Krankenhaus-Zusammenlegung: „Wohl des Kindes wichtiger als Geburtsort“

Von: rpm
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Eschweiler. Zu heftigen Diskussionen in der Öffentlichkeit haben die Entscheidung der Krankenhäuser in Eschweiler und Stolberg über die strukturellen Veränderungen mit Hinblick auf die Geburtenstationen bzw. die Gynäkologie geführt. Diskussionen, die nach Ansicht der Eschweiler CDU „inssbesondere vom politischen Mitbewerber emotional aufgeheizt“ wurden.

Auch die CDU habe sich „intensiv, durchaus kontrovers und teilweise sehr emotional mit den Themen Geburtsklinik und Gynäkologie am Eschweiler Krankenhaus auseinandergesetzt“, betont Stadtverbandsvorsitzender Thomas Schlenter. „Die Entscheidung der beiden kirchlichen Träger zur Umstrukturierung und Zusammenarbeit haben wir in einem ausführlichen persönlichen Gespräch kritisch hinterfragt und sehr konkrete Antworten erhalten.“ Und die lassen die CDU die Sachlage in einen ganz anderen Licht sehen.

„Bei allem Verständnis für die betroffenen Mitarbeiter, die sich ab Oktober auf eine ganz neue Situation einstellen müssen: Niemand wird entlassen oder hat Gehaltseinbußen zu befürchten; das Angebot zur Wahl zwischen Wechsel oder Verbleiben halten wir für fair und angemessen“, schreibt Schlenter seitens des CDU-Stadtverbands.

Er weist darauf hin, dass sich schon den zurückliegenden Jahren jede zweite Frau aus Eschweiler eindeutig für die Geburt in Stolberg oder in anderen Kliniken mit Pädriatrie, das heißt spezieller Kinderdiagnostik und -behandlung entschieden habe.

„Risikogeburten sind seit Jahren in Eschweiler nicht mehr erlaubt, da die Notfallbehandlung in akuten Fällen nicht sichergestellt ist und trotzdem fast jedes zehnte neugeborene Kind aus Eschweiler in eine Kinderklinik nach Stolberg oder Aachen gebracht wird, während die Mutter dann oft zur Nachbehandlung in Eschweiler bleiben muss.“

Bei schwerwiegenden gynäkologischen Erkrankungen sei das St.-Antonius-Hospital schon jetzt, vor der weiteren Spezialisierung, eine auch überregional gefragte Anlaufstelle, unter anderem weil das Brustzentrum dort Gynäkologie, Onkologie, Plastische und Wiederherstellungschirurgie unter einem Dach vereint und vielen Betroffenen gerade durch die Bündelung der Kapazitäten optimal helfen kann. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt, die Kontingenz, könne durch die Zusammenarbeit mit Urologie, Proktologie und Allgemeinchirurgie optimiert werden.

Schlenter: „Die ,Kinderstation‘ ist in Eschweiler schon seit sehr vielen Jahren Vergangenheit - auch nach der Geburt ist das Krankenhaus Stolberg längst der überregionale Ansprechpartner für Kindernotfälle und -krankheiten.“

Ob im Ausweis „geboren in Eschweiler“ steht, sei wohl fast allen werdenden Eltern egal, wenn sie wissen, dass für alle Notfälle rund um die Geburt – ob erwartet oder plötzlich - optimal vorgesorgt sei. Das aber, so Schlenter, könne in Eschweiler nicht sichergestellt werden.

„Bei allem Verständnis über den Wunsch eines Vermerks unserer Heimatstadt als Geburtsort im Personalausweis, steht doch bei allen (werdenden) Eltern, mit denen wir gesprochen haben, das Kindeswohl im Vordergrund. Den politischen Mitbewerber fordern wir auf, dies sowie insbesondere die vorgenannten Fakten zur Kenntnis zu nehmen und den Populismus einzustellen.“

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