Eschweiler - Komiker Roberto Capitoni: Probleme werden mit Beton gelöst

Komiker Roberto Capitoni: Probleme werden mit Beton gelöst

Von: jlm
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Klein, temperamentvoll und schwäbelnder Italiener: Der Comedian Roberto Capitoni begeisterte seine Gäste im Talbahnhof und machte auch gleich Lust auf sein neues Programm. Foto: Julia Meuser

Eschweiler. Halbitaliener zu sein, das bedeutet „Dr. Jekyll und Mr Hyde in einer Person, als wärst du Vegetarier, würdest aber im Schlachthof arbeiten“. So also fühlt sich Roberto Capitoni, wie der gebürtige Schwabe seinen Zuschauern am Mittwochabend im Talbahnhof offenbarte.

Nachdem sein Vater sich 1955 seine Schreinerlehre gekauft habe, habe er die Idee gefasst, in Deutschland eine Pizzeria zu eröffnen. Also fuhr er mit seiner Vespa über die Alpen bis ins Allgäu, wo er sich auch gleich auf den ersten Blick in seine Zukünftige verliebte. Und dann kam Roberto. „Italiener und Schwabe – ich habe schon im Bauch gemerkt, dass da was nicht stimmt. Ich wollte nicht raus.“ Als sein Vater dann gesehen habe, dass sein Sohn – typisch italienisch eben – ein wenig klein war, gab er ihm einen besonders langen Namen: Roberto Emilio Francesco Paolo Sergio Capitoni. „Bei der Taufe bin ich fast ersoffen. Im Taufbecken habe ich in einem das Seepferdchen gemacht.“

Auch von dem Familienoberhaupt, seinem Onkel Luigi aus Palermo, Sizilien, berichtete Capitoni. Dieser habe ihn immer ermahnt und gesagt: „Italiener weinen nicht!“ Das Problem: „Ich bin nicht am, sondern im Wasser gebaut“, so der Halbitaliener. Er werde immer direkt melancholisch. Wenn Onkel Luigi in der Nähe sei, reiße er sich aber zusammen – der sei nämlich berüchtigt dafür, „Probleme“ mit Blei an den Füßen zu entsorgen.

Bestellung am Nebentisch

Letztens saßen sie in der Pizzeria, als sie am Nebentisch eine Bestellung vernahmen: „Knotschies mit Görgönzölasauce“. Auf das Angebot des Onkels, er habe frischen Beton dabei, sei niemand eingegangen.

Mittlerweile habe auch er eine Familie gegründet, sei verheiratet und habe eine Tochter. Am Anfang sei das ja auch ganz toll gewesen, „aber irgendwann stehst du am Ende der Nahrungskette – nach dem Hund.“ Und die Musik seiner Tochter könne er auch so langsam nicht mehr hören. Um das Problemchen zu beheben, habe Onkel Luigi ihr kurzerhand einen MP3 -Player geschenkt. Als er noch klein gewesen sei, habe es nur Kassetten gegeben. Wegen des Bandsalats habe er damals seine erste Sehnenscheidenentzündung bekommen. Und habe er heute noch keinen einzigen Lieblingssong auf Kassette, dafür aber immer die Staumeldung oder die Moderatoren.

Zu guter Letzt belehrte Roberto Capitoni seine Gäste mit einer neusten Erkenntnis: Jesus war Italiener, denn nur ein italienischer Mann wohnt bis 30 noch bei Mama, nur ein italienischer Mann hält seine Mama für eine Jungfrau und nur eine italienische Mutter hält ihren Sohn für Gott.

Der Comedian warb ebenfalls für sein neues Programm „Ein Italienier kommt selten allein“, bei dem auch sein Onkel wieder eine große Rolle spielen wird, sowie für sein Buch und Hörbuch „Ich mach dir Betonschuhe“. Man darf also gespannt sein auf Neuigkeiten vom schwäbelnden Italiener.

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