Kosaken gewähren Blick in die russische Seele

Von: ran
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Großartiges Ensemble: Die „Maxim Kowalew Don Kosaken” verzauberten die Zuhörer während ihres Konzerts in der Pfarrkirche St. Marien. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. In ihren Stimmen spiegelt sich die Seele ihrer Heimat und der jahrhundertelange Drang nach Freiheit wider. Am Sonntagnachmittag verzauberten nun zum 1. Advent sieben Sänger der „Maxim Kowalew Don Kosaken” ihr Publikum in der Pfarrkirche St. Marien in Röthgen.

Eineinhalb Stunden lang weihten sie die Zuhörer in die Geheimnisse des alten Russlands und dessen Geschichte(n) ein. Dabei reichte das Repertoire von den feierlichen Gesängen der russisch-orthodoxen Liturgie über die häufig melancholischen Melodien russischer Volksweisen bis hin zu den beschwingten und kraftvollen Kosakenliedern.

Andächtig hörten die Konzertbesucher schon dem Eröffnungslied „Die goldene Krippe” zu, bevor Pfarrgemeinderatsmitglied Birgit Weyand das Ensemble herzlich begrüßte. Anschließend stellten die Sänger immer wieder eindrucksvoll und scheinbar mühelos unter Beweis, wohl jeden Raum allein mit ihrer Stimmgewalt und -präzision füllen zu können. Und dies sowohl im Chor als auch als Solisten. Voller Pathos trug das Septett das „Vater unser” von Piotr (Peter) Tschaikowski vor, um gleich darauf „Eine alte Klosterlegende” zu Gehör zu bringen.

Ebenso feierlich erklangen dann die „Abendglocken”. Einen wohligen Schauer dürfte so mancher Zuhörer verspürt haben, als die „Maxim Kowalew Don Kosaken” Dimitri Bortnianskis Meisterstück „Ich bete an die Macht der Liebe” präsentierten, zunächst (natürlich) in russischer, dann aber auch in deutscher Sprache. Zum Abschluss des ersten Konzertteils formulierten die Sänger schließlich noch einen kraftvollen musikalischen Gesundheitswunsch in Richtung Publikum: „Auf viele Jahre”.

Abwechslungsreich startete der Chor nach der Pause. Zunächst ließen die Bass- und Baritonstimmen das Volkslied „Eintönig klingt das Glöckchen” hören und ernteten dafür langanhaltenden Applaus. Dann wechselten sie in einen schnellen, leichten und beschwingten Rhythmus. Den Kosakenmarsch „Hinter dem Don” interpretierte das Ensemble voller Kraft und Enthusiasmus. Begleitet von Akkordeonklängen initiierten die Kosaken dann mit „Schneegestöber” Impressionen des russischen Winters so lebensecht, dass die Zuhörer den Eindruck gewannen, tatsächlich Schneeflocken zu Boden rieseln zu sehen.

Mit der „Ballade von Stenka Rasin” folgte ein Abstecher in die durchaus auch tragische Geschichte der Kosaken, die der Marsch „Marusja” noch einmal unterstrich. Als der Chor mit „Doswidanja” (Auf Wiedersehen) das nahende Ende des Konzerts ankündigte, wurde wohl jedem Zuhörer erst bewusst, wie schnell eineinhalb Stunden vergehen können. Doch einen (nicht ganz unerwarteten) Höhepunkt hatten sich die „Maxim Kowalew Don Kosaken” für ihre Zugabe aufgehoben: „Kalinka”, erst langsam, dann immer schneller gesungen, lud das Publikum zum Mitklatschen ein und bildete einen würdigen Abschluss eines Musikgenusses, der durchaus den einen oder anderen Zuhörer mehr verdient gehabt hätte.
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