Kreisverkehr am Langwahn ist vom Tisch

Von: Michael Grobusch und Patrick Nowicki
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Wer an der Schranke Langwahn steht, muss lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Im Bauausschuss der Städteregion verkündete die EVS jetzt, dass der Kreisel am Langwahn doch nicht gebaut wird. Die Stadtverwaltung reagiert überrascht. Foto: Patrick Nowicki
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Lösung gefunden: Die Vereinbarung zwischen Bahn, Stadt und Städteregion für die Aufweitung des Sticher Tunnels ist getroffen. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Der Bau eines Kreisverkehrs an der Einmündung Tal-straße/Röthgener Straße ist vom Tisch. Dies jedenfalls haben die Verantwortlichen der Euregio-Verkehrsschienennetz-GmbH (EVS) im städteregionalen Bauausschuss verkündet. Die Stadtverwaltung in Eschweiler ist über die Mitteilung verwundert, denn man wähnte sich nach wie vor in Gesprächen, sagte der Technische Beigeordnete Hermann Gödde.

„Die Vertragspartner haben sich geeinigt, auf weitere Planungen zu diesem Projekt zu verzichten“, berichtete EVS-Geschäftsführer Christian Hartrampf den erstaunten Ausschussmitgliedern, die bei dem seit Jahren diskutierten Thema gerade wieder so richtig in Fahrt gekommen waren. „Wir haben 2012 mit der Städteregion vereinbart, dass wir den Bau eines Kreisverkehrs prüfen lassen werden – schon damals aber verbunden mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass sich die Schließzeiten der Schranken am Bahnübergang auf keinen Fall verkürzen lassen“, führte Hartrampf aus.

Das Ergebnis sei erwartungsgemäß negativ gewesen. Und auch sonst gebe es keine Möglichkeiten, die Wartezeiten, die vor allem für die Rettungswagen ein großes Problem darstellen, zu reduzieren. „Ein unabhängiges Büro hat sich mehrfach mit dem Sachverhalt beschäftigt. Und es ist jedes Mal zu dem Schluss gekommen, dass nach derzeitigem Stand der Technik eine Verbesserung nicht möglich ist.“

Dem widerspricht Hermann Gödde. Der Technische Beigeordnete sagt, dass man sehr wohl eine Möglichkeit gefunden habe, die Schrankenschließzeiten zu verringern. Er räumt aber ein, dass diese Möglichkeit noch nicht von zuständigen Behörden anerkannt sei.

Natürlich sei der Zustand auf der K 33 nicht befriedigend. „Aber wenn etwas geändert werden soll, dann müssen städtebauliche Lösungen her. Und die sind nicht Sache der EVS“, spielte Hartmanns Geschäftsführer-Kollege Thomas Fürpeil den Ball zurück an die Verwaltung. „Die einzige Möglichkeit, die Schließzeiten adäquat zu verringern, ist der Bau einer Unterführung“, so Fürpeil. Das sei am Langwahn oder in einer der parallelen Straßen denkbar.

Zu diesen Vorschlägen will sich Gödde nicht äußern. Allerdings macht der Technische Beigeordnete deutlich, dass man nun dem Rat vorschlagen werde, die derzeitige Einmündungsregelung von der Talstraße auf die Röthgener Straße beizubehalten. In diesem Fall müsse sich die Kommune nicht an den Kosten für die Erneuerung der Schrankentechnik beteiligen. Die langen Schließzeiten am Bahnübergang Langwahn führen schon seit einigen Jahren zu Diskussionen.

Eine Lösung zeichnet sich für die Unterführung am Sticher Berg ab. Dort haben sich die DB Netz AG, die Städteregion und die Stadt Eschweiler geeinigt, eine Planung in Auftrag zu geben, die die Aufweitung des Tunnels für den Verkehr zum Ziel hat. Die Kosten betragen etwa 380.000 Euro, wovon die Hälfte von der Deutschen Bahn übernommen wird.

Den Restbetrag teilen sich Stadt und Städteregion. Im Eschweiler Rathaus geht man davon aus, dass der Haushalt der Stadt mit 83.000 Euro belastet wird. Die Vereinbarung gilt bis zur Genehmigungsplanung. „Man kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, wann der Bau dort losgeht, aber nach langem Stillstand ist für den Tunnel Stich nun eine Lösung da“, sagt Gödde.

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