Kunstrasen erhitzt Gemüter im Rathaus

Von: Tobias Röber
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Auf dem Nothberger Ascheplatz wird wohl nicht mehr lange gekickt. eine Spielgemeinschaft der Jugendmannschaften von Hastenrath und Nothberg gibt es bereits. Aber was geschieht mit dem neuen roten Vereinsheim, das erst vor wenigen Jahren gebaut wurde? Foto: Tobias Röber

Eschweiler. Es ist und bleibt ein emotionales Thema: Die geplante Fusion der Fußballvereine FC Preußen Hastenrath und SV Nothberg sowie die damit zusammenhängende angedachte Errichtung eines Kunstrasenplatzes in Hastenrath. Am Mittwochabend wurde im Sportausschuss intensiv diskutiert.

„Ich fühle mich verarscht“, sagte Volker Willms (FDP). Der Hintergrund: Als vor einigen Jahren der Bau eines neuen Heimes auf dem Nothberger Sportplatz beschlossen wurde, habe der Verein für die Zukunft andere Mannschaftszahlen genannt, als sie sich nun darstellen. „Das sind unsere Steuergelder. Mit dem Bau eines solchen Heimes ist auch Verantwortung verbunden“, so Willms. Der Meinung seiner Fraktion nach, solle man erst die Fusion und die Entwicklung der Mitgliederzahlen abwarten und dann in einem weiteren Schritt Steuergelder für einen Kunstrasen ausgeben. Das sagte auch Erich Spies (UWG): „Nachher bauen wir einen Kunstrasen und es gibt keine Fusion.“

Zehn Mannschaften

Die Situation derzeit: Die beiden Vereine haben zusammen sieben Jugendmannschaften. Anfangs waren es acht, aber für die F-Jugend waren zu wenige Kinder da. Von diesen sieben Mannschaften laufen sechs Mannschaften als Spielgemeinschaften und zwar entweder als Nothberg/Hastenrath (dann ist Nothberg sozusagen federführend beim Verband) oder umgekehrt. Die Bambini-Mannschaft, die E2 und die D2 laufen über Hastenrath, die E1, D1 und die C-Jugend über Nothberg. Ab dem Winter soll noch eine F2-Jugend hinzukommen, die aus der Kooperation mit der Grundschule Bohl hervorgegangen ist. Die B-Jugend läuft nicht als Spielgemeinschaft. Der Grund: Nothberg hat nur zwei B-Jugendliche. Da die B-Jugend über Hastenrath läuft, dürfen diese beiden auf Grund einer neuen Regel des Fußballverbandes noch in der C-Jugend spielen. Diese B-Jugend soll ab dem kommenden Sommer als A-Jugend auflaufen. Hinzu kommt eine Seniorenmannschaft beim SV Nothberg, derer zwei bei Preußen Hastenrath.

Nun geht es bei den Diskussionen nicht um das 300 000 Euro teure und aus Mitteln des Konjunkturpakets II finanzierte Heim, sondern um die Fusion und einen neuen Kunstrasenplatz. FDP, UWG und Grüne waren sich einig: Fusion ja, Geld für einen Kunstrasenplatz nein! Daher stimmten sie auch gegen die Einstellung der erforderlichen Mittel in den Haushalt.

Dieter Kamp sagte aus Verwaltungssicht dazu: „Es gibt die feste Absicht der beiden Vereine: Ja, wir wollen fusionieren.“ In einem Schreiben der beiden Vereine, das von den Vorsitzenden Heinz Hahn (Nothberg) und Stefan Harter unterzeichnet ist, heißt es: „Beide Vorstände haben sich in den bisherigen Gesprächen deutlich angenähert, sind sich aber auch einig, dass ein neuer Verein nur auf einer gemeinsamen Sportanlage zusammenwachsen kann.“ Weiter heißt es: „Der SV Nothberg ist sogar bereit, seine Heimat, die Knippmühle, zu verlassen. Dies ist gewiss kein leichter Schritt, dokumentiert aber die Ernsthaftigkeit, die beide Vereine an den Tag legen, um die Vereinsfusion zu bewerkstelligen.“

Aber braucht der Verein dazu einen Kunstrasenplatz? „Ja“, sagen die einen, „Nein“, die anderen. Fakt ist: Der Hastenrather Ascheplatz müsste im kommenden Jahr für rund 100 000 Euro saniert werden. Es wird mit Investitionen für einen Kunstrasen in Höhe von 500 000 Euro in Hastenrath gerechnet. Das Konzept der Vereine und die Vorlage der Verwaltung gehen davon aus, dass dies unter anderem mit dem Verkauf der Fläche in Nothberg „gegenfinanziert“ werden könne. Zum Thema Nothberger Vereinsheim äußerte sich Dieter Kamp auch noch. Dieses könne ohne großen Aufwand anderweitig genutzt werden.

Bleibt die Frage, ob ein Kunstrasen mehr Mitglieder anlockt. Auch da gehen die Meinungen auseinander. So sagte Helmut Brief (CDU), dass die Mitgliederzahlen bei Vereinen mit Kunstrasen steigen. Der neue Sachkundige Einwohner Wilfried Schmitz und Volker Willms äußerten eine andere Meinung. Demnach sei es nicht wichtig, auf welchem Untergrund man spiele, sondern lediglich, dass gute Jugendarbeit geleistet werde.

Die Signalwirkung für andere Vereine hob Christoph Herzog, zum einen Ausschussmitglied und zudem Vorsitzender des Stadtsportbundes sowie als Vorsitzender der Wasserfreunde Delphin Eschweiler Experte in Sachen Fusion, hervor.

SPD und CDU unterstützen die Vorlage der Verwaltung. Wohl wissend, dass die Maßnahme unter dem Vorbehalt der aufsichtsbehördlichen Genehmigung der Haushaltssatzung steht.

In den nächsten Tagen sind neben den Politikern die Vereinsmitglieder an der Reihe. Sie werden über die Fusion abstimmen und dann muss auch noch ein neuer Vereinsname gefunden werden. Eines ist klar: Emotional bleibt es in jedem Fall.

Die endgültige Entscheidung trifft der Stadtrat am 11. Dezember.

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