Konzert: „Manni Waters Band“ lockt immer mehr Besucher an

Von: psi
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Musik-Team mit Echtheits-Faktor: die „Manni Waters Band“ mit (v.l.) Zamu, Heinz Falcman, René Savelberg und Jan Kaulen. Foto: Paul Santosi

Eschweiler. Es müssen nicht immer nur die klangvollen internationalen Namen großer Stars aus der Rock- und Blues-Szene sein, die einen unterhaltsamen Live-Musikabend garantieren. Auch aus der Region kommen bisweilen sehr gute Interpreten, die mit einfachen Mitteln mitreißende Songs auf die Bühne bringen.

So die vier Herren der „Manni Waters Band“, die am Samstagabend im Rio ihr Bestes gaben. Heinz Falcman und Jan Kaulen (beide Gesang und Gitarre), Zamu (Bass und Gesang) sowie René Savelberg am Cajon interpretieren zwar Werke anderer Künstler, tun dies aber mit großer Authentizität und Tonnen von Spielfreude.

Rock‘n‘Roll-Betriebstemperatur

Leider hatten sich zu Beginn des Abends noch nicht so viele Zuhörer in die Schnellengasse verirrt. „Dann machen wir halt eine öffentliche Probe draus“, reagierten die Vier schlagfertig. Ihr gut zweistündiges Programm entwickelte sich aber sehr schnell zu weit mehr. Auf der geschmackvoll eingerichteten und beleuchteten Bühne des Rio brauchten die Jungs nur ein paar Stücke, um die richtige Rock‘n‘Roll-Betriebstemperatur zu erreichen.

Überzeugungs-Schlagzeuger mögen Nachsicht walten lassen, aber auch ohne komplettes Drumset wagt sich die „Manni Waters Band“ mit dem taktsicheren Cajon-Spieler René Savelberg gekonnt in alle musikalischen Fahrwasser, ohne auf Grund zu laufen. Ob gefühlvoller Soul oder flotter Rock mit Anklängen von Country-Elementen, das Quartett produziert stets ein erstaunlich kompaktes Klangbild. Keiner der Vier schiebt sich in den Vordergrund, alle spielen extrem mannschaftsdienlich. Am stärksten und wie aus einem Guss klingt die Band immer dann, wenn Uptempo-Stücke und dreistimmiger Gesang aufeinandertreffen. Sänger Heinz Falcman gehört nicht zu den Musikern mit eingeschränkten Vorstellungen und deshalb hört sich seine Stimme in nahezu jeder Lage gut an. Hin und wieder klingt ein wenig Presley durch und man nimmt ihm auch die leise hingehauchte Zeilen einer Liebesballade problemfrei ab. Einen wirklichen Knaller hat die Band mit Jan Kaulens Version von John Legends „Who did that to you“ auf Lager. Der Aachener Student interpretiert den aus dem Quentin-Tarantino-Streifen „Django Unchained“ bekannten Song derart überzeugend, dass es dem einen oder anderen Besucher schon mal die Gänsehaut auf den Rücken zauberte. Bassist Zamu spielt nicht nur ein solides Tiefton-Fundament und singt eine prima dritte Stimme, sondern sorgte mit seinen launigen Kommentaren mehr als einmal für eine heitere Atmosphäre zwischen den Stücken.

Spielfreude und Echtheit

A propos Authentizität: wenn andere Künstler ein technisches Problem auf der Bühne haben, dann wirkt das oft so wie ein mittlerer Weltuntergang, während die Mitmusiker mit verzweifelten Blicken in Schockstarre auf die neu aufgespannte Saite oder den Austausch des kaputten Kabels warten. Bei Heinz Falcman sah selbst der technisch bedingte Gitarrenwechsel am Samstagabend herrlich unverkrampft aus, alles war irgendwie ein Teil des Gesamtunterhaltungs-Pakets.

Mittlerweile füllte sich auch das Rio mit ein paar Besuchern mehr, was sich bestens auf die Stimmung auswirkte. Nach einem starken zweiten Set mit wohltuend mehr Klangdruck und einigen Zugaben war auch der letzte Gast überzeugt, das Spielfreude und Echtheit mindestens genauso wichtig für ein tolles Musikerlebnis sind, wie klangvolle Namen oder Medienrummel.

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