Lea und Dennis bereiten sich auf Südkorea vor

Von: mah
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Dennis und Lea Röhrig, den Blauen Gürtel tragend, werden von Meister Chae in Haidong Gumdo, der koreanischen Schwertkampfkunst, ausgebildet. Foto: Manuel Hauck

Eschweiler. Nach Südkorea reisen Dennis und Lea Röhrig zwar erst in zwei Monaten, aber die Vorbereitungen für die Mulimpia, die offene Weltmeisterschaft in den Kampfkünsten laufen bereits jetzt auf Hochtouren. In der Sportschule Chae werden der zehnjährige Dennis und seine zwei Jahre jüngere Schwester Lea vor allem in Taekwondo und Haidong Gumdo, der Schwertkampfkunst, von Meister Chae Seung-Eun ausgebildet.

Vor rund drei Jahren entflammte die Begeisterung für koreanische Kampfkunst bei Dennis und Lea. Körperliche Koordination brachten die Geschwister bereits mit, da die sie in einer Hip-Hop-Gruppe tanzten und Lea zusätzlich Balletttraining genoss. Der Weg führte vor allem deswegen zur Sportschule Chae an der Jülicher Straße, da Seung-Eun die koreanische Philosophie mit der Ehrfurcht vor den Techniken und Waffen der Kampfkunst besonders lebt.

Taekwondo und Schwertkampf stehen nun auf dem Trainingsplan von Dennis und Lea, die in diesen Disziplinen an der offenen Weltmeisterschaft im südkoreanischen Pyeongchang Mitte Juli teilnehmen werden. Lea erlernt darüber hinaus noch in Zusammenarbeit mit ihrer Tanzschule einen Schwerttanz, der nicht mit klassischer koreanischer, sondern mit poppiger Musik modern interpretiert wird.

Im Gegensatz zu Meisterschaften, für die man sich qualifizieren muss, können in Pyeongchang alle teilnehmen.Doch die den blauen Gürtel tragenden Geschwister erhielten von ihrem Meister Chae die Empfehlung und werden sich somit auf dem Weg nach Südkorea machen. Eine kostenintensives Vorhaben, da Familie Röhrig nicht nur die Teilnahmegebühren zahlen muss, sondern auch einige Tage vor der Meisterschaft anreist, so dass sich Dennis und Lea an die Zeitumstellung und das Klima gewöhnen können.

Zu Besuch bei einer Übungsstunde Haidong Gumdo – wörtlich übersetzt der Weg des Schwertes des Ostmeeres – wird deutlich, wie die Schwertkampfkunst physische und mentale Kräfte herausfordert. Nachdem sich Chaes Schüler aufwärmen und dehnen, nehmen sie, respektvoll mit zwei Händen vom Boden aufhebend, ihre hölzernen Kampfschwerter auf. Zunächst erproben die Schüler, vergleichbar mit Taekwondo, verschiedene Grundtechniken, darunter Angriffs- und Verteidigungsmöglichkeiten, Drehungen, Sprünge, lange Schritte und kurze Stellungen.

Dabei wechseln sich schnellere und dynamische Phasen mit Augenblicken der Ruhe ab. Ein kräftezehrendes und Konzentration erforderndes Training, denn nach wenigen Minuten ist der Atem der Schüler deutlich hörbar. Nach den Grundtechniken folgen Schrittfolgen des abgesprochenen Kampfes mit dem Ziel, die Techniken in flüssige Abläufe umzusetzen, so dass diese später routiniert eingesetzt werden können.

Neben den Kampfschwertern aus Holz können bei Haidong Gumdo auch Schwerter aus Schaumstoff oder Metall eingesetzt werden. Für die Disziplin des Papierschneidens kommt allerdings erneut das Holzschwert zum Einsatz. Die Klinge des Schwertes ist so scharf, dass ein großes, rund ein Meter langes Stück Papier mit einem Hieb durchtrennt werden kann. Auch hier ist Konzentration gefragt, da das große Blatt an entsprechenden Markierungen mit einem bis zu drei horizontalen Schnitten durchtrennt werden soll. Je näher die Schüler an der Markierung treffen, desto mehr Punkte gibt es.

Mindestens dreimal wöchentlich verbringen Lea und Dennis mehrere Stunden mit Taekwondo und Haidong Gumdo in der Sportschule. Regelmäßige Gürtelprüfungen und Turniere füllen den Terminkalender der Geschwister. Besonders vor der kurz bevorstehenden Meisterschaft in Südkorea trainieren die beiden noch häufiger, fahren sogar mit ihrem Meister Chae bis nach Bitburg, um gut vorbereitet in den Wettkampf zu gehen. Dennis muss an diesem Abend die Taekwondo-Stunde ausfallen lassen, die Mathematik-Prüfung am nächsten Tag hat Priorität.

Ohne Titelambitionen blickt Familie Röhrig auf die Meisterschaft in Südkorea. Dort, wo die Kampfkunst herkommt und Nationalsport ist, sei es schwierig, auf Titelangriff zu gehen. Nichtsdestotrotz freut sich die Familie auf die Teilnahme in und die Reise nach Pyeongchang.

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