Kleine Kniffe machen jedes Haus sicherer

Von: ran
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Fenster, die es Einbrechern zumindest schwer machen, sich Zutritt zu verschaffen, fanden das Interesse der Teilnehmer der Info-Veranstaltung.

Eschweiler. Rund 120.000 Wohnungseinbrüche werden in Deutschland pro Jahr registriert. Die Zahl der Wohnungsbrände ist noch höher. Etwa 200.000 Mal müssen Feuerwehrleute jährlich ausrücken, um Hilfe zu leisten. Dabei sind etwa 500 Todesopfer zu beklagen. Die materiellen Schäden gehen in die Milliarden. Durch vorbeugende Maßnahmen könnten viele Einbrüche oder Brände vermieden werden.

Um auf Gefahren aufmerksam zu machen und Möglichkeiten der Vorbeugung aufzuzeigen, luden die Verantwortlichen des Netzwerks „Zuhause sicher” am Montagabend zu einer Informationsveranstaltung in die Räume der Sparkasse in der Marienstraße ein. Gemeinsam mit Geschäftsstellenleiter Lothar Müller begrüßte Ludwig Voß, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Aachen, die zahlreichen Zuhörer und stellte das Netzwerk kurz vor. Dann ergriffen mit Manfred Beier und Norbert Winkler zwei Polizisten des Kommissariats Kriminalprävention/Opferschutz das Wort.

„Alle zwei Minuten geschieht in der Bundesrepublik ein Einbruch. Und nur bei jeder 80. Tat wird der Täter entdeckt”, berichtete Norbert Winkler zu Beginn seiner Ausführungen. Dabei würden die meisten Einbrüche keinesfalls in der Nacht, sondern zwischen 16 und 20 Uhr registriert. „In diesem Zeitraum ist es für den Täter leicht zu erkennen, ob jemand zu Hause ist”, so der Beamte. „Offensichtliche Anwesenheit wirkt abschreckend.

Dies gilt auch für sichtbare Sicherheitstechnik”, betonte der Referent. Ebenfalls sei zur Kenntnis zu nehmen, dass die Täter nur selten hochqualifizierte Werkzeuge zum Einstieg in eine Wohnung benutzten. „Oft handelt es sich um große Handwerkzeuge, etwa Schraubenzieher, gegen die Schutz möglich ist.” Ideal sei ein individueller mechanischer Schutz sowie eine zusätzliche, vom Verband deutscher Schadensversicherer (VdS) zertifizierte, Alarmanlage.

Als präventive Maßnahmen empfahl Manfred Beier unter anderem, Nachbarn über einen bevorstehenden Urlaub zu informieren und dafür Sorge zu tragen, dass im Urlaubsfall der Briefkasten geleert werde. „Darüber hinaus sollte die Haus- oder Wohnungstür auch bei Anwesenheit verschlossen sein”, riet der Kriminalhauptkommissar den Zuhörern.

Von der alten Gewohnheit, Haustürschlüssel draußen zu verstecken, warnte Manfred Beier aber dringend. „Einbrecher suchen dort als erstes.” Jeder müsse sich bewusst sein, dass für die Opfer von Einbrüchen der emotionale Schaden häufig größer sei als der materielle. „Die Reaktionen auf den Verlust des Sicherheitsgefühls reichen bis zum Verkauf des Hauses”, berichtete der Polizist.

Klar sei, dass es sich bei Einbrechern meistens um Fluchttäter handele. „Haben sie die Vermutung, dass sich ein ungeladener Gast im Haus befindet, schalten sie das Licht ein. Zu 99 Prozent wird der Täter flüchten. Stellen sie sich aber auch einem Fluchttäter niemals in den Weg und laufen sie ihm auch nicht nach. Das ist unsere Aufgabe.”

Der wichtigste Partner sei aber definitiv der wachsame Nachbar. „Bauen sie eine verlässliche Nachbarschaft auf, denn der Nachbar ist der Albtraum jedes Einbrechers”, so Manfred Beier. Generell sei jeder Hinweis wichtig. „Haben sie das Gefühl, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist, informieren sie die Polizei. Rufen sie lieber einmal zu viel als zu wenig bei uns an. Wir sind auf ihre Mithilfe angewiesen”, schloss der Kriminalpolizist.

In Sachen Brandschutz gab Bernd Hollands, stellvertretender Kreisbrandmeister der Städteregion Aachen, Tipps. „Die vorbeugenden Maßnahmen haben vor allem das Ziel zu verhindern, dass sich Feuer und vor allem der gefährliche Rauch ungestört ausdehnen können”, erklärte er. Die Ursache für die zahlrechen Todesopfer bei Wohnungsbränden seien in der Regel nicht die Flammen, sondern der Rauch, der giftige Dämpfe produziere. „Der Rauch steigt nach oben, deshalb ist es lebenswichtig, bei Brandgeruch nicht aufrecht zu gehen, sondern über den Boden zu krabbeln. Ein Meter kann lebensrettend sein”, betonte der Feuerwehrmann. Dass heute massiver gebaut werde als früher, sei zwar in vielfacher Hinsicht von Vorteil, Bränden biete dies aber eine größere Chance, Rauch zu entwickeln.

Die Ursachen für Wohnungsbrände seien vielfältig. „Sie reichen von baulichen Mängeln bis zu elektrischen Überlastungen. Strom hat natürlich immer ein gewisses Gefahrenpotenzial”, so Bernd Hollands, der auch riet, banal klingende Ratschläge nicht zu ignorieren. „Ein Eimer Wasser in der Nähe des Weihnachtsbaums kann nicht schaden. Und Rauchmelder gehören eigentlich in jeden Haushalt.” Dass sich gleichzeitiger Brand- und Einbruchschutz nicht widersprechen müssen, belegte der Referent. „Ein sogenanntes Panikschloss sichert von außen vor dem Eintritt eines Unbefugten, lässt sich aber von innen leicht öffnen.”

Das landesweite Netzwerk „Zuhause sicher” ist ein gemeinnütziger Verein, der auf Initiative der Polizei ins Leben gerufen wurde und seit 2005 unter der Schirmherrschaft des NRW-Innenministers steht.

Im Jahr 2009 wurde in der Region Aachen eine von 17 Schutzgemeinschaften gegründet, in der sich Betriebe unter Leitung der Kreishandwerkerschaft in Kooperation mit der Polizei und den Kommunen zusammenschließen. Zudem sind auch Unternehmen aus Industrie, Handel und der Versicherungswirtschaft Partner des Netzwerkes.

Persönliche Beratung ist möglich im Kommissariat „Vorbeugung”, 0241/957734401, Jesuitenstraße 5, in Aachen.

Weitere Informationen zum Netzwerk „Zuhause sicher” sind im Internet zu erhalten.

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