Eschweiler - „Knacki” Deuser: Comedy im Hexenkessel

„Knacki” Deuser: Comedy im Hexenkessel

Von: abd
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Wortakrobatik, skurrile Tanzeinlagen und pantomimische Höchstleistungen: Mit „Knacki” Deuser war ein großartiger Comedian zu Gast im Talbahnhof. Foto: André Daun

Eschweiler. „Ich freu mich, dass ich heute hier sein muss.” - Mit diesen Worten begrüßte Klaus-Jürgen alias „Knacki” Deuser die vielen Besucher im bis auf den letzten Platz gefüllten Talbahnhof. In der Indestadt, so erzählt der bekannte Moderator der Sendung „Night Wash”, fühle er sich sehr wohl. Schließlich habe Eschweiler fast so viele Baustellen wie seine Heimatstadt Köln.

Und so präsentierte Deuser ein 90-minütiges Programm mit einem Jahresrückblick voll von Wortakrobatik, skurrilen Tanzeinlagen, pantomimischen Höchstleistungen und beeindruckender Fingerfertigkeit im „Eschweiler Hexenkessel”.

Der Kölner bezeichnet sich selbst als „Comedy-Tourette”-Kranker. Während er im Alltag häufig lustige Sachen macht, auch wenn es gerade unpassend ist, war dies im Kulturzentrum genau richtig. Ganz nach der Devise „Man muss über alles ein bisschen lachen können”, redet er sich seine Probleme von der Seele.

Der symphatische Kabarettist erzählt von kleinen und großen Katastrophen und das es ihm trotz der vielen Krisen richtig gut: Selbstkritisch fragt er sich auch, ob das überhaupt sein kann.

Politik ist bei „Knacki” ein ganz großes Thema. Leicht stellt er einen Bezug von bekannten Comic-Helden zu der deutschen Politik her: Außenminister Westerwelle wird da zu Gustav Gans - immer gut gekleidet und weiß alles besser. Und der wahre Grund der Atomkraft-Laufzeitenverlängerung liegt dann auch auf der Hand: Angela Merkel möchte lieber Homer Simpson den Arbeitsplatz sichern, anstatt erneuerbare Energien zu fördern.

Überhaupt, die Kanzlerin scheint nur noch zu lächeln - wenn sie auf dem Kopf steht. Anfang des Jahres fiel Deuser die Krise der schwarz-gelben Koalition auf, jetzt weiß er, schwarz-gelb ist eine Krise.

Aber immerhin, wenn es abwärts geht, wird die deutsche Regierung aktiv und kreativ. Beispielsweise die Abwrackprämie: Das Prinzip klappte doch super, und als Fortsetzung könnte man das Rentenproblem auch noch aus der Welt schaffen.

Auch weltweite Probleme will der Kabarettist ganz simpel lösen: Wie wäre es beispielsweise mit einer Open Air Tankstelle im Golf von Mexiko? 50 Öl und 50 Seevogel. Als Wappentier für Griechenland schlägt Deuser den Kuckuck vor.

Alltäglich Probleme beschäftigen den Comedian natürlich auch: Eins stellt er ganz deutlich heraus: Männer sind nicht nachtragend im Gegensatz zu Frauen, daher die wahren Dienstleister der Gesellschaft.

In seinem Programm stellte Klaus-Jürgen Deuser sich auch selbst vor. So bewies er gleich mehrmals seine Liebe zur Heimatstadt Köln. Auch seine Angst vor Politessen blieb hier kein Geheimnis. In New York-Geschichten beschreibt er die Mentalität der Amerikaner und wie er sie erlebt. Da seine Frau aus den USA stammt, hat er eine ganz besondere Beziehung zu der amerikanischen Kultur.

Als Zugabe zeigte Deuser eine akrobatisch interpretierte Version von Shakespeares Romeo und Julia. In einer rasanten Jonglage erzählte er die Geschichte auf seine eigene Art und Weise. Das Publikum war begeistert und bedankte sich mit tosendem Applaus bei Knacki.
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