Eschweiler - Krimi und Historie bei Eifler Quarkkuchen und Els

Krimi und Historie bei Eifler Quarkkuchen und Els

Von: jlm
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Schriftsteller und Fotojournalist Hans Jürgen Sittig las seinen vielen Zuhörern aus verschiedenen Werken vor, unter anderem seinem aktuellen Buch „Die eindrucksvolle Geschichte der Eifel“. Foto: Julia Meuser

Eschweiler. Das LibroDrom hatte seine Gäste zu einem Eifelabend der besonderen Art eingeladen: Der Schriftsteller, Fotojournalist und Krimiautor Hans Jürgen Sittig war zu Gast und las seinen Zuhörern nicht nur aus seinen Krimis, sondern auch aus seinem aktuellen Werk „die eindrucksvolle Geschichte der Eifel“ vor.

Hannelore Wolter, Geschäftsführerin des LibroDroms, freute sich besonders über die vielen Gäste und fügte schon gespannt hinzu, sie habe den Autor beim „Tod am Laacher See“ kennen gelernt. Den Abend eröffnete der Autor dann – zur Überraschung seiner Zuhörerinnen und Zuhörer - mit einem Gedicht mit dem Titel „Der Ausflug“. Ein Pensionär möchte „seinen Drachen“, gemeint ist hier (natürlich) seine Gattin, entsorgen, die nur noch zetere und fauche.

Auf ihren Wunsch hin machen sie einen Ausflug zu einem Felsen, von dem sie (jedoch ohne sein Zutun) schließlich stürzt. Ruhe kommt in das Haus des alten Mannes, nur ab und zu höre man ein Lachen, glücklich, dass er es am Ende doch nicht selber tun musste. „Das ist nicht in Ordnung“, kritisierte Hans Jürgen Sittig am Ende selber. Es könne ja nicht jeder einfach jeden vor den Zug oder gar eine Klippe herunter schubsen.

Doch erfunden sei diese Geschichte keineswegs, fügt er hinzu: erst vor wenigen Tagen sei eine 22-jährige Frau zu 30 Jahren Haft verurteilt worden, weil sie ihren Ehemann tatsächlich die Klippe runter geschubst habe… Seinen Gäste gab der Autor daher nur einen Tipp mit auf den Weg: Augen auf bei der Partnerwahl.

Im Anschluss schilderte er Impressionen eines kleinen Eifeldorfes und Erinnerungen an seine Besuche bei den Großeltern. So habe er zum Beispiel manchmal Jagd auf die Hühner der Großeltern gemacht, das langsamste habe er dann auch irgendwann erwischt. Als das Huhn diese Tortur jedoch leider nicht überlebte – zum Frust des Opas –, musste er dieses Spiel aufgeben.

Und dann war es soweit: Der Autor wagte einen kleinen Ausflug in das Krimigenre, las zunächst einige Textstellen aus „Mordwald“ vor und stellte so Täter, Opfer und den Kommissar vor. Dem folgte der „Tod am Laacher See“, von dem Hannelore Wolter bereits im Vorfeld schwärmte.

Eine Gruppe junger Männer unternimmt einen Ausflug zum Laacher See, um dort Heringe zu angeln. Einer der Männer wagt sich mit seinem kleinen Boot auf den See. Der Hering, den er daraufhin fängt, ist ihm jedoch zu klein - er lässt ihn wieder frei. Als er sich im klaren Wasser des Sees schließlich die Hände wäscht, sieht er für einen Sekundenbruchteil vier Hände…seine Freunde am anderen Ende des Sees hören nur noch einen Schrei und einen Platsch, als ob etwas Großes in das Wasser gefallen wäre. Zum Verdruss der Zuhörer brach der Autor dort ab: Nach den literarischen Leckerbissen war es nun Zeit für die kulinarischen Häppchen.

Passend zum Eifelabend wurde Eifler Landbrot, Eifler Kartoffelsuppe und Eifler Quarkkuchen aufgetischt; zur Verdauung gab es dann noch einen Els. Ihre Oma habe immer gesagt, das sei Medizin, lachte Hannelore Wolter. Viele der Zuhörer nutzen auch die Chance zu einem Gespräch mit dem Autor.

Nach der Pause ging es dann nicht weniger spannend weiter. Nach einem weiteren Gedicht mit dem Titel „Großmutters Rat“ („sei nicht dumm, sei reichen Männern hold“) und einem erneuten Abstecher zum Laacher See las der Autor ein wenig aus seinem aktuellsten Werk „Die eindrucksvolle Geschichte der Eifel“ vor. Sein Verleger sei damals auf ihn zugekommen und habe ihn gebeten, mit seinem Humor ein Geschichtsbuch zu schreiben. Hans Jürgen Sittig weiß: „Nur Fakten, das ist eine mühsame Geschichte“, deshalb habe er das Buch mit etwas leichterer Hand geschrieben. Dabei habe er zuerst die Furcht vor der ungewissen Zeitreise überwinden müssen und sich ständig die Frage gestellt: „Wer war noch früher in der Eifel?“

Angefangen habe er mit den Römern und Julius Cäsar, die der Gallische Krieg in die Eifel führte. 400 Jahre seien die Römer in der Eifel gewesen, die friedlichste Zeit, die die Eifel erlebt hat. Doch sie konnten nicht Rom und die Eifel bewachen „und dann haben sie uns allein gelassen“. In Trier gebe es heute noch eine römische Hinterlassenschaft: „die Porta Nigeria“.

Doch auch die Griechen müssen in der Eifel gewesen sein, aber auch sie waren nicht die ersten und auch die Sumerer nicht. Irgendwann habe er die 100.000-Jahre-Marke passiert und sich gefragt: auch wenn ihre Laute nicht als Eifelplatt zu identifizieren waren, waren nicht vielleicht auch die Dinosaurier schon in der Eifel?

Um seinen Gästen einmal einen Überblick über die komplexe Geschichte der Eifel zu bieten, las der Autor einige Abschnitte vor, so unter anderem über die Neandertaler, die Franken oder auch die Wikinger. Auch habe es Eifler gegeben, die bei den Kreuzzügen mitgemacht haben, welche 1198 ausgerufen wurden. „Sie wohnten bei mir in der Nähe, aber ich kannte die nicht mehr“, fügt der Autor hinzu. Auch erwähnte er die Plünderung Konstantinopels im Laufe des Kreuzzuges, obwohl man eigentlich nach Ägypten wollte. Aber eine Reiserücktrittsversicherung habe es da leider nicht gegeben.

Nach einigen Textstellen von insgesamt rund 320 Seiten musste Hans Jürgen Sittig dann zur Enttäuschung der Gäste feststellen: „Wir schaffen das nicht mehr – ist irgendwie zu lang“. Den literarischen Abend schloss er daraufhin mit einem Gedicht von einem Ehepaar aus Eschweiler: Da der Ehemann gar nicht liebevoll ist, wächst der Frust der Frau, die den Gatten schließlich in zwei Teile teilt. Zum Abschluss des gelungenen Abends erhielt Jeder die Möglichkeit, ein Buch des Autors – auf Wunsch auch signiert – zu erwerben.

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