Leichathletin sorgt mit 52 Jahren für Furore

Von: Hubert Meisen
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Schnell unterwegs: Dr. Sabine Thimm wurde im Trierer Moselstadion Rheinlandmeisterin. Foto: Hubert Meisen
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Schnell unterwegs: Dr. Sabine Thimm wurde im Trierer Moselstadion Rheinlandmeisterin. Foto: Hubert Meisen

Eschweiler/Köln. Am 6. Mai hatten wir über eine ehemalige Eschweiler Leichtathletin berichtet, die sich vorgenommen hatte, als 52-jährige Langstreckenläuferin an ihre Jugendzeit anzuknüpfen und künftig wieder Mittelstrecklerin zu werden. Sie wollte vor allem auf der 800-Meter-Strecke in ihrer Altersklasse (AK 50) für Furore sorgen.

Es handelt sich um Dr. Sabine Thimm, die heute in Koblenz lebt und deswegen für den TuS Rot-Weiß Koblenz startet. Was ist aus ihrem Vorhaben geworden?

Hier die Fakten zu den beiden wichtigsten Wettkämpfen. Die Frage war, inwieweit es möglich ist, die Umstellung von den langen Straßenläufen bis hin zum Marathon auf die Mittelstrecken zu schaffen. Nach dem Einstieg am 7. Mai in Aachen wurde es am 12. Juni ernst. Bei den Seniorenmeisterschaften des Leichtathletikverbandes Rheinland in Trier errang Sabine Thimm überlegen den Titel der Rheinlandmeisterin. Die gelaufene Zeit von 2:48,28 Minuten war nicht bedeutend, was bei diesem Meisterschaftsrennen an der mangelnden Konkurrenz in ihrer Altersklasse lag.

Bei einem Lauf zwölf Tage später in Aachen zeigte sich allerdings, dass es offenbar doch nicht so einfach ist, nach relativ kurzer Zeit den Umstieg von langen auf kürzeren Strecken zu bewältigen. Gute Trainingsergebnisse in den Wettkämpfen umzusetzen, ist oft eine schwierige Sache. Aber immerhin lief sie in Aachen 2:43,60 Minuten. Im letzten 800-Meter-Lauf der Saison schaffte sie es dann, die psychologisch wichtige „Schallmauer“ von 2:40 Minuten zu unterbieten. Im B-Lauf des stark besetzten Meetings in Schifflingen (Luxemburg) gelang es ihr, das Ziel in 2:39,47 Minuten zu erreichen. Erst in einigen Wochen wird man wissen, an welcher Stelle der deutschen Bestenliste sie in ihrer Altersklasse mit dieser Leistung landen wird. Nur zum Vergleich: Die derzeit schnellste 800-Meter-Läuferin des Kreises Aachen in der AK 50 lief vor 19 (!) Jahren 2:42,26 Minuten. Würde Dr. Sabine Thimm also einem hiesigen Verein angehören, wäre sie jetzt die neue Rekordhalterin.

Am 2. Oktober wurde sie nur so zum Spaß noch mal „rückfällig“ und lief zum Abschluss der Saison beim Köln-Marathon die Halbmarathonstrecke. Und siehe da: Sie kann es noch. Quasi mit nur wenig Langstreckentraining wurde sie Zweite von 458 (!) Teilnehmerinnen der AK 50. Mit ihrer Zeit von 1:35:12 Stunde war sie sogar 48 Sekunden schneller als im Vorjahr, als sie ebenfalls den 2. Platz belegt hatte und sogar über eine Minute schneller als beim Halbmarathon in Bonn im Frühjahr 2015.

Nun steht Dr. Sabine Thimm wahrscheinlich vor einer nicht so einfachen Entscheidung. Soll sie ihren Plan fortführen und weiterhin Mittelstrecken auf der Bahn laufen, oder zum Straßenlauf zurückkehren? Die Antwort wird vermutlich auch davon abhängen, was ihr mehr Spaß macht. Das Tempotraining für die Mittelstrecken oder die hohen Kilometerumfänge bei den Dauerläufen. Und was bevorzugt sie bei den Wettkämpfen? Die eher triste Atmosphäre vor leeren Rängen in den Stadien oder das „Event-Erlebnis“ bei den City-Läufen? Nur sie selbst wird das entscheiden. Und das ist gut so!

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