L238n: Neue Verkehrsader zwischen Eschweiler und Stolberg

Von: Rudolf Müller
Letzte Aktualisierung:
spaten5_
Direkter Weg nach Pumpe: Dort, wo auf dem Luftbild „L 238” vermerkt ist, rollt der Verkehr bereits seit zehn Jahren über den ersten Bauabschnitt der Entlastungsstraße., um dann in engem Boigen auf die K 15 zurückgeleitet zu werden. Teil 2 beginnt auf dem Hohen Stein, überquert dort die Bahnstrecke und führt bis zur Phönixstraße. Ab 2013 soll die Westumgehung dann nicht mehr Richtung Kreuzung Stolberger Straße/Stich geleitet werden, sondern geradeaus weiter nach Stolberg führen.

Eschweiler. Spaten haben in diesen Vorwahltagen Hochkonjunktur. Ebenso wie Grundsteine. Den Bürgern soll´s nur Recht sein, wenn Politiker sich im Glanz dessen sonnen, was die Männer und Frauen vom Bau in den folgenden Monaten leisten.

Immerhin kommen die Bauvorhaben - ob Schulerweiterung oder Umgehungsstraße - unmittelbar der Bürgerschaft zugute. Und auf manche dieser Segnungen haben ungezählte Mitmenschen oft seit Jahren gewartet.

So wie auf den Weiterbau der Landesstraße 238 n. Die wurde anno 2000 an der Aachener Straße begonnen und über eine Brücke zum Hohen Stein geführt. Von dort geht´s bisher scharfkurvig und steil runter zur Odilienstraße. Das soll in gut zweieinhalb Jahren anders sein: Dann führt die Straße über den Hohen Stein weiter bis zur Phönixstraße, auf die sie einige Dutzend Meter unterhalb der heutigen Kreuzung Phönixstraße/Stolberger Straße/Stich trifft. Die Kreuzung wurde bereits vor einigen Jahren umgebaut, um den zu erwartenden Verkehrszuwachs durch die neue L 238 aufnehmen zu können.

Dabei ist die Hauptverkehrsader Richtung Stolberg schon heute mehr als ausgelastet. „Über 13.000 Fahrzeuge täglich rollen durch Röthgen und Stich”, wusste auch NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper, der gestern zum 1. Spatenstich für den 2. Bauabschnitt nach Eschweiler gekommen war. „Darunter sind 700 Schwerlastfahrzeuge.” Und es wird immer schlimmer - mit allen Konsequenzen für die Anwohner: „Mitunter telefonieren Nachbarn lieber über die Straße hinweg miteinander als sie selbst zu überqueren.”

Mit der neuen Strecke werde die Ortsdurchfahrt deutlich entlastet, betonte Lienenkämper. „Wir rechnen mit bis zu 30 Prozent weniger Verkehr auf dem bestehenden Straßenzug.”

Fast sieben Millionen Euro investiert das Land in den 1,8 Kilometer langen 2. Bauabschnitt. Begonnen wird das Vorhaben mit dem Bau einer Brücke, die einen Wirtschaftsweg über die künftige L 238n führt.

Doch zuvor hieß es feiern. Zahlreiche Gäste aus Politik und Verwaltung waren gestern zur Konkordiastraße gekommen, um den ersten Spatenstich zu dem Millionenprojekt mitzuerleben. „Der erste Spatenstich ist immer etwas ganz besonderes. Er gibt das Signal, dass es losgeht. Die Planungen sind abgeschlossen. Wenn die "Weiße-Kragen-Täter" fertig sind, dann nehmen die Bauleute endlich die Schüppe in die Hand!”, formulierte Ralf Pagendorf, Geschäftsführer des Landesbetriebs Straßenbau NRW.

„Die ersten Spatenstich zählen in meinem Amt mit zu den schönsten Aufgaben: Mit relativ wenig körperlichem Aufwand lässt sich viel bewegen.” Pagendorf ließ auch Franz Kafka zu Wort kommen, in dessen Nachlass sich ein Text mit der Überschrift „Es war der erste Spatenstich” fand. Darin heißt es u.a.: „Du hast diese Aufgabe, hast zu ihrer Ausführung soviel Kräfte als nötig sind, Zeit ist dir genügend freigelassen, den guten Willen zur Arbeit hast du auch. Wo ist das Hindernis für das Gelingen der ungeheueren Aufgabe? Verbringe nicht die Zeit mit dem Suchen des Hindernisses, vielleicht ist keines da.”

Keines gefunden haben die Planer jedenfalls mit Blick auf die Ökologie: Die neue Straße nimmt insgesamt 4,4 Hektar in Anspruch. Als Ausgleich werden 8 Hektar Sukzessionsflächen auf den Böschungen des Hohen Steins entwickelt und mit standorttypischen Bäumen und Sträuchern bepflanzt. „Wir haben die Ökologie im Blick”, betonte Minister Lienenkämpfer, „aber im Vordergrund steht der Mensch.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert