„Klanglabor”: Kinder üben erste Töne mit echten Profis

Von: ran/nis
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Bliesen lautstark ins Horn: Die Schüler der KGS Röthgen machten erste lautstarke Erfahrungen mit professionellen Instrumenten. Foto: Andreas Röchter

Eschweiler. „Viele junge Menschen kennen heutzutage Musik nur noch als Datei. Dabei ist sie etwas Greifbares.” Ralf Conzen, Leiter der RWE-Band, bringt es auf den Punkt. Ein Klick ins Internet geht schneller und einfacher, als ein Instrument zu erlernen. Das Erlebnis, selbst Musik zu machen, geht aber immer häufiger verloren.

Dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat sich die RWE Deutschland AG in Zusammenarbeit mit dem RWE Power Orchester zum Ziel gesetzt und das Projekt „Klanglabor - Experiment erwünscht” ins Leben gerufen. Dabei gehen die professionellen Musiker in Grundschulen und geben dort Schülern der 3. und 4. Klassen die Gelegenheit, die Instrumente der Band kennen zu lernen und erste eigene Gehversuche zu starten. Am Donnerstag machten einige Bandmitglieder nun Station in der Katholischen Grundschule Röthgen.

„Es ist wichtig, bei Kindern die Neugier auf Instrumente zu wecken”, betont Schulleiter Paul-Friedel Koerfer, der sich sicher zeigte, dass das Projekt ein „Erlebnis” für seine Schüler werde. Auch für Bürgermeister Rudi Bertram steht der Spaß der Kinder im Vordergrund. „Ihnen Freude zu bereiten, ist auch unser Ansatz”, so der Verwaltungschef. „Außerdem ist es für die Kinder etwas ganz Besonderes, einmal mit Profis üben zu können.”

Und diese Möglichkeit nahmen die Kinder mit Begeisterung wahr. Ob an der Klarinette, dem Saxophon, der Trompete, der Posaune, dem Horn, dem Bariton, dem Schlagzeug und der Tuba, die fast größer war, als die Nachwuchsmusiker selbst, konnten die Schüler erfahren, was es heißt, echte Töne aus echten Instrumenten erklingen zu lassen. Dass es bereits positive Rückmeldungen von anderen indestädtischen Schulen gibt, weiß Schul- und Kulturamtsleiterin Petra Seeger zu berichten: „Die Schüler der Willi-Fährmann-Schule sind über ihren Schlagzeugunterricht so begeistert, dass sie freiwillig auch Pausen und Freistunden zum Üben nutzen.”

Dies wäre ohne der Schule zur Verfügung gestellte Instrumente allerdings nicht möglich. Durch eine Spende der RWE Deutschland AG in Höhe von 7500 Euro ist die Stadt Eschweiler aber in der Lage, im Rahmen des Projekts „Jedem Kind ein Instrument” einen Instrumentenfundus anzulegen, auf den die Schulen bei Bedarf zurückgreifen können. „Wir wollen es jungen Menschen erleichtern, sich mit Musik zu beschäftigen”, erklärt Hans Fabelje, Leiter Westliches Rheinland der RWE Deutschland, und unterstreicht die Bedeutung der Musik für die Gesellschaft: „Wir brauchen gut ausgebildete junge Menschen. Und zur Entwicklung einer ?runden Persönlichkeit gehört auch die Musik.”

Ausbildungsleiter Adolf Braun bringt einen weiteren Aspekt ins Spiel. „Wir wollen Brücken bauen zwischen der Industrie und den Menschen. Seit Projektbeginn im Jahr 2009 haben wir bereits mehr als 1000 Schüler erreicht.” Diese Zahl wird in absehbarer Zeit noch weitaus größer werden. Nach den Osterferien sind vier weitere Projekt mit Eschweiler Schülern geplant.

Knapp 700 Schüler machen mit

Am Projekt „Klanglabor - Experiment erwünscht” sind die KGS Eduard-Mörike, die Evangelische Grundschule Stadtmitte, die GGS Weisweiler, die KGS Kinzweiler, die KGS Bohl, die KGS Röthgen, die KGS Dürwiß sowie die KGS Don-Bosco beteiligt.

BandmanagerHeinz-Peter Mundt geht davon aus, dass knapp 700 Schüler aus Eschweiler an dem Projekt teilnehmen.

Bei der Initiative „Jedem Kind ein Instrument” sind die Willi-Fährmann-Schule, die KGS Bohl, die KGS Kinzweiler, die KGS Don-Bosco und die KGS Dürwiß mit von der Partie. Die Umsetzung des Unterrichts wird durch die Jugendmusikschule sichergestellt.

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