Kreißsaal adé: Jetzt geht es in den Helicopter

Von: ng
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Nach 21 Jahren als Chefarzt in
Nach 21 Jahren als Chefarzt in der Gynäkologie des St.-Antonius-Hospitals, geht Professor Dr. med. Christian Karl nun in den Ruhestand. Damit er weiterhin fit bleibt, schenkten seine Mitarbeiter ihm einen Gutschein zu einem Heli-Ski-Trip - den hatte er sich schon lange gewünscht. Foto: Nicola Gottfroh

Eschweiler. Im St.-Antonius-Hospital ging am Mittwoch eine Ära zu Ende. Der Chefarzt für Gynäkologie/Geburtshilfe und Ärztliche Direktor des Krankenhauses, Chefarzt Dr. med. Christian Karl, wurde nach mehr als 21 Jahren Dienstzeit im Hospital verabschiedet. Sein Nachfolger wird Dr. med. Frank C. Spickhoff.

Doch einige Wochen bleibt der Mediziner den Eschweilern noch erhalten. Denn obwohl sich der „Neue” auf die Arbeit und Aufgaben am Eschweiler Krankenhaus freut, wird er Karls Erbe und seinen Dienst noch nicht wie geplant am 1. Juli antreten können.

Das Münchener Klinikum, in dem er bislang noch beschäftigt ist, möchte ihn erst zum 1. September gehen lassen. Und so übernimmt Christian Karl weiter zwei Monate die ihm so bekannten Aufgaben am St.-Antonius-Hospital. Immerhin hat er seit 1989 viele Erfahrungen sammeln können und der Gynäkologie seinen Stempel aufgedrückt und die Abteilung geprägt.

Große Worte

Und bei der Feier zur Verabschiedung des alten und Einführung des neuen Chefarztes lobten die Redner und Laudatoren genau diesen Einsatz des Arztes. Er hat die Abteilung fachlicher Kompetenz und jeder Menge Menschlichkeit zu dem gemacht, was sie heute ist”, betonte Dr. Eberhardt Schneider, Chefarzt der Fachübergreifenden Frührehabilitation, in seiner Laudatio auf Christian Karl.

Als er 1989 kurz nach den Weihnachtstagen im Hospital anfing, da sollte er als Kapitän ein sinkendes Schiff retten. Das sei ihm in den vergangenen 20 Jahren mehr als geglückt. Er hat Dinge gewagt, die in der Eschweiler Gynäkologie vor ihm noch kein anderer gewagt hat, Beispielsweise die Akkupunktur und die Wassergeburt ins Haus geholt, erzählte Schneider den Anwesenden mit Augenzwinkern. „Er hat aber auch Menschlichkeit und Medizin auf ganz besondere Weise verbunden”, betont Schneider weiter.

Viele seiner Neuerungen hätten in der Vergangenheit für Aufsehen gesorgt, erklärte Elmar Wagenbach, Geschäftsführer des Krankenhauses in seiner Ansprache. Zu den besonders schönen und menschlichen Taten gehöre die Tatsache, dass Professor Dr. Karl zum Beispiel auch die Kunst und Ausstellungen in seine Abteilung geholt hat, um mehr Farbe in den Krankenhausalltag der Patientinnen zu bringen. Großen Anklang fand auch die Einrichtung eines Familienzimmers, in dem die Väter auch die Nächte im Krankenhaus bei ihren Lieben verbringen konnten.

Eine der größten Leistungen aber auch eine härtesten Aufgaben seiner Laufbahn war die Einrichtung des Euregio-Brust-Zentrum (EBZ), das im Jahr 2002 zertifiziert und drei Jahre später anerkannt wurde.

Christian Karl, so war zweifellos zu erkennen, startet mit einem lachenden und einem weinenden Auge in seinen Ruhestand. Er freut sich auf viel Zeit mit der Familie und für Sport. Damit er auch im Ruhestand fit bleibt, schenkten ihm seine Mitarbeiter einen Gutschein zu einem Heli-Ski-Trip - den hatte er sich schon lange gewünscht.

Berührt und ergriffen zeigte er sich von den vielen Wortes des Dankes bei der Abschiedsfeier. „Ihr habt ein intellektuelles und emotionales Feuerwerk über mir ausgeschüttet. Das hat mich unendlich berührt”, erklärte er. Das Krankenhaus, seine Abteilung und sein starkes Team wird er vermissen - aber ihm bleiben immerhin noch zwei Monate, um sich für immer zu verabschieden. Es ist eben ein Abschied auf Raten.
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