Eschweiler-Weisweler - „Kölsche Weihnacht“: Paveier in ausverkaufter Festhalle

„Kölsche Weihnacht“: Paveier in ausverkaufter Festhalle

Von: zsa
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Auch das ist Weihnachten: Sänger Sven Welter (rechts) sprach das Thema „Flüchtlingskrise“ an und besang anschließend mit den Paveiern im Lied „Wenn mir uns alle he verstohn“ einen Lösungsweg für die ganze Welt. Foto: Sandra Ziemons
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Der Kinderchor St. Severin hatte bei der „Kölsche Weihnacht“ einen Gastauftritt und sorgte mit „Et hät geschneit“ für winterliche Stimmung. Foto: Sandra Ziemons

Eschweiler-Weisweler. Frühlingshafte Temperaturen um 15 Grad Celsius, kein Schnee in Sicht und auch sonst sind viele Eschweiler wenige Tage vor Heiligabend noch nicht in Weihnachtsstimmung. Bei etwa 500 Indestädtern dürfte sich dies am Samstagabend allerdings geändert haben.

Dafür sorgten die Paveier und ihre Freunde beim Konzert „Kölsche Weihnacht“ in der Weisweiler Festhalle. Bereits zum fünften Mal machte die bekannte Formation, bestehend aus Bubi Brühl, Klaus Lückerath, Johannes Gokus, Markus Steinseifer, Detlef Vorholt und Sven Welter, mit ihrem Weihnachtskonzert „Kölsche Weihnacht: Paveier und Freunde“ in Eschweiler Halt. Und auch wenn sie seit fast drei Wochen ununterbrochen unterwegs und auch schon etwas angeschlagen waren, wie Bubi Brühl zu Beginn ankündigte, gaben die sechs Musiker in der festlich dekorierten und ausverkauften Festhalle Weisweiler alles.

Ob ruhig und nachdenklich wie mit den Titeln „Der ahle Mann“, „Frog de Wind“ und „Warum“ oder schwungvoll und fröhlich wie mit den Liedern „Wor dat allet nur ne Draum“ oder „Et Nussknackerleed“ – die Paveier stimmten das Publikum perfekt auf die bevorstehenden Weihnachtstage ein. Aber keine Besinnlichkeit ohne ein wenig Erfrischung: So gehörte der Ausflug nach „Gran Canaria“ ebenso zum Programm wie der amüsante Paveier-Klassiker „Heilich Abend auf dem Dom“, den Bubi Brühl, Sven Welter, Detlef Vorholt und Klaus Lückerath zur Abwechslung mal mit Alphörnern anstimmten. Die ersten Töne von „Stille Nacht“ waren tatsächlich deutlich zu erkennen.

Neben einer von Bubi Brühl vorgelesenen lustigen Weihnachtsgeschichte über einen alten Christbaumständer, der sich dreht, „Oh Tannenbaum“ spielt und nachher für Chaos im Wohnzimmer sorgt, bereicherten auch dieses Mal einige Gäste das Konzert der Paveier. Zunächst trat der Kinderchor St. Severin Weisweiler unter Leitung von Norbert Hoersch gemeinsam mit den Paveiern auf: Lauthals trällerten die Kleinen „Es hätt geschneit“ und „Kumm joot heim, leeve Klös“. Der Sängernachwuchs erhielt dafür besonders viel Applaus. Überdies gab es für die kleine Feline zu ihrem zwölften Geburtstag ein von Bubi Brühl persönlich angestimmtes Ständchen. Auch der Gospelchor Crescendo aus Kreuzau begeisterte unter der Leitung von Sabrina Koultchitski nicht nur die Paveier, sondern auch das Publikum mit einer mitreißenden Darbietung der Lieder „Bethlehem im Lande Judäa“ und „Wenn mer hät, soll man jevve“.

Einer, der als Stargast für tosenden Applaus sorgte, noch bevor er vorne auf der Bühne stand, war Bodo Schulz. Der langjährige Bassist der Paveier schlüpfte noch einmal in seine Paraderolle als Greis im Nachthemd, der mit Nachtopf und darin brennender Kerze in der Hand mit dem Bläck-Föss-Stück „Ich frooch mich, wie weed et em Himmel“ gesanglich über die Zukunft sinnierte. Dass er in den Himmel kommen wird, „weil er so ne joote Käärl is“, dessen war sich auch das Publikum sicher und sang den Refrain mit.

Wie wäre die Weihnachtsgeschichte abgelaufen, hätte sie im Rheinland gespielt? Unter dieser Leitfrage erzählte und reimte „Et Rumpelstilzchen“ Fritz Schopps die Geburt von Jesus Christus neu. Seine Mutter Maria, oder „et Marie“, kommt aus Düsseldorf und sein Vater Josef aus Köln. Aber wie in der Bibel wird auch hier alles gut: Jesus wird in Köln geboren, ihm huldigt die Prinzengarde und vom Kölner Karnevalsprinzen erhält seine erste Dauerkarte für den 1. FC Köln. Beim Publikum flossen die Lachtränen in Strömen.

Anschließend sorgte Tenor Norbert Conratz als weiterer Gast des Abends dagegen für erstauntes Schweigen: Stimmgewaltig präsentierte er eine besondere Kölsch-Version des Westlife-Hits „You raise me up“, in der er sang „Du hälls mich fess, bess jeden Daach ming Hoffnung“. Und dank der rheinischen Vertextung durch Klaus Lückerath wurde anschließend selbst aus dem 190 Jahre alten Schubert-Stück „Ave Maria“ ein kölsches Weihnachtslied.

Dass man in der Weihnachtszeit auch an Menschen denken sollte, denen es weniger gut geht, als einem selbst, daran erinnerten die Paveier mit ihren Stücken „Wenn mir uns alle he verstohn“ und „Für all Minsche“. Aber auch mit der Kölsch-Version des Leonard-Cohen-Titels „Hallelujah“ berührten sie das Publikum, das dann noch laut den Refrain von „Hallelujah“ mitsang. Mit ihrem Erfolgshit „Heimat es“ setzten die Paveier dem besonderen Konzert die Krone auf. Als Zugabe sangen Profis und Publikum gemeinsam verschiedene Weihnachtslieder, die vom Trompetensound „Die Weisweiler“ instrumental begleitet wurden.

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