Lernt der Drache Leo doch noch das Fliegen?

Von: ran
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Rachmin, der Vater des kleinen Drachen Leo, kann fliegen, wie Autorin Claudia Hann ihren staunenden Zuhörern und -sehern demonstrierte. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Geschichten eröffnen neue Welten, fördern die Fantasie und bereiten darüber hinaus Menschen jedes Alters einfach Spaß. Für die jüngsten können sie sogar ein wichtiges Element der Sprachentwicklung darstellen.

Nicht zuletzt deshalb unterstützen der Friedrich-Bödecker-Kreis NRW sowie das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW die frühkindliche Leseförderung an Bibliotheken.

Am Dienstagmorgen war nun die Autorin, Schau- und Puppenspielerin sowie Theaterleiterin Claudia Hann im Rahmen des Projekts „Lesestart - drei Meilensteine für das Lesen!“ in der Stadtbücherei Eschweiler zu Gast, um vor zahlreichen Kindern aus verschiedenen indestädtischen Kindertagesstätten die von ihr verfasste Geschichte „Kleiner Drache, flieg!“ vorzulesen, -zuspielen und -zusingen.

Lesekompetenz fördern

Fasziniert lauschten die dreijährigen Mädchen und Jungen den Worten, Gesten und Darstellungen der Leiterin des „Cassiopeia Theaters“ Köln, die den kleinen Drachen Leo, der sich trotz der Überredungskünste seines Vaters Rachmin und seiner Mutter Jule standhaft weigert, das Fliegen zu lernen, zum Leben erweckte.

„Das Vorlesen ist meiner Meinung nach eine Kultur für sich, die den Horizont öffnet und erweitert und für Kinder den Beginn der Bildung darstellt“, erklärte die studierte Pädagogin und Germanistin. Leider werde heutzutage das Vorlesen zu oft von Eltern vernachlässigt. „Erwachsene haben nicht selten Angst, dass Märchen für ihre Kinder zu bedrückend sind“, bedauert Claudia Hann. Entscheidend sei jedoch nicht nur, ob vorgelesen werde, sondern auch die Art und Weise. „Eltern sollten nach Möglichkeit eine Geschichte nicht ausschließlich vorlesen, sondern vorspielen, damit die Kinder die Geschichte wirklich erleben“, rät die Autorin.

„Das Projekt Lesestart´ umfasst drei Phasen und reicht vom Lesestart-Set´, das Eltern von Kleinstkindern beim Kinderarzt überreicht wird, über den Bereich Kindertagesstätte´ bis hin zum abschließenden Lesestart-Set´ für Grundschüler“, berichtet Bücherei-Leiterin Michaele Schmülling-Kosel. Der Grundgedanke dabei sei, allen Kindern die gleiche Chance bei der Sprachentwicklung zu bieten. So durften alle Kindertagesstätten-Kinder nach Ende der Lesung eine „Lesestart-Tasche“ mitnehmen, in der sich ein Bilderbuch sowie ein mehrsprachiger Leitfaden mit Tipps und Empfehlungen für Eltern befand.

„Generelles Ziel des Projektes ist es, einen ersten Grundstein zur Entwicklung der Lesekompetenz und der Freude am Umgang mit Sprache und Büchern zu legen. Dieser Grundstein ermöglicht den Kindern im späteren Leben die Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben“, so die Diplom-Bibliothekarin. Und da der Sozialisationsprozess, in dem sich die Lesekompetenz entwickle, bereits deutlich vor der Einschulung beginne, richteten sich diese Maßnahmen auch an Kinder in Kindertagesstätten.

„Dabei steht die ästhetische Wirkung von Sprache sowie die Freude an Worten und Geschichten im Vordergrund. Und darüber hinaus werden die Kinder bereits in jungen Jahren mit der Bibliothek als Ort der Lesefreude vertraut gemacht“, unterstreicht Michaele Schmülling-Kosel.

In Zukunft strebe die Stadtbücherei Eschweiler in Zusammenarbeit mit der Stiftung „Lesen“ an, regelmäßige Angebote für dreijährige Kinder präsentieren zu können. „Gehen wir auf die Verantwortlichen in Kindergärten zu, ist die Resonanz stets groß. Vor allem, wenn es sich dabei um Projekte für Kleinkinder handelt, die seltener im Blickpunkt stehen als die Vorschulkinder“, weiß sie aus Erfahrung.

Begeistert von der Lesung am Dienstagmorgen zeigten sich nicht nur die Kinder, sondern auch Claudia Hann: „Einmal mehr eine tolle Erfahrung mit einer großen Gruppe, die sehr konzentriert bei der Sache war. Es ist immer wieder schön, zu erleben, wie Kinder, die in der Regel mit einer geringen Erwartungshaltung zu einer Lesung kommen, nach deren Ende glücklich nach Hause gehen“, so die Autorin, die darauf hinweist, dass im August die Geschichte „Kleiner Drache, flieg!“ als Theaterstück für Kinder ab vier Jahre auf der „Cassiopeia“-Bühne, Bergisch Gladbacher Straße 501, in Köln zu sehen sein wird. Dann könnte es auch die Auflösung geben, ob Drache Leo doch noch das Fliegen lernt. Doch auch auf das Buch könnte (sollte) zurückgegriffen werden.

Mehr zum Thema: www.cassiopeia-buehne.de

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