Königin der Instrumente gibt sich rockig

Von: ran
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Orgelrockt
Holt aus der „Königin der Instrumente“ durchaus ungewohnte, aber absolut hörenswerte Klänge heraus: Organist Patrick Gläser während des „Orgel rockt“-Konzerts in der Dreieinigkeitskirche. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. Freddy Mercury, James Hetfield und Jack Sparrow in der Dreieinigkeitskirche! Kann das gutgehen? Und ob: Organist Patrick Gläser, Initiator des Projekts „Orgel rockt“, stellte dies während seines sehr gut besuchten Konzerts in dem mit einer wundervollen Akustik ausgestatteten Kirchenraum eindrucksvoll unter Beweis.

Knapp eineinhalb Stunden lang machte der auch als Musikproduzent und Chorleiter tätige Komponist aus dem baden-württembergischen Öhringen deutlich, was an und mit der „Königin der Instrumente“ so alles möglich ist. Dabei drangen den zahlreichen Zuhörern weit mehr wohlbekannte, eingängige, dramatische, zarte und harte Klänge ins Ohr, als die Queen-Hymne „Bohemian Rhapsody“, der Metallica-Klassiker „Nothing else matters“ oder die Filmmelodie des Blockbusters „Fluch der Karibik“ der eingangs genannten Protagonisten.

„Ich höre die Titel, die meines Erachtens für meine „Orgel rockt“-Konzerte in Frage kommen, so lange, bis ich sie an der Orgel spielen kann. Dabei ist natürlich auch einiges an Improvisation gefragt. Denn eines ist klar: Bei weitem nicht alles, was unter Rock- und Popmusik firmiert, ist einfach nur flach. Es gibt zahlreiche anspruchsvolle Stücke. Was sie in den kommenden 80 bis 90 Minuten hören werden, ist also nicht unbedingt nach Noten konzipiert, sondern nach Gehör und aus dem Bauch heraus“, stimmte Patrick Gläser die gespannt auf den ersten Takt wartenden Konzertgäste auf das kommende Klangerlebnis ein.

Dann ließ der Organist, der ursprünglich aus Leichlingen stammt und deshalb das Konzert in der Indestadt „im weitesten Sinne ein Heimspiel“ nannte, zum Start Van Halens „Jump“ als „Ausdruck der Freude“ erklingen, um anschließend in dem evangelischen Gotteshaus während des „Coldplay“-Welthits „Viva la Vida“ im Sinne der Ökumene „Roman Catholic Choires“ (römisch-katholische Chöre) singen zu lassen. Die „Fantasy“ von „Earth, Wind & Fire“ ließ so manchen Zuhörer ins Träumen kommen, bevor Patrick Gläser in Kooperation mit Udo Lindenberg anhand der Vertonung von „Hinterm Horizont geht‘s weiter“ den Blick nach vorne richtete.

Doch nicht nur Welthits standen auf der Songliste: Der Organist stellte mit unter anderem „Spirits“ und „Du hast dir deinen Weg selbst gewählt“ auch Lieder vor, die er gemeinsam mit dem „Jugendchor Öhringen“ konzipierte und die Teil der noch unveröffentlichten Musicals „Schlagbäume“ und „Schattenzeiten“ sind. Den Titel „Auf uns“ von Andreas Bourani präsentierte Patrick Gläser mit einem eindeutigen Ziel: „In der Hoffnung, dass die Menschen nicht nur während einer Fußball-WM oder EM fähig sind, zusammenzustehen, sondern auch bei dem Versuch, die aktuellen Herausforderungen zu meistern.“

Im Anschluss an Bryan Adam‘s Erinnerungen an seinen ersten Gitarrenkauf im „Summer of 69“ leitete der „Final Countdown“ von Europe den Schlussteil des definitiv außergewöhnlichen Konzerts ein. „Was schon durch die Zahl der Zuhörer belegt wird“, hatte Gerhard Behrens, Kantor und Organist der Evangelischen Kirchengemeinde Eschweiler, bereits zur Begrüßung augenzwinkernd festgestellt. Denn wozu die „Königin der Instrumente“ so alles fähig ist, wissen nun zahlreiche Musikbegeisterte mehr.

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