Eschweiler-Dürwiß - Kita-Planung: Politiker entscheiden sich für die teurere Variante

Kita-Planung: Politiker entscheiden sich für die teurere Variante

Von: Tobias Röber
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Die einstige Hauptschule soll zur Kita werden. Das Thema beschäftigte den Planungs-, Umwelt- und Bauausschuss erneut. Foto: Tobias Röber

Eschweiler-Dürwiß. „Wir müssen weiter Kitas bauen“, betonte Bürgermeister Rudi Bertram gestern unserer Zeitung gegenüber. Der Grund: Entgegen dem Trend in vielen anderen Kommunen siedeln sich in Eschweiler weiter Familien an.

Rückgang der Bevölkerung? Nein! Weniger Kinder in der Indestadt? Fehlanzeige! In Dürwiß soll nun die nächste Kindertagesstätte entstehen. Das hatte der Rat bereits im Dezember verabschiedet. Nun beschloss der Planungs-, Umwelt- und Bauausschuss die Pläne der Architekten in seiner Sitzung am Donnerstagabend.

Es wurde intensiv diskutiert – vor allem über die geplanten Kosten. Nach dem Stadtratsbeschluss vom 15. Dezember wurde das Aachener Architekturbüro Horbach + Kleicker mit der Entwurfsplanung beauftragt. Dieser wurde auch mit dem künftigen Betreiber der Kita, der Arbeiterwohlfahrt, abgestimmt. Das Architekturbüro legte verschiedene Preismodelle vor mit dem Ziel, Erkenntnisse zu gewinnen, ob eine Funktionalausschreibung günstiger ist als eine Ausschreibung der Einzelgewerke.

Vergleicht man die teuerste Variante der Ausschreibung der Einzelgewerke mit der günstigsten Variante der Funktionalausschreibung ergibt sich ein Unterschied von gut 20 Prozent. Die Architekten gehen von Kosten für die Dürwisser Kita in Höhe von gut 1,97 Millionen Euro. Eine vergleichbare Kita mit Funktionalausschreibung kostet laut der Architekten rund 1,43 Millionen Euro. In den Haushalt für das Jahr 2016 sind rund 2,4 Millionen Euro für das Projekt eingestellt. Wie hoch die Abrisskosten für das Gebäude der ehemaligen Hauptschule sein werden, kann derzeit noch nicht beziffert werden.

Der geringere Preis ist selbstredend reizvoll, vor allem wenn man das leere Stadtsäckel in Betracht zieht. Dennoch lautete die Empfehlung der Architekten, der sich auch die Verwaltung anschloss: Lieber die Ausschreibung der Einzelgewerke wählen. Der Grund: Bei einer Funktionalausschreibung bestimmt der Bauunternehmer sämtliche Materialien. Er kann etwa verschleißanfälligere Fensterrahmen aus Kunststoff wählen statt Aluminiumfenster. Oder auch einen günstigeren Bodenbelag, der jedoch wesentlich anfälliger ist. Diese Beispiele nannte der Architekt bei der Sitzung am Donnerstagabend.

Die Verwaltung besichtigte zwei Kitas in Aachen, die nach einer Funktionalausschreibung errichtet wurden, und kam zu folgendem Ergebnis: Bei den Besichtigungen habe man festgestellt, „dass diese beiden Kindertagesstätten in Qualität und Nachhaltigkeit weit hinter den Kindertagesstätten mit Einzelgewerkausschreibungen zurückbleiben“, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

In einer Kindertagesstätte waren demnach bereits vor Bezug, in der anderen nicht einmal zwei Jahre nach Bezug deutliche Mängel erkennbar. Weiter heißt es in der Vorlage: „Insofern ist festzustellen, dass die günstigeren Preise auf Kosten der Qualität erzielt wurden und sich bereits jetzt das Entstehen von erhöhten Bauunterhaltungskosten abzeichnet. Letztlich ist damit nicht belegbar, dass mit den Funktionalausschreibungen ein wirtschaftlicheres Ergebnis erzielt wurde.“

Aus diesem Grund beschlossen die Ausschussmitglieder die bewährte Einzelgewerkevergabe. Architekt Wolfgang Kleicker begrüßte die Entscheidung. Auf mehrfache Nachfrage, vor allem der Opposition, sagte er, dass er bei der gewählten Bauweise von einer Lebensdauer des Gebäudes von 30 Jahren ausgehe.

Es wird eine Einrichtung mit vier Gruppen auf dem rund 5500 Quadratmeter großen Gelände entstehen. Die Räume orientieren sich dabei an den Empfehlungen des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR). Jede Gruppe (für Kinder von U1 bis zum Alter der Einschulung) verfügt über einen großen Gruppenraum, einen Gruppennebenraum, einen Ruheraum, einen Abstellraum sowie einen WC- und Wickelbereich.

Den Gruppenräumen gegenüber, auf der anderen Seite des Spielflurs, liegen die Räume für Leitung, Personal, Küche, Sanitär und ein Therapieraum. Am Anfang des Spielflurs befinden sich, direkt hinter dem Windfang gelegen, der Mehrzweckraum und das Elterncafé.

Um bei besonderen Anlässen (Karneval, St. Martin etc.) zusätzlichen Raum schaffen zu können, lässt sich der Mehrzweckraum mit einer Schiebetür Richtung Elterncafé und Spielflur vergrößern. Die Kita mit rund 950 Quadratmeter Fläche ist als eingeschossiger Massivbau mit Satteldach geplant.

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