Lachsalven für die Luschen vom Ausbilder

Von: Dirk Müller
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Dank seines großen „Sex-Appe
Dank seines großen „Sex-Appells” wird Ausbilder Schmidt im Talbahnhof mit Damenunterwäsche beworfen. Foto: Dirk Müller

Eschweiler. Sein Sohn trägt den beliebten Doppelvornamen „Ruck-Zuck”, sein bester Freund ist der Panzer „Leo”, seine Hebamme war Chuck Norris, sein eigener Vorname ist „Ausbilder” und sein Publikum spricht er stets herzlich an.

So auch am Wochenende im Talbahnhof, als Ausbilder Schmidt die vielen Zuschauer mit „Hallo, ihr Bettnässer!” begrüßte. Amüsiert statt beleidigt, skandierte das Publikum „Hallo, Chef!” zurück - in freudiger Erwartung der Show des Mannes, dessen „Blut nicht fließt, sondern marschiert”. Schmidt begeisterte mit seinem Jubiläumsprogramm „Happy Birthday, du Lusche”, machte aus dem Talbahnhof einen humoristischen Exerzierplatz und erntete dafür reichlich Lachsalven.

Vor zehn Jahren erfand Holger Müller die Kunstfigur Ausbilder Schmidt, die seit dem die Comedy-Landschaft der Republik bereichert. Der Geburtstag des Ausbilders wurde jetzt auch im Eschweiler Talbahnhof frenetisch gefeiert: Das Publikum war außer Rand und Band, überreichte Schmidt Blumen, warf Stofftiere und Damenunterwäsche auf die Bühne. Die Blumen und die Stofftiere hatte der Ausbilder wohlweislich selbst mitgebracht und zuvor im Saal verteilt, ebenso wie die Damenunterwäsche.

Zwischen zwei kräftigen Schlücken aus der Feldflasche spekulierte Schmidt, welche Enthüllungen in „Sachen Wulf” noch ins Haus stehen. „Vielleicht eine Affäre mit Angela Merkel und ein gemeinsamer Sohn, der FDP-Vorsitzender ist”, mutmaßte der Ausbilder. In der Folge verzichtete der Comedian weitgehend darauf, auch nur ansatzweise politisch korrekt zu sein. Eine Kostprobe: „Wenn Gott gewollt hätte, dass wir keine Tiere essen, hätte er sie nicht aus Fleisch gemacht.” Seine Scherze waren oft bitterböse, kamen aber sehr gut beim Publikum an, wobei Schmidt auch von seinem enormen „Sex-Appell” profitierte. Und davon, dass er häufig die Zuschauer mit in sein Programm einbezog.

Einen Gefreiten im Saal beförderte er kurzerhand zur „Oberlusche” und nahm auch einige humoristische Anregungen aus dem Publikum, das den Ausbilder teilweise selbst zum Lachen brachte, mit. Köstlich beschrieb Schmidt die Ausbildung der Rekruten, die zum Beispiel gegen Schmerzen abgehärtet werden, indem sie einen Mitgliedsantrag bei der Alemannia Aachen ausfüllen müssen. Er erläuterte den Tagesablauf der neuen Freiwilligen bei der Bundeswehr, von denen er einigen ein Zeugnis „Niveau achte Klasse Baumschule, Hauptfach Kneten” ausstellte: „4.35 bis 4.36 Uhr: aufstehen, duschen, anziehen, antreten. 4.37 Uhr: erster Anschiss. 5.37 Uhr: erster Anschiss zu Ende.” Unter den vielen von ihm ausgebildeten Rekruten seien „Luschen”, „Top-Luschen” und „Luschen de Luxe” gewesen.

Der renommierte „Panzerflüsterer” erinnerte sich an prominente Rekruten wie Peter Maffay, Herbert Grönemeyer, Klaus Kinski und Udo Lindenberg und stellte damit sein parodistisches Talent unter Beweis. Außerdem unterhielt Schmidt das Publikum glänzend mit seiner Handpuppe „Zivi”, und auch bei Ausflügen zu Film und Fernsehen blieb kein Auge trocken. Der Ausbilder erschien für eine Sequenz von „Der weiße Hai” in einem gewagten Badeanzug auf der Bühne, machte die TV-Serien „Marienhof” zu „Kasernenhof” und „Verbotene Liebe” zur „Verlorenen Schlacht”.

Nach zweistündigem Dauerbeschuss der Lachmuskeln verabschiedete Schmidt sich unter tosendem Applaus vom Eschweiler Publikum, um sich auf den Weg in seine „Heimatkaserne” zu machen. „Die ist in Köln, das ist ja nicht weit, da kann man auch mal zu Fuß hingehen”, schloss Holger Müller alias Ausbilder Schmidt. Na denn.
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