Knapp zehn Prozent brechen den Integrationskurs ab

Von: pan
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Sieht die VHS gut gerüstet: Leiterin Silvia Hannemann. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Die hohe Abbrecherquote in den Integrationskursen mancher Städte sorgte für Schlagzeilen. Für Eschweiler gelte dies jedoch nicht, machen die Leiterin der Volkshochschule, Silvia Hannemann, und die VHS-Fachbereichsleiterin für Sprachen, Marga Müller, deutlich. Von den 760 angemeldeten Personen in Integrationskursen haben 679 in den vergangenen Jahren die Prüfung erfolgreich bestanden.

Dies ergibt eine Quote von über 89 Prozent. „Damit liegen wir weit über dem Durchschnitt“, teilt Silvia Hannemann mit. In der Statistik werde zudem nicht berücksichtigt, wie viele Menschen während des Kurses in eine andere Stadt gezogen sind. Tatsächlich, so glaubt man in der VHS-Leitung, sei die Abbrecherquote noch geringer.

Marga Müller nennt die in der Eschweiler Volkshochschule geschaffenen Strukturen als Gründe für die hohe Erfolgsquote. Seit dem Jahr 2005 werden dort Integrationskurse angeboten. Die inde-städtische VHS war damit eine der ersten in der Bundesrepublik. Viele Dozenten blicken selbst auf eine Migrationsgeschichte. „Es ist uns auch gelungen, die Kurse immer unterschiedlich zu besetzen, so sitzen Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturkreisen in einem Raum zusammen“, berichtet Müller. Die Kurssprache sei ausschließlich Deutsch. Dass die Menschen bei der Stange blieben, sei für sie nicht selbstverständlich. „Der Kurs umfasst schließlich über 600 Unterrichtsstunden.“

Allerdings besteht in manchen Bereichen immer noch Nachholbedarf. So bestehen Probleme bei der Kinderbetreuung während der Kurse. Zwar hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) darauf mit einem Programm reagiert, allerdings wird darauf in Eschweiler noch nicht zurückgegriffen.

Die VHS-Leiterin Silvia Hannemann nennt dafür auch einen Grund: „Nachdem einige Programme nur kurz gelaufen sind, haben viele Träger kein Vertrauen mehr, um auf den Zug aufzuspringen.“ In Eschweiler wolle man darum andere Wege gehen. Eine Möglichkeit ist, Tagespflegepersonen einzubinden.

Die Zahlen im VHS-Programm für das kommende Semester lassen nach Auffassung von Hannemann nicht den Schluss zu, dass der Bereich Integration abgenommen habe. Integrationskurse nehmen statt 2170 noch 1930 Unterrichtsstunden in Anspruch; die Stundenzahl für Deutsch als Fremdsprache sinkt von 1599 auf 1144. Als Gründe nennt sie die kurze Dauer des Semesters und die Tatsache, dass sich manches Integrationsangebot nun in der beruflichen Fortbildung wiederfinde. Dazu zählen der berufsbezogene Integrationskurs im Rahmen der KompAS-Maßnahme und der berufsbezogene Deutschkurs.

Ein Schwerpunkt der Integrationsarbeit liegt auf der Beratung. Sie zielt darauf, die Vorkenntnisse der Menschen zu erfassen und Verbindungen zu anderen Behörden herzustellen. Dazu zählen Wohlfahrtsverbände, die bei sozialen Problemen helfen können, aber auch Anträge an das BAMF. In den vergangenen 45 Arbeitswochen wurden in der Volkshochschule mehr als 2700 Personen beraten.

Auch der beruflichen Weiterbildung kann eine Beratung vorgeschaltet werden. Dies ist auch dann interessant, wenn Bildungsschecks ausgestellt werden sollen. Die Volkshochschule holt sich dafür auch eine externe Beraterin ins Haus.

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