Kita-Move: „Wie sag ich´s meinen Eltern?”

Von: Verena Richter
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Gruppenarbeit war ein Baustein des Fortbildungskurses bei der Awo: In kleinen Gruppen erarbeiteten die Teilnehmerinnen die Konzepte von Kita-Move. Foto: Christine Willems

Eschweiler. In Sachen Kindererziehung sind die Mitarbeiterinnen der Kindertagesstätten und Familienzentren der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Kreisverband Aachen-Land allesamt Expertinnen. Doch in Sachen Kommunikation und Elterngespräch? Da kann es je nach Situation schon mal knifflig werden. Nicht selten stellt sich für die Pädagoginnen dann die Frage „Wie sag ich´s meinen Eltern?”.

Gemeint sind natürlich nicht die eigenen sondern die Eltern ihrer Schützlinge, die sie immer wieder mit Entwicklungen des Nachwuchses konfrontieren müssen, besonders, wenn es mal nicht so läuft, wie erhofft.

Damit solche Elterngespräche in Zukunft gezielter und besser verlaufen, haben elf Pädagoginnen aus acht Awo-Einrichtungen aus der Städteregion an einer dreitägigen Fortbildung bei der Awo in Eschweiler teilgenommen.

Kita-Move (Motivierende Kurzintervention bei Eltern im Elementarbereich) heißt das Programm, das von der Fachstelle für Suchtberatung in der Städteregion entwickelt worden ist - ursprünglich für Jugendliche, die Drogen konsumieren. Doch Move lasse sich auch andere pädagogische Bereiche beziehen, sagt Nicole Radis. Sie und ihre Kollegin Elke Koch haben als Referentinnen den Kurs geleitet, unterstützt von Christine Willems von der Fachbereichsleitung Elementarpädagogik der Awo.

Und wie führt man nun gute Elterngespräche? Das, erklärt Elke Koch, sei gar nicht so einfach, weil solche Gespräche immer wieder anders ablaufen werden. „Patentrezepte gibt es leider nicht”, so die Diplom-Sozialpädagogin.

Manche Eltern seien bei den Gesprächen sehr aufgeschlossen, andere seien für Hinweise oder Angebote hingegen wenig empfänglich - auf solche Situationen müssen sich die Erzieherinnen jedes Mal neu einstellen. „Wichtig ist aber, dass es nicht darum geht, nur Probleme aufzuzeigen, sondern gemeinsam an der Lösung zu arbeiten”, erläutert Nicole Radis.

Zentral bei den Gesprächen ist der respektvolle Umgang miteinander und das aktive Zuhören. „Die Mitarbeiterinnen müssen genau wahrnehmen, was passiert und beobachten, wie der Gesprächspartner reagiert”, sagt Elke Koch. Dann könnten sie vermitteln, Hintergründe herausfinden und Veränderungen einleiten.

Der Erfolg des Konzepts spreche für sich: Erfahrungen zeigten, dass es Erzieherinnen, die den Kurs absolviert haben, wesentlich leichter falle, bisher schwer erreichbare Eltern anzusprechen und mit kurzen Interventionen einen motivierenden Dialog über Erziehungs- und Präventionsfragen einzuleiten, berichtet Nicole Radis.

Die elf Erzieherinnen der acht Awo-Einrichtungen konnten dies bestätigen. Obwohl sie in der Praxis noch keine Erfahrung mit Move gesammelt haben, erklärten sie, dass sie in Zukunft viel ruhiger an Gespräche herangehen würden, die früher unangenehm für sie gewesen wären. Zuviel vornehmen sollte man sich aber nicht, warnt Elke Koch. Vielmehr seien kleine Schritte und kleine Ziele wichtig und die Erkenntnis, dass diese Gesprächsführung nicht leicht ist. „Da hilft nur üben, üben, üben”, so die Expertin.

Acht Einrichtungen machen mit

An der Fortbildung Kita Move haben acht Kindertagesstätten und Familienzentren aus der Region teilgenommen.

Dabei waren Erzieherinnen aus den Einrichtungen Wunderland, Der kleine Prinz, Zauberhut und Villa Regenbogen aus Eschweiler; aus der integrativen Kita Lotte Lemke aus Würselen; aus den Einrichtungen Helene Simon und Farbenfroh aus Herzogenrath sowie aus der Kita und dem Familienzentrum Mittendrin aus Alsdorf.

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