Lange Zeitreise beginnt an der Dürener Straße

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Längst vergangene Zeiten - und doch irgendwie vertraut: Die Dürener Straße um 1906. Foto: Fotoarchiv des Eschweiler Geschichtssvereins

Eschweiler. „Kultur in Bewegung - Reisen, Handel und Verkehr”, unter diesem Motto werden den Besuchern am 12. September, dem „Tag des offenen Denkmals”, viele Denkmäler geöffnet und gezeigt. Das Motto beim Wort genommen, geht es in Eschweiler in diesem Jahr auf die Reise durch die Geschichte der Dürener Straße und einiger anliegender Gebäude.

Die Dürener Straße ist eine der ältesten Straßen in Eschweiler und war lange Zeit die Hauptstraße durch den ursprünglichen Teil der Stadt. Sie verläuft in etwa in Ostwestrichtung auf einer ersten Anhöhe nördlich der Inde und folgt den Schwüngen des Flusslaufes. Sie verband in den früheren Zeiten den Ort mit der in Nordsüdrichtung laufenden Verbindungsstraße zwischen Jülich und Stolberg, nach Westen und Osten mit der Straße zwischen Aachen und Köln.

Gesellschaftliches Zentrum

An der Dürener Straße liegen die Kirche St. Peter und Paul, mit Turmunterbau aus romanischer Zeit, und südlich der Kirche der Marktplatz, das wirtschaftliche und gesellschaftliche Zentrum des Ortes.

An ihr wurde ab ca. 1818 das Rathaus, das jetzige Hotel, im repräsentativen klassizistischen Stil errichtet und diente im Laufe der Zeit zum Teil als Schule und der Unterbringung verschiedener Verwaltungsaufgaben.

An ihr siedelten sich ab dem ersten Drittel des 19ten Jahrhunderts wohlhabende Industrielle und Kaufleute, Ärzte und Apotheker an. Aus dem Rittergut „Kirschenhof” wurde das Wohnhaus der Familie Englerth und später die Eschweiler Bank.

Doch auch die Spuren aus der Zeit vor dem 19. Jahrhundert, lassen sich in einigen Bauten an der Dürener Straße noch erkennen. Ehemalige Hofanlagen sind Zeugnis dafür, dass die Lebensgrundlage der Bewohner vor dem Industriezeitalter die Landwirtschaft war.

Höhepunkte des öffentlichen Lebens auf der Dürener Straße, die einmal die erste Adresse von Eschweiler war und bis 1815 Hauptstraße hieß, waren die Besuche vom preußischen Kronprinzen und anderen staatstragenden Preußen, wie die Generäle von Moltke und von Manteuffel u.a. Dass ab 1897 die Straßenbahn durch die Dürener Straße lief und später der Autoverkehr, wurde erst in modernerer Zeit als Einschränkung der Wohn- und Lebens-qualität der Straße empfunden.

Heute ist die Dürener Straße nicht mehr die Hauptstraße, da Verkehr und Anbindung der Stadt auf die Indestraße, unmittelbar am Fluss, verlegt wurden. Dennoch ist viel vom historischen Charakter der Dürener Straße erhalten geblieben und lässt sich gut vereinbaren mit den veränderten Nutzungen des Wohnens und von Büros und Dienstleistungen.

Über diesen Wandel wird unter dem Thema „Verkehr und Handel im Wandel auf der Dürener Straße” am 12. September 2010 in einer Ausstellung im Rathaus und mit Führungen durch die Ausstellung und die Dürener Straße mit Einblicken in die Häuser Dürener Straße 25, 60 und 77 berichtet.

Archive durchsucht

Der Eschweiler Geschichtsverein und die Untere Denkmalbehörde der Stadt Eschweiler haben ihre Archive durchgesehen und Fotos und Pläne zu einzelnen Aspekten der Geschichte der Dürener Straße in einer Ausstellung vereinigt. Der durch die Mitarbeiterinnen der Unteren Denkmalbehörde vorbereitete Gang durch die Dürener Straße findet unter sachkundiger Führung des Eschweiler Geschichtsvereins statt. Die Eigentümer der Häuser Dürener Straße 25, - Adlerapotheke - und 60, - Haus Lersch - gewähren bereitwillig Einblicke in das Innerste ihrer Häuser.

Die Zeitreise durch die Geschichte der Dürener Straße beginnt um 10.30 Uhr mit der Ausstellungseröffnung im Foyer des Eschweiler Rathauses, Johannes-Rau-Platz 1, durch Bürgermeister Rudi Bertram.

Als weiteres Programm ist vorgesehen: 10.30 Uhr bis 17 Uhr Ausstellung im Foyer des Rathauses; 11 und 14.30 Uhr Führungen durch die Ausstellung; 11.30 und 15 Uhr Führungen durch die Dürener Straße mit dem Eschweiler Geschichtsverein mit Besichtigungen von Dürener Straße 25, 60 und 77, Treffpunkt: Rathausfoyer.
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