Kunst, um ein schönes Stück Welt zu retten

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memory of colors
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Eschweiler. Das Baby von einst ist ganz schön groß geworden: War sie in ihren Anfängen fast ausschließlich ein Forum für einige Eschweiler Künstler, so ist sie inzwischen zu einer Großveranstaltung in Sachen Kunst mit internationalem Charakter herangewachsen: Erstmals geht die Art Open Eschweiler in diesem Jahr über zwei Tage.

Und präsentiert dabei in 50 Ausstellungen an 32 Standorten sage und schreibe 90 Künstler. Am kommenden Wochenende führt in Eschweiler kaum ein Weg vorbei an Kunst und Künstlern, darunter etliche aus dem diesjährigen Partnerland Ftrankreich. Zu Kunst aus den Sparten Malerei/Fotografie/Cartoons/Skulpturen/Literatur. Dazu gibts spannende Sonderausstellungen, wie „Memory of Colors - Menschenbilder rund um den Globus” im Rathaus, Hartmut Ritzerfelds „Kreuzgang” in der St.-Peter-und-Paul-Kirche, „Ost-Art” in der Bürgerbegegnungsstätte an der Moselstraße und die Ausstellung der Wattrelos-Künstler im Rathausfoyer.

Einen ganz besonderen Stellenwert in der breiten Palette des Gebotenen nimmt zweifellos die Foto-Ausstellung des französisch-kolumbianischen Künstlers Jaime Ocampo-Rangel im Rathaus ein.

Im Jahr 1999, während eines Urlaubs in Kolumbien, begegnete Ocampo-Rangel dem Eingeborenenstamm der Kogui-Menschen. Er porträtierte diese ursprünglichen Naturmenschen und in ihm wurde ein Wunschtraum geweckt, der sein Leben völlig verändern sollte.

Nach zwei sehr erfolgreichen Ausstellungen in der Unesco (2010) und im Europäischen Patent-Amt macht diese Ausstellung mit überdimensionalen, phantastischen Porträtfotos jetzt Station im Eschweiler Rathaus.

„Jaimerais avant quil ne soit trop tard, parvenir à recueillir la beauté detous ces peuples dans une seule Oeuvre, à fin den garder la mémoire ...” („Ich möchte gerne, bevor es ist zu spät ist, die Schönheit all dieser Menschen in einem einzigen Werk zusammentragen, um sie für die ganze Welt in Erinnerung zu halten ...”) Dies ist die zentrale Botschaft, die Arbeit dieser Künstler. Er ist mehr als nur ein Künstler, er ist ein Mann mit einer Mission. Eine Mission, die ihn ergriffen hat, um praktisch jede auch entlegenste Ecke unserer Welt zu bereisen.

Jaime Ocampo-Rangel studierte visuelle Kommunikation und audiovisuelle Produktion (Postvideo-production) in New York. Er setzte sich das Ziel, möglichst viele der weltweit unterschiedlichen Menschen in ihren grundverschiedenen Kulturen und Stämmen fotografisch zu erfassen, um ihr kulturelles Erbe zu sichern, bevor es zu spät ist. Das Projekt „Les Mémoires des Couleurs/memory of colors” war geboren. Rangel machte es zu seiner Berufung, all diese einzigartigen Kulturen zu dokumentieren und somit zu bewahren. Seine Porträts erzählen die Geschichten von zum Teil vergessenen Menschen dieser Welt, aus allen Winkeln unseres Planeten.

„Es war nicht immer leicht, eine Menge Blut, Schweiß und Tränen sind geflossen, eine Menge harter Arbeit wurde in dieses Projekt investiert”, erklärte der ambitionierte Fotograf. Diese Porträts, in faszinierender High-Definition-Qualität, zeigen unverfälschte Persönlichkeiten, ursprünglich, unverändert und unkompliziert. Seine Porträts gestatten uns Einblicke in unbekannte Lebensweisen, so ganz anders als unser Leben im sogenannten zivilisierten Westen.

Er ordnet jedem Porträt eine Signalfarbe zu, die im Einklang mit der porträtierten Person, der bestimmten Kultur, dem Erbe und/oder dem religiösen Glauben steht. Die Idee der Zuordnung einer Farbe steht für die Vielfalt in unserer Welt, die Vielfalt der Kulturen und der Geschichte, die sie umgibt. Er hat an diesem Projekt die letzten 13 Jahre unermüdlich gearbeitet, segelte rund um den Globus und besuchte die abgelegensten und „von der Zivilisation verschonten” Gebiete. Und das Projekt ist noch nicht abgeschlossen.

Die erste Ausstellung von Memory of Colors fand 2010 in der Zentrale der Unesco in Paris statt.Unterstützt wird das Projekt von der Unesco, von der Fondation Danièle Mitterrand und von der Fundación Cultura para la Paz. In Eschweiler wird die Ausstellung mit Unterstützung der Galerie Ramírez Máro realisiert. Der Eintritt ist frei. E-Mail: jaime@memoryofcolors.com . App im Apple store : Memory of Colors

Wurstfreie Porträts, schneckenschnelle Action, bewegende Jazzklänge

Kunst nicht nur betrachten können Besucher der Art Open - sie können auch selbst zu Kunst werden: In der Buchhandlung „1000 gute Bücher” an der Ecke Wollenweber-/Dürener Straße lädt Mele Brink, die mit ihren Comics, Tofuwurst-Geschichten und Sach-Illustrationen bekannt wurde, Besucher dazu ein, sich in zehn Minuten von ihr (garantiert wurstfrei) porträtieren zu lassen. Und zwar am Samstag und Sonntag, jeweils zwischen 14 und 15.30 Uhr.

Die Schnecke hat etwas, was dem Menschen heutzutage meist fehlt - nämlich Zeit. Dieser zeitkrischen Betrachtungsweise hat sich auch die Künstlergruppe „Das Schnecken-Revival” angenommen und bringt dies auch mit ihrer Aktions-Kunst bei der Art Open zum Ausdruck. Die Gruppe besteht aus: Ruud Beerens (Maastricht), Joseph Kamikaze (Aachen), Han Rameckers (Maastricht) und Gotthardt Walter (Aachen).

Auch für die Ohren gibts etwas bei der Art Open: Von der Begegnungsstätte im Stadtteil Eschweiler-Ost veranstaltet zum Ausklang des Kunst-Marathons am Sonntag ab 18 Uhr die Renew Brassband mit Künstlern und Besuchern eine Parade bis zum Rathaus, wo gegen 18.30 Uhr die Art Open 2012 endet.
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