Lebensfrohe und ehrliche Lieder: Diethild & Klaus

Letzte Aktualisierung:
diethild2_
Sie begeisterten in einem sehr persönlichen und anrührenden Konzert die Zuhörer im voll besetzten Saal des Kulturzentrums Talbahnhof: Diethild & Klaus.

Eschweiler. Unter „familiär” stellt man sich ein Treffen in einem kleinen Kreis vor. Das war es nicht. Der Saal des Kulturzentrums Talbahnhof war randvoll, als die Liedermacher Diethild & Klaus dort auftraten. Und doch war es eine familiäre Atmosphäre, ein Konzert wie unter Freunden. Begeisterte Freunde, in diesem Fall.

Liedermacher - in dem Wort liegt etwas von dem altbackenen Charme der 60er und 70er Jahre, von der wehmütig verklärten Erinnerung an Hoffnungen, die dann doch enttäuscht wurden, und an Mut, der sich im Alltag verbraucht hat.

Manche Lieder, die Diethild Klein und Klaus Kläs am Freitagabend sangen, zur Gitarre, Konzertina und Mandoline, stammten auch aus jener Zeit. Aber mit jedem Lied, das die beiden Liedermacher vortrugen - einige Male unterstützt von Jonathan Klein am Piano - wurde deutlich, dass hier keine Vergangenheit beschworen wurde, sondern Mut gemacht für die Zukunft.

Diethild & Klaus geht es um Bewusstsein. Nicht um politisches Bewusstsein, wie den Liedermachern der 60er Jahre. Sondern um bewusstes Leben, um einen liebevollen Blick auf die Welt, um Offenheit, Freundschaft, Vertrauen - um das, was Menschen ausmacht.

Das sind dann zum Teil sehr persönliche Lieder, und gerade das machte dieses Konzert bewegend und authentisch. Als sie bei einem besonders anrührenden Stück, ihrem „Nachtlied”, einen falschen Akkord auf der Gitarre gegriffen hatte, lächelte Diethild ins Publikum: „Wenn ich so ergriffen bin, vergreife ich mich immer!”

Keine enttäuschten Hoffnungen also, und kein verbrauchter Mut. Im Gegenteil. Die Auswahl der Lieder machte klar, dass es eine Kontinuität gibt, dass es heute wie vor 40 und mehr Jahren darum geht, offen zu sein für andere Menschen und für die Zukunft.

„Komm an den Tisch unter Pflaumenbäumen” von Franz Josef Degenhardt sang das Duo, auch Reinhard Meys Lied von der Spieluhr. Mit dem „Jahreszeitenkarussell” hat das Duo sich ein Lied der kanadischen Folksängerin Joni Mitchell selbst übersetzt. Das bewegende „Gabriellas Lied” aus dem Film „Wie im Himmel” sang Diethild Klein in einer deutschen Übersetzung: „Es ist mein Lied für meine jetzige Lebenszeit.”

Eine Reverenz an einem weiteren Liedermacher aus der Region: „Du da oben” von Andreas Joerißen. Klaus Kläs sang es voller Herzlichkeit und Freundschaft - und bat den Autor, der auch im Publikum saß, auf die Bühne. Da rauschte herzlicher Beifall auf. Beifall auch für Jonathan Klein, der nicht nur mehrere Lieder begleitete, sondern auch mit einem Solo-Jazzstück von Friedrich Gulda brillierte.

Stimmungsvolle Bilder

Vor allem aber boten Diethild & Klaus eigene Lieder, ältere ebenso wie ganz neue. Lauter stimmige und stimmungsvolle Bilder waren das. Lyrische Szenen wie im Nachtlied („ein Mond wie aus Bernstein hängt über den Gärten, die Bäume und Sträucher durchblättert der Wind”) und kleine Lebensweisheiten wie „Leb deine Träume, lerne zu fliegen...” (aus: „Walzer im Wind”).

„Dein Herz sei leicht wie ein Lied” stand als Motto über dem Liederabend. Die Zuhörter zeigten nicht nur durch ihren Beifall, dass dieser Wunsch angekommen war. „Sie alle da unten”, wandte sich Klaus Kläs gegen Ende des Konzert auch dankbar ans Publikum, „Sie müssten hier mal rauf kommen auf die Bühne und runterschauen und sehen, wie schön das aussieht.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert