Eschweiler - Kunstsammlung: „Stilles Leben?“ im Talbahnhof

Kunstsammlung: „Stilles Leben?“ im Talbahnhof

Von: jlm
Letzte Aktualisierung:
5683099.jpg
„Stilles Leben?“ lautet der Titel ihrer gemeinsamen Ausstellung im Kulturzentrum: Mechthild Roth-Reinecke und Angelika Schneeberger (rechts). Foto: Julia Meuser

Eschweiler. „Stilles Leben?“ Um dieses Thema dreht sich derzeit alles in der Galerie des Eschweiler Kunstvereins im Talbahnhof Eschweiler. Dort können Kunstinteressierte eine Ausstellung mit Gemälden von Angelika Schneeberger und Fotografien von Mechthild Roth-Reinecke bestaunen. Doch gibt es überhaupt ein stilles Leben?

Diese Frage warf die Kulturhistorikerin Nora Probst in ihrer Eröffnungsrede auf und lud die zahlreich Versammelten zugleich ein, selbstständig auf Spurensuche zu gehen. „Hinter den Exponaten befinden sich wundersame Geschichten“, erklärt sie. Alltägliches sei dabei gar nicht so unbedeutend, wie es auf den ersten Blick scheine, so die Kulturhistorikerin. So erinnere sie der bloße Anblick eines Fernglases stets an ihren Großvater, der als Jäger auch in bereits fortgeschrittenem Alter im Rollstuhl vom Fenster aus die Rehe beobachtet habe.

Gegenstände, die sonst eigentlich wenig Aufmerksam erhalten, sind hier Protagonisten. Jedes der Ausstellungsstücke lade so zu Assoziationen ein, hinter jedem würden persönliche Erinnerungen und Erlebnisse stecken, Geschichten, die das Leben schrieb. Bilder seien hier Ausschnitt eines größeren Ganzen, die Geschichten andeuten.

Bei ihrer Kunst „geht es den Künstlerinnen jedoch weniger um täuschend echte Abbildungen, sondern viel mehr um einen fruchtbaren Dialog“, ergänzt Nora Probst. Da Angelika Schneeberger und Mechthild Roth-Reinecke beide im Kunstzentrum Signalwerk in Frechen tätig seien, seien sie so auf den jeweils anderen und dessen Kunst aufmerksam geworden.

Ihre Werke behandeln eine ähnliche Thematik, eine „Wesensverwandtschaft“, wie Nora Probst es beschreibt, „Berührpunkte der gemeinsamen Formsprache“. Bei dem Dialog zwischen Malerei und Fotografie handele es sich um eine effektvolle Verbindung, da jedes Genre sich der Elemente des jeweils anderen bediene. Dies wird unter anderem besonders deutlich, wenn man sich die Kohlezeichnungen mit fotografischem Charakter einmal genau betrachtet. Die Fotografin Mechthild Roth-Reinecke bringt das Phänomen auf den Punkt: „Es handelt sich hier um gemalte Fotografien und fotografierte Gemälde.“

Nach dieser aufschlussreichen und informativen Eröffnungsrede ging so manch einer bedächtig seinen Weg durch die Ausstellungsräume und betrachtet die Exponate nun aus einem neuen Blickwinkel. Und auch die Künstlerinnen, für die dies die erste gemeinsame Ausstellung ist, sind zufrieden. „Die Rede war total schön“, schwärmen beide „Es ist schön, sich von Außenstehenden so verstanden zu fühlen“.

Die 1949 in Wuppertal geborene Angelika Schneeberger ist nach zahlreichen künstlerischen Ausbildungen und einer Weiterbildung an der Europäischen Kunstakademie Trier bereits seit 2002 freiberuflich im eigenen Atelier tätig.

Mechthild Roth-Reinecke wurde 1951 in Euskirchen geboren. Nach dem Studium der Fotografie an den Kölner Werkschulen leitet sie seit 1980 Fotokurse im eigenen Atelier. Seit 1983 ist sie schließlich als Freischaffende Fotografin tätig mit dem Arbeitsschwerpunkt Landschaft, Architektur, Stillleben und Reisefotografie und stellt ihre Fotografien im In- und Ausland aus.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert