Kinderschutzbund hängt weiter am Tropf

Von: Patrick Nowicki
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Gesundes Frühstück: Viele Projekte bringt der Kinderschutzbund mit Mariethres Kaleß (Mitte) an Grundschulen auf den Weg. Foto: Jana Röhseler

Eschweiler. Die wertvolle Arbeit des Kinderschutzbundes in den Eschweiler Grundschulen steht finanziell mehr denn je auf wackligen Beinen: Aus vielen Gründen wächst das Defizit bei der Betreuung von Grundschulkindern.

Dennoch hofft die Organisation, deren Vorstand um Mariethres Kaleß unermüdlich nach neuen Geldquellen sucht, die derzeit erwartete Lücke von etwa 163.000 Euro für das kommende Schuljahr schließen zu können.

Entscheidung in einer Woche

Einen großen Anteil soll und will die Stadt übernehmen. In den vergangenen Jahren gewährte der Rat dem Kinderschutzbund einen Zuschuss von maximal 150.000 Euro. Meistens musste die Summe nicht abgerufen werden, allerdings im vergangenen Jahr wurde der gesamte Betrag abgebucht, wie die Verwaltung mitteilt. In der kommenden Woche wollen die Kommunalpolitiker entscheiden, allerdings war der Zuschuss in den vergangenen Jahren unstrittig.

Wie er allerdings im Haushalt dargestellt wird, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten: Zählt der Beitrag zu den sogenannten freiwilligen Leistungen, dann müsste ein Ausgleich geschaffen werden. Will sagen, an anderer Stelle muss das Geld bei Zuschüssen gespart werden. „Der Kinderschutzbund sichert mit seinem Angebot zum Beispiel auch den Betrieb von vier Offenen Ganztagsschulen, was zur Daseinsvorsorge zählt”, meint Stadtsprecher Stefan Kaever. Und damit nicht zu freiwilligen Ausgaben.

Dennoch wird auch der städtische Zuschuss bei weitem nicht ausreichen, sodass der Kinderschutzbund mehr denn je auch auf Spenden angewiesen ist. Und dies für eine Aufgabe, die nicht nur anerkannt ist, sondern auch immer mehr Einsatz erfordert. So rechnet man damit, dass die Zahl der derzeit betreuten Kinder an den fünf Grundschulen zum neuen Schuljahr von derzeit 395 auf etwa 440 steigt.

Dies erfordert mehr Personal, was wiederum mehr Geld kostet. Alleine der Arbeitgeberanteil an der Sozialversicherung beträgt laut Kinderschutzbund jetzt schon 90.000 Euro jährlich. Ein Teufelskreis, denn die Elternbeiträge decken gerade ein Zehntel der Kosten.

Erschwerend kommen Kürzungen in anderen Bereichen hinzu. Das Programm „Jobperspektive” finanzierte bisher die Arbeit von vier Frauen, die für die Ausgabe der Mittagessen in den Offenen Ganztagsschulen inklusive aller Vor- und Nacharbeiten zuständig waren. Allerdings müssen die Jobcenter mit weniger Geld auskommen mit der Konsequenz, dass das Projekt zunächst auf Eis liegt. Lediglich für eine Frau konnte der Kinderschutzbund jetzt die Bezahlung sichern...
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