Leben im Seniorenheim: Für etwas „Luxus” heißts lange sparen

Von: Irmgard Röhseler
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Lebt seit rund einem Jahr im Haus Maria: Irmgard P. hat nach einigen Schicksalsschlägen in der Hehlrather Senioreneinrichtung wieder ihren Seelenfrieden gefunden. Die 87-Jährige nimmt an fast allen Aktionen teil, die das Haus zu bieten hat. Foto: I. Röhseler

Eschweiler. Wenn sie an früher zurückdenkt, füllen sich ihre Augen mit Tränen und ihr Blick schweift sehnsüchtig in die Vergangenheit. „Ach, wir haben eine so schöne Zeit miteinander verbracht, mein Mann, mein Sohn und ich”, sagt Irmgard P.. Die 87-Jährige ist seit drei Jahren sozusagen ganz alleine.

Vor drei Jahren starb ihr Mann. Den gemeinsamen Sohn verlor das Ehepaar, als der Junge 16 Jahre alt war. Schicksalsschläge, die Irmgard P. nur schwer verarbeiten konnte. Sie hatte, wie sie selbst sagt, die Freude am Leben verloren.

„Mittlerweile gehts aber wieder”, sagt die zierliche Frau. „Seitdem ich hier im Haus Maria ein neues Zuhause gefunden habe, fühle ich mich wieder wohl. Ich habe mich sehr gut eingelebt! Allerdings muss ich auch sagen, dass man selbst auch dazu beitragen muss, dass man sich versteht.” Und Irmgard P. sei eine Frau, die immer sehr zuvorkommend, höflich und gefällig ist, bestätigt Heimleiterin Maria Goskowitz-Conzen.

Als Irmgard P. am 17. Dezember 2008 ins Haus Maria umzog, sollte das zunächst nur vorübergehend sein. Denn ursprünglich wollte ihr Schwager ein Seniorenheim in der Nähe seines Wohnortes Dorsten suchen. Natürlich aus dem Grund, weil er seine Schwägerin dann öfter hätte besuchen können.

Doch Irmgard P. entschied sich anders. Denn während ihrer Kurzzeitpflege im Haus Maria gewann sie neue Freunde und ein neues Zuhause - und beides wollte sie nicht mehr missen.

Es geht ihr also im Grunde genommen wieder rundum gut. Sie bewohnt ein Zweibettzimmer und hat in ihrer „Bettnachbarin” eine liebe neue Freundin gefunden. „Wir beide verstehen uns prima”, strahlt Irmgard P.: „Wir kommen gut miteinander klar. Leider geht es meiner Zimmernachbarin im Moment nicht so gut und ich kümmere mich sehr viel um sie”, erzählt die 87-Jährige, die locker für 70 durchgehen würde.

Hautcreme und ein gutes Buch

Denn Irmgard P. sieht man das stolze Alter nicht an. Sie hat eine rosige, fast faltenfreie Haut, ist von schlanker Statur und noch in guter körperlicher und geistiger Verfassung. Auf die Frage, welches Wundermittel sie denn benutze, um noch so gut auszusehen, antwortet sie lachend: „Die gute Pflege machts. Und zwar geistig und körperlich!”

Dazu zählen regelmäßige Friseurbesuche, Fußpflege und eine intensive Körperpflege: „Ich creme mich täglich von Kopf bis Fuß ein!” und natürlich die geistige Fitness, wie z.B. das tägliche Zeitunglesen und Gymnastikübungen machen.

Dinge, die natürlich auch Geld kosten. Mit einem monatlichen Taschengeld von 96,93 Euro muss man schon ordentlich rechnen, was man sich leisten kann und was nicht. Da ist oft für eine etwas „teurere” Anschaffung oder für einen „Luxusartikel” monatelanges Sparen angesagt.

Wenn auch Irmgard P. eine bescheidene Frau ist, so wünscht auch sie sich - wie viele andere Senioren auch - manchmal etwas Besonderes, ein wenig Luxus. So freut die Seniorin sich beispielsweise darüber, wenn sie sich ihre geliebten Cremetöpfchen oder mal ein gutes Buch leisten kann. Leider ist das nicht jeden Monat möglich, denn wie gesagt: von ihrem Taschengeld müssen die Senioren u.a. Friseur, Fußpflege, Pflegemittel zahlen.
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