Kinderflohmarkt des Jugendamtes: Zum Knuddeln gibts jede Menge

Von: Friedhelm Ebbecke-Bückendorf
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Eschweiler. Sonntagmorgen vor 8 Uhr in Eschweiler sind die Straßen noch still. Kaum ein Mensch unterwegs. Nur am City-Center ist geschäftiges Treiben. Kisten werden auf Sackkarren gewuchtet, Tische aufgebaut, Bücher- und Wäschestapel geordnet. Es ist Kinderflohmarkt.

„Der” Kinderflohmarkt, der des Jugendamtes. „Nehmen sie die Ecke dort drüben”, rät Robert Wagner einer sich suchend umschauenden Familie, „die besten Plätze sind schon alle weg.”

Wagner ist stellvertretender Leiter im Haus St. Josef, das seit Jahren gemeinsam mit dem Jugendamt der Stadt Eschweiler diesen Flohmarkt organisiert. Auch die BKJ (Betreuungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche der Stadt Eschweiler) ist dabei. In diese Anstalt des öffentlichen Rechts (AÖR) hast die Stadt Eschweiler ihre Kindergärten ausgegliedert. Die BKJ bietet in diesem Jahr Kinderschminken an - mittags laufen schon viele Kinder mit bunt bemalten Gesichtern durch das City-Center. Eine Außengruppe vom Haus St. Josef betreut den Grillstand. Mit den Einnahmen vom Grillen und dem Standgeld (drei Euro pro Stand) werden Ferienfreizeiten aufgepeppt, berichtet Edith Platau. Die Sozialpädagogische Fachberaterin der BKJ gehört seit vielen Jahren zu dem Team, das den Kinderflohmarkt organisiert.

Einer, der immer dabei war, fehlt. Der, der diesen Eschweiler Kinderflohmarkt erfunden hat: Franz Joseph Schroeder. Der Diplompädagoge, der seit 1979 die Jugendarbeit in Eschweiler geprägt hat, starb im Oktober vorigen Jahres. „Diese Tag heute ist auch mit dem Gedenken an Franz Joseph verbunden”, sagt Edith Platau.

Viele Besucher kommen früh, um die ganz große Auswahl zu haben. Aber das Angebot übersteigt ohnehin die Nachfrage. Auf den Tischen stapelt sich die Kinderkleidung vom Strampler bis zum Teeniekleidchen - alle Größen, alle Farben, aber vorzugsweise rosa. Manche Anbieter haben auch Kleiderständer mitgebracht, an denen die Jacken, Hemden und Kleider akkurat auf Bügeln hängen, alle sorgsam mit Preisschildchen versehen. Kleidung, Bücher, Spiele - wer in diesen drei Sparten sucht, muss einfach fündig werden. Stapelweise werden Kinderbücher für 50 Cent oder einen Euro angeboten: Das Geheimnis der Goldgräberstadt, Die Teufelskicker, Der Fluch des roten Pferdes, Mein Meerschweinchen und ich. Und die drei Fragezeichen, natürlich. Auch Spiele stapeln sich auf den Tischen: Uno, Obstgarten, Flattermax, Mäuse-ABC. Gern auch bildungsbeflissen: Mein erstes Lesespiel, Zählen und Rechnen, Englisch für Kinder.

Und dann natürlich das Spielzeug: Kreischbuntes aus Plastik für die Kleinsten, Barbie und Ken in den unterschiedlichen Bekleidungen von Badeshort bis Ballkleid, Rennbahnen für Modellautos, Berge von Knuddelfiguren und Stofftieren. Diddl-Mäuse. Lego-Spielzeug selten, aber ganze Burgen samt feuerspeienden Drachen von Playmobil. Auch ein Rugbyball - wenn ihn keiner kauft, kann man damit ja auch selber spielen.

Und was gibt es noch? Eine kleine Sitzgruppe mit Kindermöbeln, Schulranzen, Fahrradhelme, Fahrräder, Springseile, Barbiemobil, Puzzles. Und einen Hamsterkäfig, mit einem Sack Einstreu gleich dazu. Alles, womit Kinder gern spielen, scheint vertreten zu sein. Nur Kriegsspielzeug nicht. Das ist eiserne Regel seit der Gründung dieses Flohmarktes, und natürlich wird es kontrolliert. Sozialpädagogin Platau: „Im Lauf der Jahre ist das immer weniger geworden, die Leute wissen einfach, dass das nicht geht.”

Die Preise? Das Meiste gibt es spottbillig. Hosen 3 Euro, T-Sirts 50 Cent. „Ganz früher war dieser Markt ja gedacht als Tauschbörse der Kinder”, berichtet Edith Platau. Zwar hat sich das mit den Jahren gewandelt. Heute kommen meist ganze Familien, um aussortierte Kleidung und Spielzeug anzubieten, aber nach wie vor gibt es viele Stände, die nur von Kindern betreut werden.

Und es kommt auch vor, dass jemand sich ungern von einem eigentlich ausrangierten, arg plattgeliebten Kuschelbären trennen kann. Am Ende des Tages wird das Bärchen wieder eingepackt und mit nach Hause genommen: Zum Glück unverkäuflich.
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