Krissy Matthews Band: Präzise und originell, aber nicht mitreißend

Von: Paul Santosi
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Die Krissy Matthews Band: Vertreter einer neuen Generation von Bluesrockern auf der Bühne des „Rio“. Der Brite Krissy Matthews ist Sänger, Songwriter und Gitarrist mit hohem Zukunftspotenzial. Foto: Paul Santosi

Eschweiler. Für Klaus Schmidt, einen der Macher hinter der Clubkonzertreihe „Blues meets Rock“, fühlt es nach eigenen Angaben an, als sei es gestern gewesen, als der junge Brite Krissy Matthews mit seiner Band damals noch im Talbahnhof mit seinen 17 Jahren das Publikum in Wallung brachte. Heute, gute 7 Jahre später, erscheint Matthews erneut in Eschweiler, diesmal auf der Bühne des „Rio“ in der Schnellengasse.

Der Gitarrist, Sänger und Songwriter wirkt gereifter und mit noch mehr spielerischer Finesse. Er eröffnete den Gig am Dienstagabend mit rockigen Nummern, wobei er immer wieder kurze Versatzstücke und Hommagen bekannter Kompositionen wie „Killing Floor“ von Howlin‘ Wolf oder Henry Mancinis „Peter Gunn“ in seine Kompositionen einbaute. Leider erschienen diesmal nur wenige Musikfans, um die Qualitäten des Briten live zu erleben. Aber diese wenigen erreichte Krissy Matthews mit seinem sonnigen Gemüt und seinen unterhaltsam unperfekten Deutschkenntnissen auf direkte Art und Weise.

Krissy Matthews nebst exzellentem Bassisten und Schlagzeuger sind Vertreter einer neuen Generation von Bluesrockern, die recht originell und ansatzlos verschiedene Stimmungen und Grooves in einem Stück abrufen können. Das reicht vom Blues bis zum Pop und klingt streckenweise ungeschliffen wie Punk, was man an einem komplexen Stück wie „Sitting on the top of the world“ recht gut miterleben konnte. Rhythmisch produzierten die Musiker rasiermesserscharfe Breaks, Schnelligkeit und Präzision – vielleicht auf Kosten des allgemeinen, von den Zuschauern aufgenommenen Spielgefühls.

Gar nicht erstaunlich waren daher die gemischten Reaktionen im Publikum. Vielleicht war es ob der geringen Zuschauerdichte auch nur eine Spur zu laut im Saal. Krissy Matthews polarisiert: Für die einen ist er nicht traditionell, für die anderen nicht innovativ genug. Dabei gab Matthews auf der Bühne alles und vergaß auch nicht, etwas für die Augen zu tun. Er legte in zwei Konzertstunden gut und gerne ein paar sportliche Meilen zurück. Die Krissy Matthews Band ist ein klassisches „Powertrio“, wobei der Faktor Energie, der in dieser Bezeichnung steckt, auch gleichzeitig ein Problem darstellt: Ein dauerhaft hohes Energieniveau wirkt ohne ein paar Kontraste und Tempowechsel leider sehr schnell ermüdend.

Im musikalischen Sumpf

Der Dienstag bei „Blues meets Rock“ war also alles andere als ein Abend für Blues-Puristen. Und so recht mitreißend wirkte der Stil auch nicht immer – dafür sank die Band trotz absolut technischer Klasse und blindem Zusammenspiel zu oft in den seichten Sümpfen des musikalischen Niemandslandes ein.

In den nächsten Wochen und Monaten werden Musikliebhaber bei einer Marathon-Tournee der Krissy-Matthews-Band durch ganz Europa von Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz, über Norwegen und Spanien bis in die Tschechische Republik Gelegenheit haben, sich selbst ein Bild zu machen.

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