Eschweiler - Kult-Kabarettist Erwin Grosche unterhält den Talbahnhof bestens

Kult-Kabarettist Erwin Grosche unterhält den Talbahnhof bestens

Von: psi
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Pflegt den konsequent-skurrilen Blick auf Mensch und Gegenwart: Erwin Grosche. Foto: Santosi

Eschweiler. Was wurde nicht alles schon über den Vollblut-Paderborner und Bäckersohn Erwin Grosche geschrieben. Er sei „ein Clown, ein Philosoph, ein perfekter Reiseführer durch Absurdistan, ein Großmeister der Wortakrobatik“.

Seit über 40 Jahren unterwegs auf Bühnen, vor Kameras und Mikrofonen kann er mit den erhaltenen Trophäen und Kleinkunst-Auszeichnungen wahrscheinlich schon seine heimischen Wände tapezieren. Das Erlebnis, den Maestro live, in Farbe, 3D und Stereo zu erfahren, teilten am Freitag die aufs Beste unterhaltenen Besucher von Grosches „Warmduscher-Report Vol. 2“ im Talbahnhof.

Multi-Instrumentalist Grosche griff zur Untermalung seiner Wort- und Satz-Spiele wie immer zu einem Mix nicht ganz alltäglicher Klangkörper, vom Kinderklavier und dem Akkordeon, über die mit Fahrradklingeln aufgemotzte Mundharmonika bis zum Hang, einem Schweizer Instrument mit sphärischer Qualität. In den ersten Minuten erzählte er unter anderem, dass man „Entschleunigung“ mit einer 50er Packung Kondome, deren Ablaufdatum sich in drei Tagen nähert, nur bedingt praktizieren könne.

Danach ein kleiner Abstecher ins Dadaistische? Kein Problem. Grosche verquickte sprachlich wie darstellerisch Getreidesorten mit Frühsport-Übungen und erntet anschließend mit den minimalistisch-kabarettistischen „Nivea-Huldigungen“ nachhaltigen Szenenapplaus.

Was Erwin Grosche von Mainstream-TV-Spaßmachern angenehm unterscheidet, ist, dass er sich auch prima über sich selbst amüsieren kann, anstatt über andere herzuziehen. Da bleibt auch sein eigenes Ehe- und Familienleben nicht außen vor: „Schatz, wir bleiben einfach so lange zusammen, bis wir uns lieben“. Rasanten Sprechgesang boten Grosches Erzählungen, die er parallel zu zwei perkussiv umfunktionierten Nudel-Packungen zelebrierte. Sein Selbst-Kommentar dazu: „Erheitert das Gemüt und stählt die Muskeln.“ Zeitgeist, Philosophie und Körpertraining in Einem? Auch kein Problem mit der Nummer „Peter Sloterdijks Entspannungstasche“, deren vollinhaltlicher Gesamtumfang nur schwer in Worte zu kleiden ist.

Erwin Grosche sollte man einfach mal gesehen haben. Die nächste Gelegenheit dazu besteht im November dieses Jahres, wenn er mit seinem neuen Programm auf Tournee geht. Dann kann man sich persönlich auf neue Kabinettstückchen und Eigen-Kommentare von der Qualität „Entlastet die Umwelt, sieht cool aus und verwirrt den Gegner“ freuen.

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