Kinder weltweit auf der Suche nach Frieden

Von: sh
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Kinder suchen Frieden: Das Musical in der Pfarre St. Barbara begeisterte hunderte Zuschauer durch tolle Tanzeinlagen, Chorgesang und unterhaltsame Schauspielepisoden. Foto: Stefan Herrmann

Eschweiler. Anna und Paula suchen den Frieden. Ihre Lehrerin bringt sie schließlich auf die Spur von Jesus Christus. Gemeinsam mit ihrem Freund Jonas machen sich die Schwestern dann auf den Weg einmal rund um den Globus. Sie besuchen Chile und Peru, Ruanda und Madagaskar, sind in Kenia und Kolumbien.

Alles Länder der Sternsingeraktion, alles Länder, in denen der Friede ein sehr brüchiges, oftmals gar mit Füßen getretenes Gut ist. Das große Kindermusical „Videmus pacem - Kinder suchen Frieden” begeisterte am späten Sonntagnachmittag hunderte Zuschauer in der Pfarrkirche St. Barbara.

„Hier nehmen ganz viele Kinder teil, die sagen: Wir haben Spaß am Musizieren”, freute sich Pfarrer Dieter Genten über die große kleine Künstlerschar.

40 Kinder des Kinderchors „Feuerflamme” aus der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Eschweiler-Süd und des Kinderchors der katholischen Kirche Inden/Altdorf (Leitung: Ralph Loevenich) hatten beinahe ein Jahr lang fleißig geprobt. Unter der Leitung von Angela Pohl und ihrer 19-jährigen Tochter Monika, die zudem das Kindermusical als Autorin verfasst hatte, zauberten die Kinder und Jugendlichen im Alter von sieben bis fünfzehn Jahren die Geschichte von Anna (gespielt von Pia Külzer) und Paula (Nina Kuhl) auf die Bühne.

„Wir verbinden damit mehr als ein Theaterstück”, sagte Angela Pohl im Vorfeld. „Die Kinder wollen vermitteln, dass jeder von uns aufgerufen ist, in seinem Umfeld dafür zu sorgen, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft miteinander leben können, wenn sie es nur wollen.” Das lebten die beiden Schwestern auf ihrer Reise von Kontinent zu Kontinent geradezu vorbildlich vor.

Mit „Laura Air”, dem Flugzeug ihrer Tante, gings zuerst nach Chile. Dort trafen die beiden Kinder Juanita. Das Waisenmädchen lebte bisher auf der Straße und schloss sich kurzerhand dem „Suchtrupp” an. Denn Frieden, das merkten die Kinder ganz schnell, ist ein kostbares Gut, nur schwer zu finden, denn allzu oft sorgen Erwachsene mit ihren Entscheidungen dafür, dass junge Menschen in Kriegsregionen aufwachsen und Hunger leiden müssen, Opfer von Gewalt sind und oftmals keine Zukunft haben.

Das Kindermusical war ein Appell mit unterschiedlichsten Ausdrucksformen: Es wurde gesungen und getanzt, musiziert und geschauspielert. Es gab Solo-Einlagen und Chordarbietungen. Der professionell ausgeleuchtete Kirchenraum erstrahlte dabei in den unterschiedlichsten Farben und trug dazu bei, die spannende und abwechslungsreiche Reise mit (fast) allen Sinnen miterleben zu können.

Auf ihrer weltumspannenden Wanderung begegnen Anna und Paula viele traurige Schicksale, aber auch viele neue Freunde finden die Beiden. Wieder daheim, wird ihnen klar: „Frieden hat uns Gott geschenkt, der dich und mich in Händen hält.” Ein Geschenk jedoch, das man Tag um Tag wie ein zartes Pflänzchen pflegen muss.

Unterstützt wurde das aufwendige Projekt „Videmus pacem - Kinder suchen Frieden” vom Kindermissionswerk Aachen. Das hatte auch das „Bustaxi” nach Eschweiler gelotst, welches während der Aufführung vor der Kirche parkte. Der bunt bemalte kleine Transporter hat vor Monaten den langen Weg aus dem Senegal angetreten und reist seit Mitte September durch Deutschland. In Mainz gestartet, wird er 75 Orte in allen 27 Bistümern besuchen. Das „Bustaxi” ist das Symbol der kommenden Sternsingeraktion in Deutschland.

Und während der Komponist des Mottoliedes der diesjährigen Sternsingeraktion, Martin Kuehnen, sich kurz entschlossen mit Gitarre und Konga im Kreis der Musiker einfand und zum Erfolg von „Kinder suchen Frieden” beiwirkte, wurde allen Zuschauern klar: Jeder ist mit dafür verantwortlich, dass es auf unserer Welt in Zukunft vielleicht ein Stück gerechter und friedvoller zugeht.

Und eines wurde besonders den Erwachsenen in St. Barbara deutlich gemacht: Kinder, die in Armut, in Kriegen und mit Gewalt aufwachsen müssen, tun dies unverschuldet. Hierfür tragen stets die Älteren die Verantwortung.
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