Eschweiler - Konzept für Karneval: Sicherheit wird ganz großgeschrieben

Konzept für Karneval: Sicherheit wird ganz großgeschrieben

Von: Irmgard Röhseler
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Vor dem Spaß kommt die Sicherheit. Das gilt nicht nur für den Rosenmontagszug, an dessen Spitze schon immer ein Fahrzeug der Ordnungshüter durch die Stadt rollt. Foto: Rudolf Müller
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Eschweilers Narren sollen befreit und fröhlich Karneval feiern können. Damit das auch gelingt, haben Stadt, Polizei und Feuerwehr ein Sicherheitskonzept erstellt. Foto: I. Röhseler

Eschweiler. Die Eischwiele Fastelovend geht in die heiße Phase: Ab Altweiberfastnacht ist in der Inde­stadt fröhliches Feiern angesagt. Das haben sich die vielen Fastelovendsjecken jedenfalls vorgenommen und möchten sich das auch nicht vermiesen lassen.

Um allen ein störungsfreies und ungezwungenes Feiern zu ermöglichen, haben Polizei, Feuerwehr und die Stadt Eschweiler die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. „Auch wenn es keine konkreten Hinweise auf einen möglichen Terroranschlag gibt, so heißt das nicht, dass wir uns nicht vorbereitet haben. Die Polizei wird ihre Präsenz ein wenig anders darstellen. Wir haben Szenarien durchgespielt und werden alles geben, den größtmöglichen Schutz zu gewährleisten!“ versicherte Hans-Peter Sperber, Leiter der Polizeiinspektion Aachen, bei einer Pressekonferenz im Rathaus.

So sollen zum einen an bestimmten Stellen Sicherungssperren errichtet und die Personalzahl der Polizei deutlich erhöht werden. „Man wird uns nicht immer erkennen“, so Sperber, „denn einige Kollegen sind in zivil unterwegs.“ Punktuell seien auch Polizisten mit Maschinenpistolen eingesetzt. „Natürlich nicht im Menschengedränge“, betont der Polizei-Inspektor.

Aufgerüstet hat auch das Ordnungsamt: 50 Mitarbeiter sind an den Karnevalstagen im Einsatz. Gemeinsam mit der Polizei und mit dem Jugendamt legen sie ein besonderes Augenmerk auf die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen, des Glasverbotes, des Nichtraucherschutzgesetzes sowie auf alle sonstigen Verhaltenspflichten. Wer dagegen verstößt, muss mit einem Buß- bzw. Verwarngeld rechnen. Bei erheblichen oder wiederholten Verstößen gegen die Schutzbestimmungen droht sogar ein Platzverweis.

Die Glasverbotszone (jeweils von 9 bis 6 Uhr) erstreckt sich an Altweiberfastnacht zwischen Grabenstraße, Peilsgasse, Indestraße und Dürener Straße bis zum Marktplatz. An Rosenmontag beschränkt sich die Glasverbotszone auf den Marktplatz und die Zugangswege zum Markt. Sowohl an Weiberfastnacht als auch am Rosenmontag werden die Zugänge zum Markt gesperrt und die Besucher durch Sicherheitspersonal auf mitgeführtes Glas kontrolliert. Personen, die Messer, Pfeffersprays oder sonstige Selbstverteidigungsmittel mit sich führen, wird der Zugang verwehrt. Wer mit Behältnissen aus Glas angetroffen wird, muss ein Verwarngeld in Höhe von 30 Euro berappen und mit einem Platzverweis rechnen.

An vielen Stellen sind Toilettenwagen aufgestellt – auf dem Marktplatz, vor dem Rathaus an der Indestraße, auf dem Parkplatz vor dem Sportplatz Patternhof an der Bergrather Straße sowie auf dem Parkplatz Marienstraße/Ecke Langwahn. Wer dennoch seine Notdurft in der Öffentlichkeit an Hauswänden oder Kirchenmauern verrichtet und 50 Cent pro Toilettengang sparen möchte, riskiert ein Verwarngeld in Höhe von 30 Euro.

Auf die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen möchten die Ordnungshüter auch in diesem Jahr besonders achten: Der Verkauf von Alkohol an Kinder unter 16 Jahren ist generell verboten. Der Kauf und Verzehr von Branntwein und branntweinhaltigen Getränken ist Jugendlichen unter 18 Jahren nicht gestattet. Auch der Genuss von Tabakwaren unterliegt gesetzlichen Beschränkungen. So dürfen Zigaretten und Co. weder an Jugendliche unter 18 Jahren verkauft noch von diesen in der Öffentlichkeit geraucht werden.

Ein Appell des Bürgermeisters zum Kinder- und Jugendschutz im Karneval wurde bereits an Schulen, an Gaststätten, an alle Karnevalsgesellschaften und anderen Einrichtungen in mehreren Sprachen verfasst (Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch) verteilt. Zusätzlich wurden und werden Broschüren mit einer Übersicht zum Jugendschutzgesetz in zehn verschiedenen Sprachen in Umlauf gebracht.

„Jugendschutz ist nicht alleine eine Aufgabe der damit betrauten Behörden wie dem Jugendamt, dem Ordnungsamt und der Polizei. Das Wohl unserer Kinder und Jugendlichen geht uns alle etwas an und muss höchste Priorität haben“, bittet Rudi Bertram die Bürger um Aufmerksamkeit und Mithilfe. Jugendschutzkontrollen seitens des Jugendamtes wird es an Weiberfastnacht im Bereich des Marktes, des Rathauses und in der Innenstadt geben. Das Jugendmobil der Mobilen Jugendarbeit ist von 10.30 bis 16.30 Uhr vor der Rathaus-Apotheke an der Marktstraße positioniert und dient als Anlauf- und Aufwärmstelle für Jugendliche. Ehrenamtler des Projekts „Feierstarter“ sind ebenfalls vor Ort und klären Jugendliche zum Thema Alkohol auf. Hier gibt es übrigens alkoholfreie Getränke und Cocktails kostenlos für die Jugendlichen.

Auch das Karnevalskomitee hat die Zugteilnehmer in Sachen Sicherheit und Ordnung wieder im Vorfeld instruiert. Aus gegebenem Anlass weist es zudem erneut darauf hin, dass zum Schutze der Zugteilnehmer und aller Zuschauer das Tragen von Kostümen oder sakralen Gegenständen, die religiöse Gruppierungen karikieren oder gar die Gefühle von Mitgliedern dieser Glaubensgemeinschaften zutiefst verletzen, grundsätzlich verboten ist.

650 so genannte Wagenengel werden den drittgrößten Rosenmontagszug „überwachen“ und begleiten. Die Feuerwehr ist mit 90 Einsatzkräften aus Hauptfeuerwehr, Freiwilliger Feuerwehr und Hilfsorganisationen präsent. Die Wehr richtet am Markt eine Einsatzstelle ein, die das Geschehen in der Stadt „überwacht“. Zudem gibt es am Markt eine Erstversorgungsstelle, um den Rettungsdienst, der bis zu acht Rettungswagen einsetzen kann, zu entlasten. „Am Rosenmontag sind es 200 Leute, die wir nach Bedarf einsetzen können“, so Wehrchef Axel Johnen. Mit den Einsatzzentralen an Markt (beide Tage) und Marienstraße (am Donnerstag) und den vielen Freiwilligen der Hilfsorganisationen soll wieder ein reibungsloser Ablauf gelingen. Ein Einsatzstab bestehend aus Feuerwehr, Polizei, Ordnungsamt und Jugendamt ist an allen Tagen in der Feuerwache zu erreichen.

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