Eschweiler - „Knacki“ Deuser begeistert im Talbahnhof

„Knacki“ Deuser begeistert im Talbahnhof

Von: vr
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Nein, so böse wie er blickt, ist er gar nicht. Im Gegenteil, Knacki Deuser absolvierte mit seinem Programm „Nicht jammern - klatschen“ einen sehr sympathischen und wahnwitzig temporeichen Auftritt. Foto: Volker Rüttgers

Eschweiler. Der Mann ist schnell. Das hat er gelernt, das musste er sein als Moderator von „Night Wash“, einer der ersten und erfolgreichsten deutschen Stand-up-Comedyformate. Während ihm bei „Night Wash“ nur wenige Minuten zwischen den Auftritten blieben, um seine Pointen zu setzen, hatte Knacki Deuser am Donnerstag einen ganzen Abend zur Verfügung, und zwar exklusiv.

Doch gelernt ist gelernt und so feuerte Deuser aus vollen Comedy-Rohren, dass seinem dauerlachenden Talbahnhof-Publikum nur die Pause zum Luftholen blieb.

Von „hydrosexuellen“ Pubertierenden, „Dental-Schamanen“ bis hin zur Ü90-Party, Knacki Deuser kennt sie alle und zeichnet die lieben, aber merkwürdigen Mitmenschen auf der Bühne köstlich nach. Dabei fordert er in seinem aktuellen Bühnenprogramm „Nicht jammern – klatschen“ ganz klar zum Mut auf. Na gut, Übermut à la Chuck Norris („Tabasco, das sind meine Augentropfen!“) muss es nicht gerade sein, doch „ein bisschen mehr Mut, traut euch, Leute!“, riet Deuser den Gästen in Eschweilers Kulturbühne.

Hirte in Strumpfhosen

Schließlich wusste der kleine Klaus-Jürgen, so heißt Knacki im wahren Leben, schon als kleiner Junge: „Ich werde erst Mobbingopfer und dann Nerd“, doch seine erste Bühnenerfahrung als Kulissen haltender Hirte in Strumpfhosen, ohne Text, muss ein solches Trauma hinterlassen haben, dass der heute so eloquente Entertainer eine komplette Kehrtwende hingelegt, mit „Night Wash“ zunächst die Bühne für seine Stand-up-Kollegen vorbereitet hat und nun selbst erfolgreich auf eben dieser steht. So erfolgreich, dass zuletzt während einer Karnevalssitzung in der Region sogar drei Zugaben gefordert worden seien. Wie sich heraus stellte allerdings leider nur, weil die „Höhner“ Verspätung hatten.

Knacki Deuser kommt als Gentleman der Stand-up-Szene daher, wenn am Donnerstag auch ungewohnt unrasiert und die Haare zersaust, und bleibt seiner Linie treu – Comedy: ja, Satire: ja, Beleidigungen: ganz klares Nein. Der Comedian liebt es vielmehr, Charaktere zu zeichnen und sich dabei selbst zum Clown zu machen, wunderbar veranschaulicht durch seine köstlichen Beobachtungen des deutschen Disco- und Partyvölkchens. Das, was er selbst als „Comedy-Tourette“ bezeichnet, zeichnet Knacki Deuser aus: seine Schlagfertigkeit und sein Tempo. Dabei wird es erstaunlicherweise nie anstrengend, dem Mann auf der Bühne zuzuhören, weil er es versteht, jeden in seinem Publikum anzusprechen, auch wenn er „nur die erste Reihe sehen kann“.

So gehörte der Talbahnhof am Donnerstag ganz Knacki Deuser, und falls es doch jemanden geben sollte, dem das Programm nicht gefallen hat, so soll er es dennoch weiter empfehlen, so Deuser: „Schließlich kennt doch jeder irgendwen, den er nicht leiden kann, oder?“

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