Stolberg - „Kulturfestival X“: Lesung von Max Moor in Stolberg

„Kulturfestival X“: Lesung von Max Moor in Stolberg

Von: Rolf Hohl
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Erfreut sein Publikum mit humorigen Erzählungen aus seinem Leben auf einem Bauerhof in Brandenburg: der Autor Max Moor.

Stolberg. Das Autorenleben von Max Moor lässt sich in einem einzigen, aber komplizierten Satz beschreiben: Vor 15 Jahren zog Max, der damals noch Dieter hieß, aus der Schweiz nach Brandenburg in ein Dorf namens Amerika, das es dort zwar gibt, aber nicht jenes Dorf ist, in dem er und seine Frau tatsächlich leben. Solche und ähnliche Satzkonstrukte sind ein Markenzeichen von Moor, der damit eine treue Leserschaft gefunden hat.

Diese kam am Wochenende denn auch zahlreich nach Stolberg, wo er beim städteregionalen „Kulturfestival X“ aus seinem Buch „Lieber einmal mehr als mehrmals weniger“ las.

Seit besagtem Umzug auf einen Bauernhof in der brandenburgischen Provinz hat es sich Moor zur Aufgabe gemacht, diesen neuen Lebenswandel dort schriftlich festzuhalten. Sein erstes Buch „Was wir nicht haben, brauchen sie nicht“ war nicht zuletzt wegen dieser Mischung aus humorigen Erzählungen und spontanen Erkenntnissen ein großer Erfolg. Das Werk, aus dem er auf seiner aktuellen Lesereise liest, ist eine Art Fortsetzung davon.

„Jetzt gehört man schon ein wenig zum Dorf dazu, und so beschreibe ich die Situationen in diesem Buch schon als nicht mehr ganz so Fremder, sondern als Angekommener“, erklärte Moor. Er, der einer breiten Öffentlichkeit auch als Moderator des ARD-Kulturmagazins „Titel, Thesen, Temperamente“ bekannt ist, schreibt darin über das Aufeinandertreffen von Schweizer Detailverliebtheit und brandenburgischem Pragmatismus.

Wenn er etwa mit einem Freund aus der Schweiz versucht, den alten „Hürlimann“-Traktor zu reparieren, der eigentlich bekannt dafür sei, dass er nie kaputtgeht, aber nun eben doch kaputtgegangen sei. Dann gibt es einfache, aber gute Ratschläge von den Eingesessenen, und unkomplizierte Hilfe von einem Mechaniker aus der benachbarten Schiffswerft. Dabei sind es immer die präzisen Situationsbeschreibungen von Moor, die die Bilder in den Köpfen seiner Zuhörer nachzeichnen und das Komische daran hervorkitzeln.

Das klappte auch am Freitag sehr gut, was auch an den gelegentlichen sprachlichen Ausflügen ins Schweizerdeutsche liegt. Und so saßen die Besucher der Lesung zwar in den Räumen des Kulturzentrums Frankental in Stolberg, lernten aber gleichzeitig auch Brandenburg und die Schweiz ein wenig näher kennen.

Die nächste Veranstaltung im Rahmen des Kulturfestivals, das noch bis in den Oktober hinein andauert, wird dann wieder musikalischer Natur sein: Am Freitag, 22. Juni, tritt Kat Frankie mit Band in der Couven-Halle der RWTH in Aachen auf.

 

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