Königsschießen: Kinzweiler Schützen feiern ausgelassen

Von: ch
Letzte Aktualisierung:
14684240.jpg
Nachwuchspflege ist Ehrensache: Erfahrene Schützen wie Wilhelm Bonn standen dem Nachwuchs beim Königsvogelschuss der St.-Blasius-Schützenbruderschaft Kinzweiler mit Rat und Tat zur Seite. Foto: Christoph Hahn

Eschweiler-Kinzweiler. Zum Leben in ihrem Heimatort Kinzweiler gehören sie untrennbar dazu – kein Wunder also, dass der Königsvogelschuss der St.-Blasius-Schützenbruderschaft und das bunte Treiben ringsum bei den Mitbürgern der Veranstalter auf regen Zuspruch stieß.

Ein kleines Dorf hatten die Organisatoren an der Festhalle aufgebaut. Hüpfburg, Wurfbude und andere Attraktionen, darunter der Grill und ein sehenswertes Kuchenbüffet, erfreuten die Besucher und sorgten für eine bodenständige Aufenthaltsqualität.

Das Engagement der Schützen war spürbar – nicht nur, aber auch wegen der umfangreichen Angebote für die Gäste. Die sprachen nicht nur den Leckereien zu, sondern nahmen gleichzeitig kritisch und voller Sympathie die sportlichen Leistungen der Hausherrn in Augenschein. Dabei standen nicht nur die Erwachsenen im Mittelpunkt. Gerade um die Jüngsten, die Schüler, kümmerten sich die Aktiven mit sehr viel Sorgfalt – und ließen sich auch nicht davon beirren, dass hier das Feld mit ganzen zwei Teilnehmern recht dünn besetzt war.

Erfahrene Schützen wie Wilhelm Bonn – Ehefrau, Brudermeisterin und Noch-Kaiserin Susanne führte derweil Protokoll – erklärten Titelkandidaten wie dem späteren Schülerprinzen Michael Müller ganz genau, worauf es ankommt, wie das fest aufmontierte Gewehr gehalten werden muss, wie gezielt und der Holzvogel erfolgversprechend in Stücke geschossen wird.

Nachwuchspflege nehmen sie wichtig in Kinzweiler, damit die St.-Blasius-Schützen mit derzeit insgesamt 165 Mitgliedern eine Zukunft haben. Denn aus den neun Aktiven beim Königsvogelschuss der Erwachsenen sollen ruhig noch ein paar mehr werden. Frauen an der Führungsspitze, Offenheit gegenüber Menschen, die eine andere Hautfarbe tragen oder einen anderen Lebensstil pflegen: Das ist für die Brudermeisterin und die Ihren überhaupt kein Problem.

„Das ist ja alles freigegeben“, betont Susanne Bonn mit Blick auf die Diskussionen über homosexuelle Schützenkönige und andere Themen. Offenheit – die ist ihr und den Anderen doch sehr wichtig. Zwar gehören die Kinzweiler zu den Historischen Schützenbruderschaften und damit zu den Vereinen mit einem kirchlichem Kontext. Aber trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb) stehen die Blasius-Schützenbrüder und –schwestern mit beiden Beinen fest im Hier und Jetzt.

Vor allem aber sind sie bedingungslos für ihre Mitmenschen da, ob die nun auf den Königsvogel anlegen oder einfach nur bei Bier und Würstchen vom Grill nebst Kartoffelsalat eine schöne Zeit verbringen wollen. Dass in Kinzweiler jenes viel beschworene Wesen namens „der Nächste“ mehr als eine abstrakte Größe ist, davon hat das bunte Treiben rund um die Festhalle jedem Besucher am „Vatertag“ eine ganz praktische Anschauung vermittelt.

Das Schönste dabei: Mit dem Feiern ist noch immer nicht Schluss. An Pfingsten steht traditionell das Schützenfest in Kinzweiler auf dem Programm. Dann wird die Festhalle wieder von den St.-Blasius-Schützen in Grün und Weiß geschmückt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert