Kraft und Mut tanken für einige Monate

Von: jlm
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Eschweiler. Derzeit befindet sich die Kevelaerbruderschaft in der letzten intensiven Vorbereitungsphase, bevor sich am 25. August Pilger aus Eschweiler wieder aufmachen werden, um den Wallfahrtsort Kevelaer aufzusuchen und dort vor dem Gnadenbild der Gottes Mutter Maria, der Trösterin der Betrübten, ihren Dank aber auch ihre Sorgen und Nöte darzubringen.

Die Quartiere werden verteilt, was nicht immer ganz einfach ist, die Brudermeister treffen sich, um sich mit dem Ablauf der Wallfahrt auseinanderzusetzen, und acht Tage vor dem Start findet dann schließlich eine Vorstandssitzung statt, bei der besonders Organisatorisches besprochen wird, wie unter anderem die Kofferbändchen, der Getränkeeinkauf, der Verkehrsdienst, die Geh- und Pausenzeiten, der Sanitätsdienst, der Kreuzweg in Kevelaer und vieles mehr.

Insgesamt pilgern in diesem Jahr 130 Gläubige nach Kevelaer, davon 13 Neupilger. Das Besondere an der Wallfahrt: Hier bestreiten Jung und Alt gemeinsam den schweren Weg und stehen sich dabei gegenseitig zur Seite, ohne dass es Reibungspunkte gibt. So ist der jüngste Pilger erst zehn Jahre alt, die älteste Pilgerin bereits 78.

Persönliche Herausforderung

Präfekt Franz-Josef Dittrich bringt die Bedeutung dieser besonderen Zeit auf den Punkt: „Für altgediente Fußpilger gehört die Kevelaerwoche zum jährlichen Lebensrhythmus und steht seit Jahren bei der jährlichen Planung ganz oben an. Die Pilger, die einige Male mitgegangen sind, erkennen, dass ihnen diese Gemeinschaftswoche auf Straßen und Wegen gut tut. Sie gibt Kraft und Mut für einige Monate im Jahr.“ Neupilger würden jedoch zuerst einmal eine persönliche Herausforderung sehen, die es zu meistern gilt. Der Gedanke des Miteinanders spiele hierbei eine große Rolle, gleichzeitig würden aber auch eigene Anliegen zur Anmeldung und zum Aufbruch bestärken.

„Seit 2008 bin ich als Präfekt der Bruderschaft tätig und habe bei meiner Wahl gesagt, dass ich dieses Amt mit großer Freude annehme. Und es ist wirklich so – die Leitung der Bruderschaft ist eine reine Freude und macht großen Spaß. Mir liegt dies sehr am Herzen, denn gerade in der heutigen Zeit, in der das christliche Zeugnis gegenüber anderen etwas auf der Strecke bleibt, finde ich es toll und passend, dass sich Pilger aufmachen, um mit den Füßen zu beten. Die Kevelaerbruderschaft zeigt sich und macht auf ihrem Weg aufmerksam“, fügt er hinzu. Gleichzeitig wünsche er sich, dass alle Pilger eine gesunde Wallfahrtswoche erleben können. Die Rahmenbedingungen dazu würden vom Vorstand gestellt. Mit dem Gefühl, das wieder eine harmonische christliche „Truppe“ unterwegs ist, freue er sich auf Kevelaer 2013. Um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, wird er daher auch vorher noch einmal den Fußweg abfahren und in Kevelaer das ein oder andere Organisatorische klären.

279. Wallfahrt

Im Jahre 1901 setzte der Kölner Erzbischof Hubert Simar auf Bitten des damaligen Oberpfarrers Johannes Brand von St. Peter & Paul die Bruderschaft nach kirchlichem Recht ein. Sie organisierte Fuß-, Bahn- und Buswallfahrten. 1948 wurde die Fußwallfahrt das erste Mal nach dem 2. Weltkrieg wieder aufgenommen. Seit nun mehr als 60 Jahren machen sich Pilger jedes Jahr auf den Weg von Eschweiler nach Kevelaer.

In diesem Jahr findet nun die 279. Wallfahrt unter dem Thema „Wir schreiten dahin mit wachsender Kraft!“ statt, auf die sich sicherlich viele Alt- aber auch Neupilger bereits seit Wochen freuen und es kaum erwarten können, sich endlich gemeinsam auf den Weg zu machen.

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