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Kreative Köpfe basteln an Eschweilers Zukunft

Von: Rudolf Müller
Letzte Aktualisierung:
Im Zentrum Eschweilers und die
Im Zentrum Eschweilers und dieses Fotos: das Rathaus: Hier basteln kreative Köpfe an Konzepten und Projekten für eine nachhaltige Entwicklung Eschweilers als lebenswerte Stadt mit einer Menge Potenzial. Foto: Rudolf Müller

Eschweiler. „Wir haben die Vision integrativer, prosperierender, kreativer und zukunftsfähiger Städte und Gemeinden, die allen Einwohnern hohe Lebensqualität bieten und ihnen die Möglichkeit verschaffen, aktiv an allen Aspekten urbanen Lebens mitzuwirken.”

So heißt es in der Charta von Aalborg, die Eschweiler ebenso wie einige hundert weitere europäische Kommunen 2004 als Leitbild der Nachhaltigkeit unterzeichnet hat.

Die Ziele der „Aalborg Commitments” zu erfüllen, ist Ziel des Projekts Eschweiler 2030. „Uns geht es darum, den Charakter Eschweilers als moderner, lebenswerrter, zukunftsbeständiger Stadt in der Region dauerhaft zu festigen”, betont Eschweilers Technischer Beigeordneter Hermann Gödde.

Dies wiederum ist ein Prozess, dessen Rahmenbedingungen sich ständig ändern - durch demografischen Wandel, steigendes Umweltbewusstsein, verschärfte Konkurrenz der Kommunen untereinander und nicht zuletzt durch die Schaffung der Städteregion.

„Eschweiler 2030 - mit Energie in die Zukunft” ist der Name der 2009 gegründeten verwaltungsinternen Arbeitsgruppe unter Leitung von Stadtplaner Florian Schoop. Hier tauschen sich Fachleute verschiedenster Fachrichtungen aus, bringen aus jeweils eigener Perspektive neue Ideen und Aspekte in die Projekte der anderen ein, suchen Synergien und Verzahnungen.

„Mit Energie in die Zukunft steht dabei keineswegs nur für Eschweilers Vergangenheit und Gegenwart als Kohle- und Kraftwerkstandort sowie regenerative Energien, wie sie künftig im Camp CO2 Zero vorangetrieben werden sollen, sondern auch für den Willen der Indestädter, Veränderungen offen und tatkräftig anzugehen”, betont Hermann Gödde. „Man kann noch so viele Papiere und Pläne produzieren - die Leute müssen einfach mitmachen!” Dazu sind Transparenz und Gespräche nötig.

In den Fällen nördliche Innenstadt und Weisweiler funktioniert das bereits. Doch die zu beackernden Themenfelder sind zahlreich. „Und in Zeiten äußerst enger finanzieller Gestaltungsspielräume gilt es, auch für solche Entscheidungen Akzeptanz bei den Bürgern herzustellen, die vielen sicherlich nicht schmecken”, betont Gödde.

Dies soll unter anderem übers Internet passieren: Ab sofort ist auf der Homepage der Stadt Eschweiler alles über das Konzept „Eschweiler 2030” zu lesen.

Auch über die einzelnen Themenfelder, die die Stadt nach und nach mit konkreten Projekten füllen will, und die Namen und Kontaktdaten der jeweiligen direkten Ansprechpartner im Rathaus gibt es gleich dazu.

Die dringlichsten Aufgaben für eine nachhaltige Stadtentwicklung sehen Dipl.-Ing. Florian Schoop und seine Mitstreiter in sechs Themenfeldern:

- sozialverträgliche Wohnungsversorgung,

- standortsichernde und zukunftsfähige Wirtschaftsförderung

- vorsorgender Umweltschutz

- leistungsfähige soziale und technische Infrastruktur

- ressourcenschonendes Bodenmanagement

- stadt- und umweltverträgliche Mobilität.

Gleichzeitig wurden neun Aktionsfelder festgeschrieben, die eine Fülle von Aufgaben bieten. Beispiel Energiewirtschaft: Da geht es beileibe nicht nur um den Bau von Hightech-Anlagen im früheren Camp Astrid.

„Das fängt mit der Schulung städtischer Hausmeister an und reicht über den noch ausbaufähigen Energiespartag mit Angeboten für die ganze Familie bis hin zum städtischen Energiebericht, der künftig auch eine städtische CO2-Bilanz beinhalten soll”, sagt Gödde. Die Aktionsfelder im einzelnen:

-Energiewirtschaft: Hier sind Klimaschutz und die Sicherung der Energieversorgung unter Einbeziehung regenerativer Energien das Ziel. Vorhandene Ressourcen sollen effektiver genutzt und der CO2-Ausstoß vermindert werden. Ansprechpartner: Helmut Gühsgen, Telefon 71421.

-Logistik, Handel, Industrie:Ziel ist die Pflege bestehender und die Anwerbung neuer Gewerbeansiedlungen zwecks nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung. Ansprechpartner: Dietmar Röhrig, Telefon 71294.

-Wohnen: Ziel ist die Stärkung von Wohn- und Lebensqualität in Eschweiler unter Berücksichtigung des demografischen Wandels und der Wechselbeziehungen zu Freizeit, Kultur, Bildung und Sicherheit. Ansprechpartner: Reiner Fey, Telefon 71438

-Bildung: Hier geht es um die Festigung von Bildungsvielfalt und -qualität in Zusammenarbeit mit möglichst vielen gesellschaftlich und schulpolitisch Verantwortlichen - bis hin zu Bildungsträgern in Eschweilers Partnerstädten. Ansprechpartner: Petra Seeger, Telefon 71219.

-Freizeit: Das bereits heute attraktive Freizeit und Erholungsangebot soll weiter verbessert wie auch erweitert und auch über die Region hinaus beworben werden. Ansprechpartner: Heinz Rehahn, Telefon 71374.

-Integration: „Eschweiler ist eine bunte, multikulturelle Stadt, die viel von ihrem Charme, ihrer Kraft und Energie von Menschen aus anderen Kulturen, Nationen und Religionen gewonnen hat”, heißt es in der Aktionsfeld-Beschreibung der AG 2030: Damit das so bleibt, steht die Integration von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, ihre Förderung und enge Einbindung in die Gesellschaft ganz oben auf der Agenda der nachhaltigen Stadtentwicklung. Ansprechpartner: Jürgen Rombach, Telefon 71553.

-Kultur: Mit Karneval, dem Eschweiler Music Festival, der Art Open und anderen Höhepunkten mehr hat die Stadt Eschweiler schon einige Eisen im Feuer, die die Stadt für ihre Bewohner und Besucher attraktiv machen. Ziel ist es, diese Initiativen zu fördern und zu stärken und einen regen Austausch zwischen lokalen und regionalen Kulturschaffenden herzustellen. Ansprechpartner: Stefan Kaever, Telefon 71558.

-Forschung: Ziel ist es, die Standortvorteile Eschweilers für Hochschulen und forschende Unternehmen noch interessanter zu machen. So sollen Möglichkeiten geboten werden, neue Konzepte und Verfahren im Bereich Umweltschutz, effizientere Ressourcennutzung oder erneuerbare Energien in Eschweiler zu erforschen und zu demonstrieren. Ansprechpartner: Reiner Fey, Telefon 71438.
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