Kurzweiliger Comedy-Abend mit Klaus-Jürgen „Knacki“ Deuser

Von: mlo
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Sorgte für jede Menge Heiterkeit bei seinem Publikum im Talbahnhof: Klaus-Jürgen „Knacki“ Deuser. Foto: Marie-Luise Otten

Eschweiler. In England und den USA spielen Stand-up-Comedians 60 bis 70 Minuten am Stück und haben zusätzlich vorneweg immer einen Überraschungsgast dabei. Mit seinem neuen gesellschaftskritischen Programm „Seltsames Verhalten“ holte Knacki Deuser diese Tradition auch auf die deutschen Bühnen.

Ein Mann, ein Gast, ein Mikro – mehr braucht es nicht, um die Zuschauer in die amerikanische Stand-up-Tradition eintauchen zu lassen. Bei seinem Gastspiel im Eschweiler Talbahnhof erschien also zunächst die Kölnerin Vera Deckers, eine studierte Diplom-Psychologin, die den Austausch geschafft hatte und immer noch das Helfersyndrom hatte. Sie berichtete über die absurdesten Handy-Erlebnisse, die sie im Zug von Hamburg nach Köln unfreiwillig belauscht hatte, von Delfingesängen zum Einschlafen und autogenem Training bei „Frau Trompeterzipfelböcker“.

Den „Klatsch Mini Handtaschen“ stellte sie die schwerer werdenden Handtaschen der älteren Bevölkerung gegenüber, und was es mit der dekorativen Mode auf sich hat, beschrieb sie mit den Zehen-Winterstiefeln. Am schlimmsten empfand sie die Callcenterfreundlichkeit, in denen dreißig Mal ihr Name gesagt wurde. Aus der Welt der Technik nahm die erfahrene Komödiantin den Terror mit den Selfies und Whatsapp hintergründig auf die Schippe, so dass die Lachmuskeln 20 Minuten lang ordentlich strapaziert wurden.

Nach einer kurzen Pause machte Klaus-Jürgen (Knacki) Deuser, der „Lord des Stand-ups“ den Abend zu etwas Besonderem und beleuchtete die eigenen komischen Konflikte mit der Welt. In der Mischung aus Comedy, mit Bällen jonglieren und Steppen erzählte er seine Geschichten aus Alltagssituationen und gab pointierte Darstellungen von Personen und öffentlichen Ereignissen. Blitzschnell schleuderte er eine Pointe nach der anderen raus und feuerte bissige Spitzen und rasante Verbalattacken ab. Nicht nur Angela Merkel bekam ihr Fett weg, auch Wolfgang Schäuble und Jannis Varoufakis gerieten ins Schussfeld.

Der Titel seines Programms „Seltsames Verhalten“ sagte eigentlich schon alles. „Um der Angst, die überall lauert, entgegen zu treten, brauche der Deutsche mehr Humor“, so der charmante Entertainer, denn die „faszinierende Welt biete viele Chancen“ und zwinge jeden einzelnen, Stellung zu beziehen, damit Hass und Intoleranz keinen Platz haben.

Die „korrekten, konditionierten und verkopften“ Deutschen verglich er mit den viel lockeren Amerikanern. Etwas verändern könne nur, wer locker und gut drauf sei und an sich arbeite. Deuser hatte die Eigenarten der Figuren tief in sich aufgenommen und forderte die „Legalisierung der Drogen für Selbstmordattentäter“ oder einen „Kommunikationsknigge“.

Voller Esprit und sehr direkt sprach er die Probleme der Jugendlichen heutzutage an. „Wegen G8 können sie keine Betten mehr machen, wie es die Ikea-Kette nach einer Kissenschlacht für eine Abiturklasse forderte und unter Schulwandertag verstehen die Schüler heute das Wandern um die Schule.“ Zum Schluss gab es Stepptanz auf Musik von BAP. Dafür hatte Knacki Birkenstocksandalen mit je zwei Metallplättchen präpariert. Das Publikum hatte viel Spaß und ging mit einem guten Gefühl nach Hause.

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