
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Die Lesestart-Sets gibt es bei
Die Lesestart-Sets gibt es beim Kinderarzt: Das erste in Eschweiler verteilte Set erhielt Vera Bartz mit ihrer Tochter Hanna beim Besuch der beiden Bundestagsabgeordneten Thomas Rachel (links) und Helmut Brandt (Mitte) in der Praxis von Dr. Martin-Peter Flöhr (rechts). Foto: Andreas Gabbert

Eschweiler. Kinder, die mit Büchern und Geschichten aufwachsen, lernen besser lesen und haben mehr Spaß daran. Zuletzt hat die Pisa-Studie bestätigt, dass viele Jugendliche in Deutschland nicht gut genug lesen und schreiben können.

„Wer das ändern will, muss früh ansetzen und vor allem die Eltern motivieren, die bislang nur schwer Zugang zum Lesen finden”, sagt Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Rachel war vor kurzem in die Indestadt gekommen, um mit dem Bundestagsabgeordneten Helmut Brandt ein sogenanntes Lesestart-Set an eine Kinderarztpraxis in Eschweiler zu übergeben. Diese Sets sind Bestandteil von Deutschlands größtem frühkindlichen Leseförderungsprogramm „Lesestart - Drei Meilensteine für das Lesen”. Ziel des Von der Stiftung Lesen unterstützen bundesweiten Programm ist es, Lesen als Schlüsselkompetenz in der frühkindlichen Förderung zu verankern, um die Bildungschancen von Kindern zu verbessern.

26 Millionen Euro

Insgesamt werden 4,5 Millionen Lesestart-Sets, die ein altersgerechtes Buch sowie Informationen und Tipps für Eltern enthalten, werden in drei Phasen über Kinderarztpraxen, Bibliotheken und Grundschulen verteilt. Das Programm ist auf acht Jahre angelegt und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 26 Millionen Euro finanziert. Von der Maßnahme sollen Kinder aus drei Jahrgängen profitieren - insgesamt rund zwei Millionen.

„Lesen und Schreiben zu können - das ist die Grundvoraussetzung für Bildung”, erläutert Rachel sein Engagement. „Deshalb ermutigen wir mit unserem Programm die Eltern zum Vorlesen und die Kinder zum Lesen”. In Nordrhein-Westfalen erreicht „Lesestart - Drei Meilensteine für das Lesen” über rund 860 teilnehmende Kinderarztpraxen, die die Lesestart-Sets im Rahmen der sogenannten U6-Untersuchung verteilen, rund 60 Prozent der Familien mit Kindern im Alter von einem Jahr.

Das erste in Eschweiler verteilte Lesestart-Set erhielt Vera Bartz mit ihrer Tochter Hanna beim Besuch der beiden Bundestagsabgeordneten in der Praxis von Dr. Martin-Peter Flöhr. Sie findet die Aktion gut, beobachtet sie doch häufiger, dass Jugendliche beim Sprechen viele Abkürzungen benutzen und sich oft nicht richtig ausdrücken können. Sie hofft, ihre kleine Tochter in eine andere Richtung lenken zu können. Doch noch brabbelt Hanna mehr als zu sprechen. „Lesen schult das Sprachvermögen und den Wortschatz, aber bis dahin ist es bei uns noch ein weiter Weg”, sagt sie schmunzelnd.

Auch Martin-Peter Flöhr ist dem Projekt gegenüber positiv eingestellt: „Ich sehe, wie schwer sich Kinder mit der Sprachentwicklung tun. Logopädie wird immer öfter verordnet. Deshalb ist es wichtig, die Eltern zum Vorlesen zu animieren und die Kinder nicht vor dem Fernseher abzusetzen.”

Bei dem ersten Lesestart-Set soll es nicht bleiben. Bis November 2012 übergeben Kinderärzte das erste Set an die Eltern einjähriger Kinder aus drei Jahrgängen. Von November 2013 bis 2015 bekommen die dreijährigen Kinder und ihre Eltern ein zweites Set in der Bücherei. Zum Schulstart 2016, 2017 und 2018 wird allen Erstklässlern in ihrer Grundschule das dritte Lesestart-Set geschenkt.
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