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Kleine Riesen stelzen durch die Räume

Von: thd
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Enrico und Oliver präsentiere
Enrico und Oliver präsentieren der Direktorin Christel Reintjes-Becker stolz ihre Projektarbeit: Während der „Lesekunstwoche” haben die Schüler nicht nur gelesen, sondern auch kreativ gearbeitet. Foto: Theres Dickmeis

Eschweiler. Jedes Jahr gibt es eine Woche in der Astrid-Lindgren-Schule, in der der ursprüngliche Stundenplan nicht gilt und die den Schülern die Möglichkeit zur Kreativität schenkt. Diesmal lautete das Motto „Lesekunst”. Alle Lerngruppen konnten sich eine Lektüre aussuchen und diese bearbeiten.

Aber die Kinder haben die Bücher nicht einfach nur gelesen. Zusätzlich erarbeiteten sie Mappen, malten dazu Bilder und gestalteten andere Projekte. Den Inhalt stellten sie auf eine künstlerische Weise dar. So konnten sich alle mit den Charakteren aus den Büchern identifizieren. Und was für die Kinder noch besonderes hilfreich war, war die Auflockerung des Stundenplans. Bis auf wenige feste Einheiten, die für die Kinder mit dem Förderschwerpunkt soziale und emotionale Entwicklung sehr wichtig sind, wurde der Unterricht aufgeteilt. „Morgens haben wir unterrichtlich gearbeitet und beispielsweise mit den Mappen die Rechtschreibung trainiert”, erklärt Schulleiterin Christel Reintjes-Becker.

„Der Nachmittag stand dann ganz im Zeichen der Kreativität. Die Lerngruppen sind den künstlerischen Zugang zum Buch unterschiedlich angegangen und haben durch Theater, Musik und Malerei mit einfachen Methoden viel erreicht.” Die so entstandenen Werke stellten die Schüler im Foyer der Schule aus und gaben so Einblicke in ihre Arbeit: Lehrern, Besuchern und vor allem den Eltern.

Die verschiedenen Lerngruppen haben alle eine eigene Lektüre bearbeitet. Die Lerngruppe 2 thematisierte das Buch „Es muss auch kleine Riesen geben” von Irina Korschunow. Der Protagonist ist ein kleiner Riese, der von den anderen natürlich großen Riesen wegen seiner Größe gehänselt wird und in die Welt der Menschen flieht. Dort lernt er ein Mädchen kennen und beide schließen eine enge Freundschaft. Die Kinder der Lerngruppe konnten sich selber mit dem kleinen Riesen identifizieren. Sie haben gesehen, dass sie in ihren Möglichkeiten eingeschränkt sind, aber ihr Selbstbewusstsein trotzdem stark sein kann. Da im Buch auch viel über die Gefühle der Personen geschrieben steht, haben die Kinder aus Ton Masken gestaltet, die Gefühle darstellen, und auch Stelzen gebastelt, damit sie, wie der kleine Riese, größer sind.

Von der gleichen Autorin hat die Lerngruppe 1 das Buch „Hanno malt sich einen Drachen” bearbeitet. In diesem Buch geht es um die emotionale Entwicklung von Hanno und einem Drachen - beiden geht es nicht so gut. Sie verbringen Zeit miteinander und helfen sich gegenseitig. Also bastelten die Kinder der Astrid-Lindgren-Schule im Unterricht Drachen - und halfen sich gegenseitig.

Um Drachen und Zusammenhalt ging es auch in der Lerngruppe 4 mit dem Buch „Schwarzer Nebel” von Guido Kasmann. Zu diesem Buch malten die Kinder Drachen, beklebten diese mit Papier und Stoff, andere bastelten Bilder aus Moos und Laub.

„Du bist einzigartig” ist ein Buch von Max Lucado, das der Lerngruppe 3 geholfen hat zu verstehen, dass niemand gleich ist. Auch wenn eine Person - oder wie im Buch eine Puppe - anders aussieht, ist sie trotzdem oder deswegen etwas Besonderes. Dazu haben sie sich noch ein zweites Buch, „Die Schöpfung” von Ernst Haas, angeschaut und Puppen gebastelt.

Für die Lerngruppen 5 und 6 war die Woche besonders aufregend, da sie gemeinsam an dem Projekt arbeiteten. Sie behandelten das Gedicht „Der Zauberlehrling” von Johann Wolfgang von Gothe, und kreierten dazu ein Theater. Außerdem nahmen sie das Gedicht als Rap auf, so dass sie jetzt den Text jederzeit mit einem Kassettenrekorder abspielen können. Für diese zwei Lerngruppen war es sehr wichtig, dass die Klassenstruktur aufgelöst wurde, da sie die Schule bald verlassen und auf neue Mitschüler stoßen werden.

Die Schüler präsentierten stolz ihre Projekte und erzählten mit großer Freude über die Erlebnisse der vergangenen Woche. Und auch Christel Reintjes-Becker sieht diese Woche als sehr wichtig für die Entwicklung der Kleinen an: „Die Kinder in dieser Schule haben alle eine Besonderheit. Deswegen sind sie einmalig und müssen das auch verstehen.”
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