Kölsche Weihnacht: Ein „Jeföhl” wie am Dom

Von: vr
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Und, hätte Sie sie erkannt?
Und, hätte Sie sie erkannt? Micky und Bubi Brühl, Detlef Vorholt und Klaus Lückerath (von links) machten auch als talentfreies Bläser-Quartett an „Heilichaband auf dem Dom” eine gute Figur. Foto: Volker Rüttgers

Eschweiler. „He woore mir jo noch net - zumindest nit ahn Weihnachte!”, irgendwie kam ihm die Halle dann doch noch bekannt vor, schließlich hatte Bubi Brühl in der jüngeren Karnevals-Vergangenheit die Weisweiler Festhalle mit seinen Bandkollegen ein ums andere Mal zum Kochen gebracht.

Dass die „Paveier” auch anders können und die leisen Töne beherrschen, zeigten sie am Donnerstagabend, an dem sie von der Bühne nicht in hunderte bunt geschminkte Gesichter, sondern auf zwei festlich geschmückte Weihnachtsbäume und in verträumte Blicke schauten, denn sie feierten in Weisweiler erstmalig ihre „Kölsche Weihnacht”.

In und um Köln ist das Angebot von kölschen Weihnachtskonzerten derart erdrückend, dass es den „Paveiern” nicht schwer fiel, die Einladung von Dietmar Krauthausen, dem musikalischen Leiter des Trompeterkorps „Die Weisweiler”, anzunehmen und mit Pudelmütze und Instrumenten über zwei Stunden lang für pures „Weihnachtsjeföhl” zu sorgen. Ob „Dä ärme Schniemann” oder „Unser Bäumche”, von „Leechterkette” bis zum „Noßknackerleed” - alles rund um das gemütlichste aller Feste im Jahr wurde besungen und weckte beim Publikum Erinnerungen an die Weihnachtszeit früherer Tage, fern ab von Stress und Hektik.

Gemeinsam mit dem Kinderchor der Weisweiler Pfarre St. Severin unter der Leitung von Norbert Hoersch zauberte die kölsche Kultband vorweihnachtliche Atmosphäre in die Weisweiler Festhalle, als es hieß: „Et hät jeschneit” und „Do es ne Stään”.

Zur kölschen Weihnacht gehören Auftritte von Gastkünstlern ebenso dazu wie die Kerzen zum Christbaum, und so freuten sich die „Paveier”, auf der Weisweiler Bühne den „kölschen Tenor” Tino Selbach begrüßen zu können, der ebenso mit seiner Stimme begeisterte wie die A-capella-Formation „Die Wanderer”, ebenfalls aus Köln.

Gemütlichkeit „wenn em Ovve et Holz knack” und augenzwinkernde Ironie beim „Warten aufs Christkind”, Kulinarisches à la „Äppel, Nöß un Marzipan” und natürlich Heimatverbundenheit durch die Hymne „Heimat ess” - die „Kölsche Weihnacht” ist Emotion pur und kann natürlich nicht ohne rheinischen Humor sein, sei es Bassist Bodo Schulz im Nachthemd mit „Pöttchen” beim Sinnieren über das Himmelreich oder aber das völlig talentfreie Bläser-Quartett, bestehend aus Micky und Bubi Brühl, Detlef Vorholt sowie Klaus Lückerath.

Eines jedenfalls war am Donnerstag sicher: Es dürfte einer der letzten Auftritte des Frontmannes Micky Brühl mit seinen „Paveiern” in Weisweiler gewesen sein, hatte er doch zwei Tage zuvor auf einer Pressekonferenz verkündet, dass er nach der anstehenden Session am Aschermittwoch die Band nach über 30 Jahren verlassen wird, um eventuell ein Soloprojekt zu starten.

Doch die „Kölsche Weihnacht” am Donnerstagabend war einem anderen Mann gewidmet: dem kürzlich verstorbenen Liedermacher Hans Knipp, der auch für die „Paveier” komponiert und getextet hatte. Ihm dürfte „bovven op dä Wolk” vor allem auch das grandiose Konzertfinale mit den Trompetern „Die Weisweiler” gefallen haben, als gemeinsam mit dem begeisterten Publikum in der Festhalle weihnachtliche Klassiker angestimmt wurden.

In einem waren sich alle Besucher sicher: Eine Wiederholung dieser „Kölschen Weihnacht” ist absolut gewünscht.
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