Eschweiler - Koch-Marshall-Trio überzeugt bei „Blues meets Rock“ im Rio

Koch-Marshall-Trio überzeugt bei „Blues meets Rock“ im Rio

Von: psi
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Satte zwei Stunden Energie-Musik mit dem Koch-Marshall-Trio erlebten die Zuschauer bei „Blues meets Rock“ im Rio. Foto: Santosi

Eschweiler. Eine außergewöhnliche Show in der Clubkonzertreihe „Blues meets Rock“ erlebten rund 80 Livemusikfans am Dienstag im Rio in der Schnellengasse. Der US-Gitarrist Greg Koch, sein Sohn Dylan am Schlagzeug und Kollege Toby Marshall an der Hammond-Orgel heizten ihrem Publikum mit einer über zweistündigen Energieleistung gehörig ein.

Bereits am Nachmittag beim Soundcheck begleiteten wir die Musiker und erfuhren, wie es zu der ungewöhnlichen Besetzung völlig ohne eine Bassgitarre kam. Greg Koch kannte Toby Marshall bereits und schätzte dessen Fähigkeit, die Hammond so einzusetzen, das sie sowohl per Fußpedal den Bass, dazu aber auch eine melodisch-harmonisch Begleitung und ein Solo-Instrument bietet: „Zwei zum Preis von einem“, so Koch mit seinem gewohnt staubtrockenen Humor.

Toby Marshall verschwieg nicht, dass er vor ein paar Monaten bereits daran dachte, komplett mit dem Musikmachen aufzuhören und stattdessen lieber großkalibrige Erntemaschinen über die Felder des US-Bundesstaates Minnesota lenkte. Greg Kochs Sohn Dylan begann bereits im zarten Alter von vier Jahren damit, spielerisch auf alles Mögliche einzudreschen, bevor ihn sein Vater zum Schlagzeug brachte.

Aus dieser freundschaftlich-familiären Grundsituation schafft das Koch-Marshall-Trio eine explosive Klangmischung, wie eingangs erwähnt völlig ohne E-Bass und Gesang. Das verwunderte einige Zuschauer am Dienstagabend zunächst, mündete schließlich aber in großer Begeisterung.

Hochgeschwindigkeits-Picking

Koch, der von vielen Kollegen ob seiner Leichtigkeit gepriesen wird, musikalische Stile ganz einfach miteinander zu verbinden, schien seine Hochgeschwindigkeits-Picking-Phase vergangener Jahre zunächst mal in der Schublade gelassen zu haben. Nach wie vor kombinierte er jazzige Phrasen mit wüsten Rock-Elementen und unvorhersehbaren Harmonie-Folgen. Früher waren seine Songs in der Regel etwa drei bis fünf Minuten lang und hatten streckenweise auch radiotaugliches Potenzial.

Im aktuellen Koch-Marshall-Projekt lässt man sich jedoch viel mehr Zeit und scheut sich nicht, auch einmal Nummern von zehn Minuten Länge zu Gehör zu bringen, in denen sich Greg Koch und Toby Marshall die Soli gegenseitig passgenau vorlegten. Das alles auf dem Rhythmus-Teppich des noch „jungen Wilden“ Dylan Koch, der für den Geschmack einiger Gäste zwar sehr kraftvoll spielte, aber vielleicht noch eine Spur zu wenig Abwechslung und Dynamik ins Bandgefüge brachte.

Eine besondere Hommage an den Macher im Hintergrund von „Blues meets Rock“, Klaus Schmidt, ließen sich die beiden Kochs und Toby Marshall nicht nehmen. „Funky Klaus“ ist eine Art klingendes Dankeschön an den treuen Tourmanager Schmidt, der wirklich alles Erdenkliche unternimmt, damit seine Gäste es unterwegs und auf den Bühnen gut haben.

Die diesjährige Tour führt das Trio übrigens nicht nur durch Deutschland und die Niederlande, sondern auch nach Griechenland und ins Baltikum. Greg Koch, der mit seinen Gitarren-Videos jetzt schon vielfacher YouTube-Klick-Millionär ist, wird mit Sicherheit seine Fangemeinde in Europa damit nochmal deutlich ausbauen.

 

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