Lanzarote statt Hurghada, Königsstädte statt Pyramiden

Von: Sarah Maria Berners
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Ob sich die Lage wieder beruhigt? Siegrid Löffler (rechts) hat bei Gabriele Küppers für Mai eine Nil-Kreuzfahrt, zwei Tage Kairo und ein paar Tage Strandurlaub gebucht. Derzeit sind die Eschweiler Reisebüros damit beschäftigt, sonnenhungrige Urlauber in andere Länder umzubuchen. Foto: Sarah Maria Berners

Eschweiler. Franz Jakob Lambertz hat das Wochenende am Telefon verbracht. „Wir mussten sehen, dass wir unsere Leute aus Ägypten rausbekommen”, erzählt der Reisefachmann aus der RFS-Agentur in der Neustraße.

Sein Reisebüro hat einen Schwerpunkt auf Reisen in das Land der Pharaonen gelegt, dort ist die Lage aber alles andere als stabil. Das Auswärtige Amt rät von Reisen in das nordafrikanische Land ab.

Wer in diesen Tagen eigentlich seinen Urlaub in Kairo, Alexandria oder Suez verbringen wollte, konnte sich aufgrund der Unruhen wieder in die Heimat fliegen lassen. Auch für einige Eschweiler war der Urlaub frühzeitig beendet. Wer die Pyramiden sehen oder Kairo erkunden will, kann das zumindest mit den meisten Reiseveranstaltern vorerst nicht mehr.

Nur Sonnenbaden geht noch

„Allenfalls in die Badeorte am Roten Meer können die Menschen noch fliegen”, sagt Fachmann Lambertz. Einige seiner Kunden seien am Wochenende aus diesen vor allem bei Tauchern beliebten Orten zurück gekommen und hätten berichtet, von den Unruhen nichts bemerkt zu haben.

Dennoch bieten viele Veranstalter auch bei diesen Reisen kostenlose oder kostengünstige Umbuchungen oder Stornierungen an.

Dabei ist gerade jetzt eine besonders beliebte Reisezeit. Deswegen hat auch Gabriele Küppers von der Flugbörse am Montag mit einem anstrengenden Arbeitstag gerechnet, an dem das Telefon nicht mehr still steht. „Bisher ist die Lage aber ruhig”, erzählt sie. Dennoch macht sich das Team auf jede Menge Arbeit gefasst. Derzeit können Pauschalurlauber nur ihre Ägypten-Reisen mit Abflügen bis zum 7. Februar umbuchen oder stornieren. „Wenn das verlängert wird, werden wir viel zu tun haben.”

Auch die Kunden von Reisefachmann Horst Jaeger sind besorgt. Soeben hat er einen Urlaub von Hurghada nach Lanzarote umgebucht. Die Kanaren sind für viele Sonnensucher ein Ausweichreiseziel. Allerdings ist es nicht immer einfach, ein passendes Angebot zu finden. Schließlich suchen sich die Urlauber ihr Ziel mit Bedacht aus. „Wetter, Unterkunft, Freizeit- oder Kulturangebote und natürlich der Preis müssen stimmen”, sagt Jaeger. Und der sei zum Beispiel auf den Kanaren meist höher. Außerdem sind auch dort die Kapazitäten begrenzt.

Donau statt Nil?

Während sich für einen Badeurlaub noch recht gute Alternativen finden lassen, sind überzeugende Ausweichziele für eine Nil-Kreuzfahrt rar. „Wir haben in einem solchen Fall Kunden nach Marokko umgebucht, sie machen nun eine Reise durch die marokkanischen Königsstädte”, erzählt Lambertz. Er steht in ständigem Kontakt nach Ägypten, um die Lage für seine Kunden einschätzen zu können.

„In solchen Situationen zeigt sich, wie wichtig ein direkter Ansprechpartner ist, der bei Umbuchungen oder Stornierungen helfen kann”, sagt Reisefachmann Horst Jaeger. Die Reisebüro-Inhaber und Mitarbeiter sind sich darin einig, dass sie in diesem Punkt einen ganz entscheidenden Vorteil gegenüber den Buchungen über das Internet haben.

Auch bei Siegrid Löffler sind die Unruhen Thema. Sie ist ins Reisebüro gekommen, um die Details ihres bereits gebuchten Ägypten-Urlaubes abzustimmen. Im Mai soll es losgehen: Nilkreuzfahrt, zwei Tage Kairo und anschließend für ein paar Tage an den Strand. „Bis dahin wird sich die Lage schon wieder beruhigt haben”, sagt sie zuversichtlich. Und wenn nicht, will sie ihre Reise irgendwann nachholen.

„Wir können nur abwarten, wie sich die Lage entwickelt”, sagt Gabriele Küppers. Ständig kommen Mails der Reiseveranstalter und Informationen des Auswärtigen Amtes auf den Rechnern der Reiseagenturen an.

Den Sommerurlaub sehen die Reisefachleute noch nicht gefährdet und auch die Kunden, die schon frühzeitig gebucht haben, verfallen noch nicht in Unruhe. Ägypten ist für die deutsche Touristik-Branche und damit auch für die Eschweiler Agenturen ein wichtiges Standbein. „Das Land liegt im Trend, das Preis-Leistungsverhältnis stimmt”, sagt Jaeger. Und Ägypten ist auf Touristen angewiesen. Allein aus diesem Grund sind die Agenturen zuversichtlich, dass schon bald alles wieder geregelt läuft. Die politische Lage halten sie im Blick.
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