Eschweiler - Kommunalpolitiker diskutieren drei Stunden lang mit Jugendlichen

Kommunalpolitiker diskutieren drei Stunden lang mit Jugendlichen

Von: ran
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Intensiver Austausch: Kommunalpolitiker Erich Spies (rechts, UWG) im Gespräch mit Jugendlichen der Arbeitsgruppe „Jugendpartizipation“.

Eschweiler. Sechs Kommunalpolitiker an sechs Tischen, die sich mit offenem Visier den auch kritischen Fragen von Jugendlichen stellen. So lautet das Konzept des Projekts „Food and Talk“, dessen dritte Auflage nun im Seehaus am Blausteinsee stattfand.

In Kooperation mit dem Jugendamt Eschweiler und dem Bildungsbüro der Städteregion Aachen organisierten die Jugendlichen der Arbeitsgruppe „Jugendpartizipation“ um Florian Weyand mit Unterstützung von Nicole Hillemacher-Esser und Sina Jansen von der Mobilen Jugendarbeit die Gesprächsrunden, um nach den gelungenen Auftaktveranstaltungen mit der indestädtischen Politik im Gespräch zu bleiben.

Keine leichte Aufgabe

Standen in den zurückliegenden beiden Jahren die Bürgermeisterkandidaten und die Fraktionsvorsitzenden Rede und Antwort, wurden diesmal die jüngsten Mitglieder der im Stadtrat vertretenen Fraktionen „zu Tisch“ gebeten. Für die etwas „kleineren“ Parteien keine ganz so leichte Aufgabe! Und so begrüßte Moderator Olaf Tümmeler von der Abteilung Kinder- und Jugendförderung des Jugendamtes neben den jungen Fragestellern auch die Stadtratsmitglieder Ugur Uzungelis (SPD), Thomas Schlenter (CDU), Dietmar Widell (Bündnis90/Die Grünen), Erich Spies (UWG) und Albert Borchardt (Die Linke) sowie mit Christian Braune den Vorsitzenden des FDP-Stadtverbands.

„Politisch tätig zu sein bedeutet auch, Weichen für die Zukunft zu stellen“, begrüßte mit Stefan Kaever der Erste Beigeordnete der Stadt die Diskutanten. Deshalb sei es von größter Bedeutung, junge Menschen zu gewinnen. „Für eine funktionierende Gesellschaft ist die Teilhabe von möglichst vielen Gruppen an der politischen Willensbildung unverzichtbar. Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und sich einbringen möchten, werden immer benötigt“, so der Kämmerer. Eine kürzlich veröffentlichte Studie besage, dass zwar immer mehr junge Menschen bereit seien, sich gesellschaftlich zu engagieren. „Dies geschieht aber vor allem außerhalb der politischen Strukturen“, wies Stefan Kaever auch auf das Durchschnittsalter der Kommunalpolitiker hin, die sich den Fragen stellten.

Anschließend ging es „in medias res“: An fünf Thementischen würde über Umwelt, Europa, Jugendarbeit und -partizipation, Schule und Ausbildung sowie Verkehr und Sauberkeit diskutiert und debattiert. An Tisch Nummer sechs wartete auf die Kommunalpolitiker der „heiße Stuhl“, auf dem nur die Antworten Ja oder Nein erlaubt waren. Jeder Politiker stand den Jugendlichen jeweils 15 Minuten für Fragen zu jedem Themenbereich zur Verfügung. Dass Politik zu machen, gerade auf kommunaler Ebene, keine ganz leichte Sache ist, wurde den Fragestellern schnell deutlich gemacht.

Plädoyer für Eigenverantwortung

So erklärte Dietmar Widell am „Verkehrstisch“ im Hinblick auf den Zustand mancher Straßen, dass man zunächst einmal unterscheiden müsse, ob es sich überhaupt um städtische Straßen handele. Denn nur für diese seien die Eschweiler Kommunalpolitiker mitverantwortlich. Albert Borchardt äußerte auf die Frage, wo er Europa in zehn Jahren sehe, die Hoffnung, dass bis dahin vielleicht eine Gegenströmung zur aktuell weit verbreiteten Anti-Europa-Stimmung eingesetzt habe.

Christian Braune vertrat die Meinung, dass weder Staat noch Stadt „alles regeln können müssen oder sollen“ und redete auch der Eigenverantwortung der Menschen das Wort. Thomas Schlenter gab auf dem „Heißen Stuhl“ der Schulpolitik in NRW und vor allem der Umsetzung des G8-Modells schlechte Noten, während sich Ugur Uzungelis in puncto Jugendarbeit und -partizipation durchaus die Wiederbelebung des Gedankens der Installierung eines Jugendparlaments vorstellen kann.

Die Sinnhaftigkeit der Einführung einer Umweltzone in Eschweiler erschließt sich dagegen Erich Spies in keinster Weise: „Da versucht die Bezirksregierung wirklich, den Teufel mit dem Belzebub auszutreiben.“

Rund drei Stunden setzten sich Kommunalpolitiker und Jugendliche in Gesprächen intensiv auseinander. Ein Gewinn für beide Seiten! Deshalb sollte im kommenden Jahr das Motto unbedingt „Aller guten Dinge sind vier“ lauten.

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