Eschweiler - Kölner Behörde bleibt bei Standorten für Solarparks hart

Kölner Behörde bleibt bei Standorten für Solarparks hart

Von: Patrick Nowicki
Letzte Aktualisierung:
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Solarpaneele wie auf unserem Bild am Kraftwerk dürfen wahrscheinlich in Eschweiler nur an zwei weiteren Stellen gebaut werden. Foto: Nowicki

Eschweiler. Der Solar-Streit zwischen der Bezirksregierung und der Stadt Eschweiler geht in die entscheidende Runde. Am 29. September soll der Regionalrat in Köln entscheiden, ob die Indestadt weitere Flächen für Solaranlagen ausweisen kann.

Große Chancen bestehen allerdings nicht, denn die Sitzungsvorlage spricht eine klare Sprache: Die „vorliegende Bauleitplanung der Stadt Eschweiler“ sei nicht an die Ziele der Raumordnung angepasst.

Bei zwei Standorten sind sich die Behörden einig: Entlang der Bahnstrecke Bovenberg und auf dem Fibercast-Gelände an der Feldstraße können Solarpaneele aufgestellt werden. Alle anderen Areale, die sich die Stadt Eschweiler ausgeguckt hat, lehnt die Bezirksregierung kategorisch ab. Damit steht sie auch im Widerspruch zum Umweltamt der Städteregion, das keine Bedenken zu den Plänen der Stadt Eschweiler äußerte.

Grundsätzlich will die Bezirksregierung vermeiden, dass wahllos Freiflächen für Solarparks genutzt werden. Ausnahmen sind jedoch möglich und im Landesentwicklungsplan verankert: Diese gelten für Areale, die schon bebaut waren und sind, jedoch nicht mehr genutzt werden. Auch auf Aufschüttungen und entlang von Bundesfernstraßen und Schienenwegen „mit überregionaler Bedeutung“ dürfen Solaranlagen errichtet werden.

An einem Standort, der von der Stadt Eschweiler vorgeschlagen wird und dem der Stadtrat zustimmte, lässt sich die unterschiedliche Interpretation der beiden Behörden deutlich erkennen: an der Halde Nierchen. Während die Stadtverwaltung davon ausgeht, dass es sich um eine Bergehalde handelt und damit die Voraussetzungen als Standort für einen Photovoltaik-Park erfüllt sind, bewertet die Bezirksregierung das Gebiet als Rekultivierung und damit falle es nicht „unter den klassischen Begriff einer Halde“.

Die Stadt Eschweiler schickte in der Summe zunächst neun Standorte ins Rennen, zwei davon wurden angenommen. Nach der ersten Ablehnung der Bezirksregierung im Frühjahr nahm die Verwaltung nun mit dem Segen des Stadtrates einen neuen Anlauf mit vier Flächen. Das Ergebnis: Alle lehnt die Bezirksregierung ab. Das Gebiet an den Raststätten Prop­steier Wald liege innerhalb eines Grünzuges, gleiches gelte auch für die Stellen an der Autobahnauffahrt Eschweiler-Ost und am Vöckelsberg. Auch die Halde Nierchen darf in den Augen der Kölner Behörde nicht mit Solarpaneelen versehen werden.

Damit ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, denn es handelt sich um eine Verwaltungsvorlage. Dass der Regionalrat sich der Begründung der Behörde anschließt, gilt jedoch als sicher. Dies würde für Eschweiler bedeuten: „Die gemeindliche Planungsabsicht wäre dementsprechend nicht umsetzbar.“ Und Eschweiler guckt beim Ausbau erneuerbarer Energiequellen in die Röhre.

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