Krichel hält der Gewerkschaft seit 75 Jahren die Treue

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Fröhliche Gesichter, wo man nur hinsah, gab es bei der Jubilarehrung der IGBCE-Ortsgruppe Dürwiß: In der Bildmitte sitzend Heinrich Krichel, der für 75 Jahre Treue zur IGBCE ausgezeichnet wurde.

Eschweiler. „In einer Zeit, in der überforderte Manager auf die Herausforderung einer Krise nur mit Entlassungen reagieren, gibt es keine Alternative zur Gewerkschaft” - kämpferische Worte hörten die Jubilare der Gewerkschaft Bergbau Chemie und Energie im Rahmen der traditionellen Jubilarfeier der Ortsgruppe Dürwiß/Neu-Lohn/ Kinzweiler.

Die Gewerkschaft hatte in die Gaststätte „Bei Kelche” in Dürwiß eingeladen, um sich bei den langjährigen Mitgliedern für ihre Treue zu bedanken. Sowohl der Vorsitzende Jörg Erkens als auch Gewerkschaftssekretär Ernst Ungermann nutzten die Gelegenheit, den Sinn starker Gewerkschaften in der derzeitigen Weltwirtschaftskrise herauszustellen.

„Manchmal wünschte ich mir , wir wären ein bisschen weniger deutsch und ein bisschen mehr französisch”, spielte Erkens auf die Bereitschaft der Franzosen an, den Protest auf die Straße zu tragen. „Wir Deutschen hingegen ärgern uns, schauen missmutig in den Spiegel - und gehen zur Arbeit.”

Ernst Ungermann spannte den Bogen in seiner Laudatio von 1949 bis heute. „Die Mitglieder, die heute für 60 Jahre Mitgliedschaft geehrt werden, haben die komplette Entwicklung der Bundesrepublik von 1949 bis heute in der IGBCE verfolgen können.” Ungermann prangerte die Philosophie mancher Unternehmen an, die derzeitige Sitaution zu nutzen, um Gewinnoptimierung zu betreiben: „Es kann nicht sein, dass Unternehmen wie Gates in Aachen hochprofitable deutsche Standorte schließen, um in der Türkei günstiger zu produzieren.”

Im Mittelpunkt des Nachmittages standen natürlich die Jubilare, bei denen sich Erkens wie auch Ungermann mit Urkunde, Ehrennadel und Jubiläumsgabe bedankten.

Für 25-jährige Treue wurden Markus Fuhs, Heinz Heck, Stefan Heckmann, Gabriele Hilgers, Winand Joussen, Guido Kleiser, Ralf Mommertz, Thomas Regiment, Hans-Georg Scheuer, Franz-Josef Schneiderwind, Siegfried Steinke, Hans-Dietmar Ulrich und Herbert Zimmermann ausgezeichnet. Seit 40 Jahren sind Franz-Josef Franken, Willi Gessen, Josef Martinett, Heinz Moll und Max Wodzniak in der IGBCE.

Bereits vor 50 Jahren traten Heinrich Cremer, Theo Gehlern, Leo Kostroz und Peter Küpper in die Gewerkschaft ein. Den Dank für 60-jährige Mitgliedschaft erhielten Franz Mertens, Mattias Schloesser und Georg Schmidt. Auf ein ganz besonderes Jubiläum konnte Heinrich Krichel zurückblicken. Er ist seit 75 Jahren in der Gewerkschaft und damit ein wahrer Zeitzeuge. „Wenngleich man die Zwangsgewerkschaft von 1934 nicht mit der heutigen IGBCE vergleichen darf und will, so ist es doch eine ganz besondere Leistung, sein ganzes Leben lang der Gewerkschaftsbewegung treu zu bleiben”, brachte es Ernst Ungemann auf den Punkt.

Heinrich Krichel, der in dieser Woche seinen 89. Geburtstag feiert, nahm die Ehrungen gutgelaunt entgegen „Du gehst maximal für 80 durch”, attestierte ihm Ungermann. Mit einem gemeinsamen Abendessen klang die Feierstunde aus, die Vorsitzender Erkens mit einer Schweigeminute für den kürzlich verstorbenen langjährigen Vorsitzenden der Ortsgruppe, Walter Heckmann, eröffnet hatte.
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