Eschweiler - Klaus-Dieter Bartholomy: Nicht reden, sondern handeln

Klaus-Dieter Bartholomy: Nicht reden, sondern handeln

Von: Patrick Nowicki
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Zwei der Macher des Weihnachtsmarktes, Klaus-Dieter Bartholomy und Heinz Nießen (rechts). Für Bartholomy ist zum Jahreswechsel als Vorsitzender des Citymanagement-Vereins Schluss, er will aber weiterhin im Hintergrund unterstützen. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Neun Jahre lang war er das Gesicht des Citymanagement-Vereins, mit dem Jahreswechsel ist Schluss: Klaus-Dieter Bartholomy legt sein Amt als Vorsitzender nieder, bleibt dem Verein aber treu. Im Hintergrund möchte er das ein oder andere Projekt noch anstoßen, denn die Stadt liegt ihm nach wie vor am Herzen. Welche Dinge er in seiner Amtszeit nicht erreicht hat und welche Ideen er noch umsetzen möchte, verrät er uns im Interview.

Mit dem Weihnachtsmarkt ist gerade eine sehr erfolgreiche Veranstaltung zu Ende gegangen, da verwundert die Ankündigung, dass Sie aufhören?

Bartholomy: In der Tat war der Weihnachtsmarkt rundum gelungen. Ich muss aber auch sagen, dass tatkräftige Unterstützung in einem großen Team bestand, für die ich sehr dankbar bin. Der Weihnachtsmarkt steht also auf gesunden Füßen, das Konzept hat sich bewährt. Dies hat auch nichts mit meinem Rückzug zu tun. Ich werde meinem Nachfolger, egal wer das sein wird, mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn es gewünscht ist. Auch habe ich noch die ein oder andere Sache in der Pipeline. Aber ich möchte mich etwas aus der Verantwortung zurückziehen, denn sie hat mir manchmal schlaflose Nächte bereitet.

Wie habe ich denn das zu verstehen?

Bartholomy: Vielleicht erinnern Sie sich an das völlig verregnete Stadtfest im Frühjahr mit Schlemmermarkt auf der Marienstraße. Als in der Nacht der Sturm tobte, habe ich mich mitten in der Nacht aufs Fahrrad gesetzt und bin zur Marienstraße gefahren, um zu schauen, ob die Zelte noch stehen. So etwas zehrt natürlich an den Kräften. Wer meinen Schreibtisch zu Hause kennt, weiß, wie viele Aufgaben ich übernommen habe.

Dies macht die Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin nicht leichter. Haben Sie jemanden ins Auge gefasst?

Bartholomy: Wir sind in guten Gesprächen und sind uns sicher, dass diese Person eine sehr gute Lösung ist. Wichtig ist, dass sich die Arbeiten unter den Vorstandmitgliedern aufgeteilt werden. Ich habe einmal ein Buch gelesen mit dem Titel „Rede nicht, handle!“ (Anm. der Redaktion: von Walter Simon), dessen Inhalt ich mir zu Eigen gemacht habe.

Ich würde mir wünschen, wenn mehr Menschen nicht nur Kritik üben würden, sondern selbst Aufgaben übernehmen. Einige Dinge haben wir im Verein schon neu strukturiert. Viele Schreibarbeiten werden nun von einer jungen Angestellten des Palast-Verlags übernommen, die dies während ihrer Arbeitszeit erledigen kann, wofür der Verein sehr dankbar ist. Ein Wechsel kann auch fruchtbar sein.

Inwiefern?

Bartholomy: Derzeit überdenken die Autohändler zum Beispiel das Konzept der Autoschau. Dort ist Bewegung in der Sache. Es bestehen die Überlegungen zum Straßenmalerwettbewerb, bei dem uns auch der neue Mitarbeiter der Stadtverwaltung für Stadtmarketing, Ralf Wallraff, unterstützt.

In den Anfängen des Citymanagement-Vereins war die Stadtverwaltung noch stärker in die Aktivitäten eingebunden. Ist es nicht sinnvoll, wenn ein hauptamtlicher Citymanager, der von der Verwaltung gestellt wird, an der Spitze des Vereins steht?

Bartholomy: Ich bin der Meinung, dass diese Aufgabe in den Händen eines unabhängigen Ehrenamtlers liegen muss. Als Vorsitzender des Citymanagement-Vereins muss man auch einmal Positionen einnehmen, die nicht jedem im Rathaus gefallen. Wenn man selbst Mitarbeiter der Verwaltung ist, dann gerät man schnell in einen Interessenkonflikt. Ich muss aber grundsätzlich sagen, dass die Unterstützung der Stadtverwaltung jetzt schon gegeben ist.

Gibt es etwas, was Ihnen in Ihrer Funktion als Vorsitzender nicht gelungen ist, was Sie aber gerne umgesetzt hätten?

Bartholomy: Ganz klar: einheitliche Ladenöffnungszeiten in der Innenstadt. Allerdings sind da bisher alle meine Vorgänger dran gescheitert. Auch die Verantwortlichen der einst bestehenden drei Werbegemeinschaften. Verständnis habe ich für die ablehnende Haltung nicht, denn ausgerechnet dann, wenn keine Parkgebühren erhoben werden, nämlich am Samstagnachmittag, sind die meisten Läden geschlossen.

Auch in Anbetracht der Konkurrenz aus dem Internet, die 24 Stunden am Tag quasi geöffnet hat, ist es nicht sinnvoll, an einem so attraktiven Einkaufstag um 14 Uhr zu schließen. Gerne hätte ich auch einen einheitlichen Einkaufsgutschein für die Innenstadt eingeführt. Dies ist aber zugegebenermaßen etwas aufwendiger, wird aber von manchem auch nicht als positives Marketing angesehen. Das sehe ich anders und finde ich schade.

Sie sprechen die Internetkonkurrenz an: Wie kann man Ihr begegnen?

Bartholomy: Mit neuen und besonderen Aktionen. Der sogenannte Dark Friday könnte umgesetzt werden, also ein Tag, an dem spezielle und besondere Angebote gemacht werden. Der Trend zu Geocaching könnte aufgegriffen werden, um die Suche nach Verstecken mit Einkaufsgutscheinen in Geschäften zu verbinden. Sie merken schon, es gibt viele Ideen, es muss allerdings auch Leute geben, die es umsetzen.

Der Stadtrat hat vier verkaufsoffenen Sonntagen zugestimmt. Wie bewerten Sie diese politische Entscheidung?

Bartholomy: Dies ist ein positives Signal, das auch unsere Lage berücksichtigt, nämlich die Nähe zu den Niederlanden und zu Belgien, wo die Ladenöffnungszeiten weniger streng gehandhabt werden. Es gibt einige Geschäftsleute in Eschweiler, die mir bestätigen, dass die Einnahmen aus den verkaufsoffenen Sonntagen wichtig für ihr Geschäft sind.

Können Sie in diesem Zusammenhang die Haltung der Gewerkschaft Verdi nachvollziehen?

Bartholomy: Sie ist zumindest für mich schwer verständlich. Wenn man die Arbeitsstellen im Einzelhandel mit einer solchen Haltung torpediert, muss man schauen, was die Alternative ist. Mit dieser Haltung stärkt Verdi die Billig-Jobs bei den großen Internetversandhäusern.

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